Die SSC-Youngster Lea Ambrosius und Patricia Nestler im Gespräch

Mittelblockerin Lea Ambrosius (21) und Libera Patricia Nestler (20) gehören beim SSC Palmberg Schwerin zu den jüngsten im Team, doch die beiden haben sich in der noch jungen Saison bereits zahlreiche Einsatzzeiten auf dem Feld erarbeitet. Lea Ambrosius ist gebürtige Bernburgerin und seit 2015 in Schwerin. Sie startete zunächst in der Nachwuchsmannschaft des SSC ihre Volleyballkarriere, machte am Sportgymnasium das Abitur und hat seit 2019 den Sprung ins Erstligateam geschafft. Auch Patricia Nestler fing früh mit dem Sport an und stand als 14-Jährige zum ersten Mal im Aufgebot des Zweitligisten vom VCO Dresden. Im Jahr 2020 wechselte die Libera dann zum SSC Palmberg und schnuppert seither Erstligaluft. Beide brennen für ihre Leidenschaft und haben in Schwerin – für den Moment – ihr Zuhause gefunden. Außerdem verstehen sie sich bestens, kennen sich gut und teilen bei Auswärtsspielen ein Doppelzimmer. Was die zwei außerdem verbindet, warum Potsdam die beliebteste Auswärtsfahrt ist und welche Ziele die jungen Talente für die Zukunft haben, verraten uns die beiden im exklusiven Doppelinterview.

Lea, Patricia, ihr teilt euch bei Auswärtsspielen ein Hotelzimmer – beschreibt doch mal den Ablauf nach Check-In im Hotel, habt ihr eine besondere Routine, was gibt es zu essen, wann geht ihr schlafen?

Lea: Nach der Ankunft im Hotel beziehen wir meistens erstmal das Zimmer, dann gibt es etwas zu Essen und je nach Uhrzeit eine Aktivierung oder noch ein komplettes Volleyballtraining. Oft kommt dann noch eine Stunde Videoanalyse dazu und dann ist der Tag ganz gut ausgelastet. Wir versuchen vor dem Spieltag immer zeitig im Bett zu sein, um 23.00 Uhr ist das Licht aus.

Patricia:  Zum Essen geht es meistens ans Buffet – da ist dann für jeden etwas dabei, Kohlenhydrate und Gemüse aber auch mal ein Nachtisch, da ist unser Co-Trainer Martin immer der schnellste 😉

 

Frage 2: Über welche Themen redet ihr, wenn die Tür geschlossen ist? Geht’s da viel um Volleyball?

Lea: Eher weniger, wir versuchen schon bewusst mal über etwas anderes zu sprechen, viel Privates und auch das Thema Jungs wird ausgiebig besprochen, typisch Mädchen eben.

Patricia: Wir tauschen uns natürlich über das Training aus und diskutieren das anstehende Spiel, aber sprechen auch viel über unseren normalen Alltag, unsere Familie, Freunde und alles, was uns bewegt.

 

Frage 3: Man entwickelt doch sicher über die Saison hinweg eine besondere Verbindung, beschreibt mal Euren Zimmerpartner in 4 Worten:

Patricia: Puh, 4 Adjektive sind schwierig. Zu Lea fällt mir als erstes sympathisch ein. Wir haben immer etwas zu Lachen und ich kann mit ihr über alles sprechen. Wir haben ein sehr vertrautes Verhältnis

Lea: Patti ist sehr offen, ehrlich, fröhlich und ein lebensfroher Mensch.

 

Frage 4: Ihr seid, allein in der Hauptrunde der Bundesliga, über 12.000 km mit dem Bus unterwegs – wie verbringt ihr die Zeit?

Lea: Ich nehme mir immer vor, produktiv zu sein und zumindest am Anfang der Fahrt etwas für die Uni zu machen. Dann gibt es meistens einen Mittagsschlaf oder einen Film, Musik hören, Buch lesen. Manchmal sitzen wir auch einfach eine Stunde und erzählen miteinander.

Patricia: Oft telefonieren wir auch mit Freunden oder Familie, dazu kann man die Zeit super nutzen. Und gesnackt wird natürlich auch!

 

Frage 5: Wie geht ihr mit Auswärtsniederlagen um, bei Heimspielen hat man ja oft Freunde und Familie dabei und kann schnell nachhause, auswärts sitzt man stundenlang im Bus?

Patricia: Meistens essen wir direkt nach dem Spiel und dann gibt es entweder in der Halle oder im Bus eine Besprechung. Danach geht dann jeder unterschiedlich mit der Situation um. Entweder man geht das Spiel für sich nochmal durch oder diskutiert es in der Gruppe gemeinsam. Eigentlich finde ich es schön, wenn man bei Auswärtsfahrten nach dem Spiel zusammensteht, egal ob Sieg oder Niederlage, man geht da gemeinsam durch und nicht allein. Bei Heimspielen geht jeder schnell seinen eigenen Weg.

Lea: Jeder hat sein eigenes Rezept, es gibt die Teamkolleginnen, die das Spiel noch gemeinsam auswerten, andere lenken sich mit einem Film ab oder telefonieren mit zuhause. So kriegt man die Rückfahrt schnell rum.

 

Frage 6: Habt ihr eine Lieblingsauswärtsfahrt? Und warum?

Lea: Potsdam, das liegt zum einen an der kurzen Fahrzeit aber vor allem an dem leckeren Milchreis, den es dort im Hotel immer zum Nachtisch gibt, darauf freue ich mich jedes Mal.

Patricia: Beim Milchreis schließe ich mich an, aber es liegt auf der Hand, dass meine Lieblingsfahrt, die nach Dresden ist. Dort bin ich zuhause und freue mich, wenn ich meine Familie sehen kann.

 

Frage 7: Genug zu den Auswärtsreisen des SSC – wohin soll Euch Eure ganz persönliche Zukunftsreise führen?

Lea: Ich möchte gern den Blick auf das Studium nicht verlieren und so schnell wie möglich meinen Bachelor machen. Sportlich will ich beim SSC den Schritt in Richtung Starting Six schaffen und den Fokus ganz auf Schwerin legen.

Patricia: Ich möchte dieses Jahr nutzen, um weiterhin viel zu lernen und von dem hohen Trainingsniveau und der Professionalität hier zu profitieren. Es kann natürlich sein, dass ich, um mehr Spielanteile zu bekommen, hier weggehen und anderswo Erfahrung sammeln muss. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, immer wieder nach Schwerin zurückzukommen, da ich mich hier sehr wohl fühle. Nebenbei habe ich ein Psychologie-Studium angefangen und merke, dass es mir sehr guttut, etwas Neues zu lernen, was nichts mit Volleyball zu tun hat.

 

Frage 8: Und wohin geht der nächste Urlaub?

Lea: Eigentlich haben wir vor nicht allzu langer Zeit darüber gesprochen, auch einmal zusammen Urlaub zu machen. Vielleicht außerhalb von Europa, Bali oder so.

Patricia: Ich könnte mir einen Urlaub am Meer super vorstellen, in netter Gesellschaft – und im Doppelzimmer mit Lea natürlich.