Gleich zum Auftakt der Saison 2026/27 wartet auf den SSC Palmberg Schwerin eine anspruchsvolle Aufgabe. Am Samstag gastiert das Team von Cheftrainer Felix Koslowski bei den Ladies in Black Aachen. Die besondere Atmosphäre im stimmungsvollen Aachener Hexenkessel macht das Auswärtsspiel traditionell zu einer Herausforderung. Dass dort auch gegen Schwerin etwas möglich ist, bewies Aachen bereits im vergangenen Play-off-Viertelfinale: Vor heimischem Publikum setzten sich die Gastgeberinnen mit 3:1 durch und erzwangen damit den Ausgleich in der Best-of-three-Serie. Im entscheidenden dritten Spiel behielt der SSC anschließend mit einem 3:0 die Oberhand und zog in die nächste Runde ein.
Für zusätzliche Spannung sorgt zum Saisonstart eine neue Regelung, die sich unmittelbar auf das Spielgeschehen auswirken könnte. Im Rahmen der Regeltests der Volleyball Bundesliga darf ein Ball nach einer Deckenberührung weitergespielt werden, sofern er nach dem ersten oder zweiten Ballkontakt eines Teams auf der eigenen Spielfeldseite spielbar bleibt. Gerade in der vergleichsweise flachen Aachener Halle könnte diese Neuerung für ungewöhnliche Ballwechsel und spektakuläre Rettungsaktionen sorgen. SSC-Zuspielerin Hanna Kohn erwartet deshalb ein abwechslungsreiches und auch für die Zuschauer unterhaltsames Spiel.
Bei den Ladies in Black wurden die Karten im Sommer personell neu gemischt. Trainerin Mareike Hindriksen musste mehrere Leistungsträgerinnen verabschieden, darunter Corina Glaab, Kacey Jost und Lea Ambrosius. Auch auf weiteren Positionen hat sich der Kader verändert. Mit Neuzugängen wie der niederländischen Diagonalangreiferin Rosa Entius, die vom Dresdner SC nach Aachen wechselte, und der Mittelblockerin Veronika Djokic haben die Gastgeberinnen neue Qualität hinzugewonnen. Zuspielerin Marit Zander soll das Spiel lenken, während die ehemalige Schweriner Libera Florien Reesink für Stabilität in der Annahme und Abwehr sorgen soll. Auf der Außenposition gehören Tsvetelina Ilieva und Zoi Mavrommatis Lopez weiterhin zum Aachener Aufgebot.
Die Generalprobe vor heimischem Publikum verlief vielversprechend: Beim NetAachen Net’s Open überzeugten die Ladies in Black mit einem 4:0 gegen Draisma Dynamo Apeldoorn. Entsprechend selbstbewusst dürfte das Aachener Team in den Saisonauftakt gehen. Der SSC wird sich auf eine kämpferische Mannschaft einstellen müssen, die vor den eigenen Fans mit viel Energie auftreten und den Favoriten unter Druck setzen möchte.
Auch beim SSC Palmberg Schwerin gab es im Sommer Veränderungen. Mit Blick auf den Saisonstart wird die personelle Situation allerdings zusätzlich durch Verletzungen erschwert. Außenangreiferin Lauren Rumel fällt nach einer schweren Knieverletzung für die gesamte Saison aus. Diagonalangreiferin Mia Kirchhoff ist aufgrund von Schulterproblemen voraussichtlich ebenfalls noch nicht voll einsatzfähig. Deshalb kommt der neu verpflichteten US-Amerikanerin Devyn Robinson auf der Diagonalposition früh eine wichtige Rolle zu. Mit ihrer Durchschlagskraft im Angriff konnte sie in der Vorbereitung bereits auf sich aufmerksam machen.
Ebenfalls aus den USA verstärkt Mittelblockerin Breanna Kelley den Schweriner Kader. Die Nationalspielerinnen Ariadna Priante (Spanien) und Britt Rampelberg (Belgien) haben den SSC im Zuspiel und auf der Liberaposition verstärkt. Mit Livia König rückt zudem eine Spielerin aus der zweiten Liga in den Erstliga-Kader und erhält die Chance, sich auf höchstem Niveau zu zeigen. Auch Celina Kleemann aus dem eigenen Nachwuchs gehört zu den neuen Gesichtern im Bundesliga-Aufgebot.
Die Stimmung innerhalb der Mannschaft stimmt unterdessen zuversichtlich. Kapitänin Anne Hölzig beschreibt das Teamklima als positiv und motivierend. Die Neuzugänge hätten sich gut integriert und seien bereits ein wichtiger Teil der Mannschaft geworden. Nach einer intensiven Vorbereitung mit neun Testspielen möchte der SSC nun auch im ersten Pflichtspiel überzeugen.
Trotz der anspruchsvollen Auswärtsaufgabe ist das Ziel für den SSC klar: Mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung, druckvollen Aufschlägen und konsequentem Angriffsspiel wollen die Schwerinerinnen erfolgreich in die neue Saison starten. Dafür wird es wichtig sein, sich von der Atmosphäre in Aachen nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und auch in längeren, unorthodoxen Ballwechseln die Ruhe zu bewahren.
Ein gelungener Auftakt wäre nicht nur ein wichtiger Schritt in der noch jungen Saison, sondern würde auch Selbstvertrauen für die nächste Aufgabe geben: Im ersten Heimspiel wartet mit dem Dresdner SC am kommenden Mittwoch direkt der nächste anspruchsvolle Gegner.





