Schwerin siegt 3:1 gegen Aufsteiger Hamburg

Vor stimmungsvoller Kulisse in der CU Arena lieferten die ETV Hamburger Volksbank Volleys dem favorisierten SSC Palmberg Schwerin im TV-Spiel der Woche einen intensiven und phasenweise offenen Schlagabtausch. Während die Aufsteigerinnen mutig auftraten und sich mit einem starken dritten Satz belohnten, setzte sich Schwerin dank variabler Aufstellung, druckvoller Aufschläge und konsequenter Blockarbeit letztlich mit 3:1 durch. Besonders Jet Kok prägte die Partie und führte den SSC zum Auswärtssieg.

In stimmungsvoller Atmosphäre in der CU Arena erwischten die ETV Hamburger Volksbank Volleys vor 1.500 Zuschauern den besseren Start. Die Gastgeberinnen agierten von Beginn an mutig und aggressiv und profitierten dabei auch von einigen Ungenauigkeiten auf Schweriner Seite, sodass die ersten Punkte an die Aufsteigerinnen aus Hamburg gingen. Der SSC Palmberg Schwerin, der nach dem Champions-League-Auftritt gegen Plovdiv auf allen Positionen rotierte, benötigte zunächst etwas Zeit, um in die Partie zu finden. Bis zur 7:4-Führung für Hamburg bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen, ehe Schwerins Zuspielerin Jet Kok mit einer starken Aufschlagserie das Spiel kippte und den Ausgleich zum 7:7 herstellte. Zwar reagierte Hamburg mit einer Auszeit, doch ein direkt folgendes Ass von Kok brachte dem SSC erstmals die Führung. In der Folge stabilisierten sich die Gäste vor allem im Block und im eigenen Angriff, wo Vos und van Clewe immer wieder Akzente setzten. Dennoch blieb Hamburg dran, nutzte die Blockhände der Schwerinerinnen geschickt und ließ die Favoritinnen nicht entscheidend davonziehen. Erst zu Beginn der Crunchtime sorgte erneut eine druckvolle Aufschlagserie von Jet Kok für die Vorentscheidung. Hamburgs Annahme geriet ins Wanken, Schwerin setzte sich auf 15:21 ab und ließ sich den Satzgewinn nicht mehr nehmen. Mit 16:25 entschied der SSC Palmberg Schwerin den ersten Durchgang souverän für sich.

Der zweite Satz begann ausgeglichen und war zunächst von längeren, intensiven Rallys geprägt. Anders als im ersten Durchgang entwickelte sich früh ein offener Schlagabtausch, ehe die Hamburgerinnen den Aufschlagdruck erhöhten und sich erstmals auf 7:4 absetzen konnten. Der SSC Palmberg Schwerin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, glich beim 8:8 aus und überraschte die Gastgeberinnen in der Folge immer wieder mit erfolgreich gespielten zweiten Bällen. Während bei den Gästen vor allem die Außenangreiferinnen Jet Kok und Anne Vos für die Punkte sorgten, war es auf Hamburger Seite Svea Fröbel, die bis dahin die meisten Zähler für ihr Team verbuchte. Zur Satzmitte gelang es Schwerin, sich auf 11:15 abzusetzen, doch ETV konterte noch einmal: Mit druckvollen Aufschlägen brachte Lina Köster die Aufsteigerinnen auf 14:15 heran. Schwerin reagierte mit dem Doppelwechsel und brachte Kohn und Kirchhoff ins Spiel. Auch Hamburg wechselte zur Satzmitte im Zuspiel und ließ mit Kathleen Weiß eine ehemalige Schwerinerin auflaufen. Ungeachtet dessen schalteten die Gäste anschließend erneut einen Gang höher. Über Gerritsen im ersten Tempo sowie Vos über die schnellen Bälle auf Außen baute der SSC den Vorsprung auf 17:22 aus. Hamburg zeigte Moral und verkürzte noch einmal auf 21:24, bevor Felix Koslowski sein Team in einer Auszeit au den letzten Ball der Partie vorbereitete. Den Schlusspunkt setzte Jet Kok, die den Satzball zum 21:25 verwandelte und dem SSC Palmberg Schwerin nach knapp einer Stunde Spielzeit auch den zweiten Durchgang sicherte.

