Die Volleyball Bundesliga (VBL) folgt der Entscheidung des Europäischen Volleyball Verbands (CEV) und übernimmt weitere Regeltests. Die zusätzlichen Regelungen gelten ab dem 09. Oktober in allen Wettbewerben der VBL.
Die weitreichendste der international getesteten Änderungen betrifft die Deckenberührung. Berührt der Ball nach der ersten oder zweiten Ballberührung eines Teams die Decke oder einen anderen festen Gegenstand oberhalb der Spielfläche und bleibt anschließend auf der eigenen Seite spielbar, darf der Ballwechsel fortgesetzt werden. Prallt er hingegen in die gegnerische Spielfläche zurück, ist er „aus“.
Diese Änderung folgt der vom Weltverband FIVB verfolgten Spielphilosophie „Let the ball fly“: Der Ball soll länger im Spiel bleiben und spektakuläre Rettungsaktionen sollen möglich sein. Die VBL hat sich entschieden, die Regelung einzuführen und ihre Auswirkungen im Spielbetrieb aufmerksam zu beobachten. Besonderes Augenmerk gilt dabei den unterschiedlichen Deckenhöhen und Deckenkonstruktionen der Hallen, die beeinflussen können, wie häufig und in welchen Situationen die Regel zum Tragen kommt. Die bisherigen internationalen Erfahrungen sind nur bedingt übertragbar: Während in offiziellen FIVB-Wettbewerben ein freier Spielraum von mindestens 12,5 Metern vorgeschrieben ist, sind es in der 2. Bundesliga nur mindestens 7 Meter.
Zu den weiteren Regeltests gehört die Erhöhung der Anzahl der Spieler:innenwechsel. Statt sechs sind nun acht Spieler:innenwechsel pro Satz möglich. Alle anderen Festlegungen zu Wechseln bleiben unberührt. Die Zusammensetzung der Mannschaften wird weiter liberalisiert. Innerhalb der 14er-Mannschaftsliste sind die Mannschaften am Spieltag frei darin, zwei, einen oder keinen Libero zu benennen. Schiedsrichter:innen beenden zukünftig klare (Fehler-)Situationen nicht mehr mit einem Pfiff, sondern zeigen nur das entsprechende Handzeichen. Dies betrifft folgende Situationen: Der Ball landet eindeutig im Feld oder außerhalb des Feldes, überquert nicht die Netzebene nach einem Aufschlag oder nach einer eindeutigen Blockberührung landet der Ball zweifelsfrei außerhalb des Spielfeldes.
Um Verletzungsrisiken zu reduzieren, werden separate Aufschlagzeiten für die Teams angewandt. Die letzten drei Minuten des offiziellen Erwärmens am Netz sind für Aufschläge vorgesehen – jeweils 90 Sekunden lang steht jedem Team das gesamte Spielfeld dabei zur Verfügung. Trainer:innen in der 1. Bundesliga dürfen zur Erläuterung von Challenge-Anträgen zukünftig mit dem Schiedsgericht sprechen.
„Mit der Entscheidung der CEV gibt es nun eine Grundlage für die weitere Umsetzung der internationalen Regeltests. Wir haben uns mit den Clubs ausgetauscht, ob und inwieweit kurz vor Saisonstart der 1. Bundesligen und im bereits laufenden Spielbetrieb der 2. Bundesligen solche Änderungen vertretbar sind. Unter der Maßgabe der Wettbewerbsneutralität haben wir entschieden, die Anpassungen zeitnah, einheitlich und in allen Wettbewerben der VBL umzusetzen“, erklärt Daniel Sattler, Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga.
Die bereits zum Saisonstart eingeführten Regeltests zur Technikbeurteilung von Angriffsbällen, Positionsfehlern zum Zeitpunkt des Aufschlags sowie zur Challenge in den 1. Bundesligen bleiben bestehen.
Bei sämtlichen Anpassungen handelt es sich ausdrücklich um Regeltests und nicht um allgemeingültige Änderungen der offiziellen Volleyballregeln. Die Regeltests finden ab dem 09. Oktober im gesamten Spielbetrieb der Volleyball Bundesliga sowie im Zoi DVV-Pokal ab der Qualifikationsrunde Anwendung. Mit Ausnahme der Deckenberührung werden die Testungen bereits am 03. Oktober im Thüringer Wald Supercup 2026 angewendet. Die Dritten Ligen und tieferen Spielklassen sowie die Jugendwettbewerbe von DVV und Landesverbänden bleiben davon unberührt.





