Keine Halloween-Überraschung für den SSC Palmberg Schwerin: Im 123. Bundesliga-Duell mit dem USC Münster setzten sich die Gastgeberinnen souverän mit 3:0 (25:12, 25:19, 25:20) durch und bleiben damit in der Liga weiter ungeschlagen. Nach einem dominanten Auftaktsatz musste Schwerin im zweiten und dritten Durchgang mehr Gegenwehr überwinden, behielt jedoch in den entscheidenden Phasen die Nerven. Vor knapp 1.900 Zuschauern machte der SSC den nächsten Heimsieg perfekt.
Der SSC Palmberg Schwerin erwischte im Klassiker gegen den USC Münster einen guten Start und ging zunächst mit 3:1 in Führung. Beide Mannschaften zeigten sich von Beginn an aufmerksam in der Abwehr und lieferten sich intensive Ballwechsel. Auch die Video-Challenge kam auf beiden Seiten früh zum Einsatz und sorgte mehrfach für richtige Entscheidungen. Nach einem zunächst ausgeglichenen Beginn gelang es den Gastgeberinnen, sich mit druckvollen Aufschlägen und cleveren Angriffslösungen abzusetzen. Eine erfolgreiche Schweriner Challenge brachte beim 12:7 einen weiteren Punkt, kurz darauf erhöhte Devyn Robinson auf 13:7 und zwang Münsters Trainer Mathias Pack zur Auszeit. Vor allem der Schweriner Block durch Gerritsen und ten Brinke bereitete den Gästen zunehmend Probleme und unterband zahlreiche Angriffsversuche. Münster hielt zunächst an seiner Startformation fest, ehe Pack beim 19:10 erneut zur Auszeit griff. Erst beim 21:11 folgten mit Heil und Tischer die ersten Wechsel auf Münsteraner Seite. Schwerin blieb unterdessen dominant und entschied auch die bis dahin längste Rallye durch Jet Kok für sich. Beim 22:11 nahm Felix Koslowski einen Dreifachwechsel vor: Finnja Frommann, Breanna Kelley und Ariadna Priante kamen für Kok, Hannah Kohn und Robinson. Den Schlusspunkt setzte schließlich ein weiterer Schweriner Block zum deutlichen 25:12.
Nach dem deutlichen Auftaktsatz entwickelte sich der zweite Durchgang zunächst deutlich ausgeglichener. Zuspielerin Hannah Kohn setzte ihre Angreiferinnen variabel in Szene und fand dabei immer wieder erfolgreiche Lösungen. Besonders Devyn Robinson punktete mit Angriffen aus dem Hinterfeld, mit denen die Münsteraner Abwehr sichtlich Schwierigkeiten hatte. Auch die Schweriner Mittelblockerinnen kamen regelmäßig zum Zug, da die stabile Annahme einen guten Spielaufbau ermöglichte. Münster hielt dagegen und blieb vor allem über Diagonalangreiferin Isabel Zimmerman und Außenangreiferin Elena Kömmling bis zum 11:10 in Schlagdistanz. Für Diskussionen sorgte anschließend eine strittige Situation am Netz: Nachdem Münsteraner Spielerinnen einem Overpass der Schwerinerinnen im Weg gestanden hatten, beriet sich das Schiedsgericht ausführlich mit beiden Trainern und Kapitänen und entschied schließlich auf Punkt für den SSC. Die Gastgeberinnen nutzten den Moment und setzten sich auf 15:11 ab. Doch Münster bewies, warum es zu den Spitzenteams der Liga gehört: Zuspielerin Emilia Jordan punktete selbst am Netz und brachte ihr Team mit zwei Assen auf 15:14 heran. Felix Koslowski reagierte mit einer Auszeit. Die Gäste fanden zunehmend bessere Lösungen im Angriff und gingen beim 16:18 mit 2 Zählern in Führung. Schwerin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Zwei Asse von Kapitänin Anne Hölzig leiteten die Wende ein, anschließend legte der SSC eine Serie von fünf Punkten nach und zog auf 21:18 davon. Hölzig blieb am Aufschlag und brachte ihr Team bis auf 24:19 an den Satzgewinn heran. Nach einem abgepfiffenen Tip von Robinson beendete schließlich ein Aufschlagfehler Münsters den Durchgang zum 25:19. Damit ging auch der zweite Satz an Schwerin.
Nach dem starken Endspurt im zweiten Satz und einer gruseligen Halloween-Pausenshow ging es in den dritten Durchgang, in dem zunächst der USC Münster besser ins Spiel fand und mit 6:4 in Führung ging. Schwerin kämpfte sich jedoch zurück: Zwei starke Rettungsaktionen von Libera Britt Rampelberg ermöglichten den Gastgeberinnen den Ausgleich zum 7:7. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, in der beide Teams mit viel Risiko im Aufschlag agierten und dadurch immer wieder Punkte, aber auch vermeidbare Fehler produzierten. Als sich auf Schweriner Seite einige Unstimmigkeiten einschlichen und Münster mit einem Ass auf 14:11 davonzog, nahm Felix Koslowski eine Auszeit. Die Gastgeberinnen ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen und kämpften sich mit starken Reflexen von Britt Rampelberg und Hannah Kohn sowie großem Einsatz in der Abwehr zurück. Angefeuert von knapp 1.900 Zuschauern gelang beim 17:17 der Ausgleich. In dieser Phase fand Schwerin auch zu seiner Blockstärke aus dem ersten Satz zurück und übernahm wieder die Kontrolle. Spektakuläre Abwehraktionen und lange Ballwechsel sorgten für beste Derby-Atmosphäre, während das Publikum seine Mannschaft spürbar nach vorn trug. Mit drei Punkten in Serie setzte sich der SSC auf 19:17 ab und baute den Vorsprung weiter aus. Ein gemeinsamer Block von Marije ten Brinke und Helena Kok zum 23:19 zwang Münster zur letzten Auszeit. Schwerin ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen, erspielte sich mehrere Matchbälle und verwandelte schließlich den entscheidenden Punkt zum 25:20. Damit machte der SSC den 3:0-Heimsieg im 123. Bundesliga-Duell gegen Münster perfekt.
Zitat Britt Rampelberg: „Das Spiel war nicht so deutlich, wie es das Ergebnis am Ende vermuten lässt. Es war ein hartes Stück Arbeit, Münster ist immer besser ins Spiel gekommen, aber ich bin überglücklich, dass wir es am Ende für uns entscheiden konnten.“
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Devyn Robinson, Suus Gerritsen, Anne Hölzig, Jet Kok, Marije ten Brinke, Hannah Kohn. Libera: Britt Rampelberg
Starting Six USC Münster: Leana Zuvic, Diane Seybering, Isabel Zimmerman, Elena Kömmling, Esther Spöler, Emilia Jordan. Libera: Pippa Molenaar