Aus einem ausgeglichenen 2:2 zu Beginn des dritten Durchgangs erspielten sich die ETV Hamburger Volksbank Volleys eine 5:2-Führung. Der SSC Palmberg Schwerin tat sich in dieser Phase schwer, den eigenen Angriff konstant durchzubringen, und leistete sich zudem Fehler im Aufschlag sowie in der Annahme. Hamburg nutzte diese Schwächephase konsequent, wurde von der lautstarken Unterstützung in der CU Arena getragen und setzte sich weiter ab. Beim Stand von 11:6 reagierte Schwerins Cheftrainer Felix Koslowski mit einer Auszeit und justierte die Annahmepositionen seiner Mannschaft neu. Dennoch fanden die Gäste nur schwer in ihren Rhythmus. Zum Leidwesen der mitgereisten Schweriner Fans scheiterte Anna Artyshuk mehrfach am gut organisierten Hamburger Block, sodass Koslowski beim Stand von 16:12 erneut auf den Doppelwechsel zurückgriff. Die Gastgeberinnen ließen sich davon jedoch nicht beirren, hielten ihre Vier-Punkte-Führung auch über die Satzmitte hinaus und entschieden mit dem Punkt zum 18:13 zudem den bis dahin längsten Ballwechsel des Abends für sich. Schwerin reagierte nochmals mit einer Auszeit und brachte Kapitänin Anna Hölzig für Iris Vos, um in dieser intensiven Phase der englischen Wochen einen vierten Satz zu vermeiden. Doch Hamburg präsentierte sich nun vor allem am Netz äußerst präsent. Mit starken Blocks stoppten die Volleys sowohl Hölzig als auch Gerritsen in der entscheidenden Phase und erspielten sich fünf Satzbälle. Ein Block an der Antenne besiegelte schließlich den Satzgewinn – mit 25:20 entschieden die ETV Hamburger Volksbank Volleys den dritten Durchgang für sich.

Nach dem Satzverlust entschied sich der SSC Palmberg Schwerin, mit Anne Hölzig, Hannah Kohn und Mia Kirchhoff weiterzuspielen, und ging damit in veränderter Formation in den vierten Satz des TV-Spiels der Woche. Vor allem die Aufschläge von Hannah Kohn setzten früh Akzente und sorgten für die erste 1:3-Führung der Gäste. Auch Kapitänin Anne Hölzig unterstrich ihre Präsenz direkt im Anschluss mit einem Ass zum 2:6. Das neu formierte Schweriner Team agierte nun deutlich stabiler, behielt dank konsequenter Angriffe von Jet Kok und Hölzig sowie viel Geduld im Spielaufbau die Kontrolle über den Satz. Zwar gelangen den Hamburgerinnen mit der Erfahrung von Kathleen Weiß im Zuspiel immer wieder sehenswerte Aktionen, doch Schwerin behauptete konsequent den Vorsprung. Mit hoher Aggressivität im Block ließen die Gäste keine Hoffnung mehr aufkommen und setzten sich deutlich auf 11:20 ab. In der Schlussphase drückte schließlich Mia Kirchhoff dem Durchgang mit einer starken Aufschlagserie ihren Stempel auf, während Hamburg im eigenen Angriff kaum noch Lösungen fand. Jet Kok verwandelte den Matchball zum 11:25 und setzte damit den Schlusspunkt unter eine intensive Partie. Als wertvollste Spielerin des Abends wurde Finnja Frommann mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet. Die Aufsteigerinnen aus Hamburg lieferten dem SSC Palmberg Schwerin über weite Strecken einen sehenswerten Kampf, während die stimmungsvolle CU Arena für starke TV-Bilder und eine besondere Atmosphäre sorgte – auch für die zahlreich mitgereisten Fans.

Starting Six ETV Hamburger Volksbank Volleys: Konjer – Frobel – Thaden – Köster – Krams – Dittmann – Stiritz

Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Frommann – Jaksetic – Vos – Kok – Artyshuk – van Clewe – Gerritsen

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