In einer intensiven und phasenweise hochdramatischen Begegnung setzte sich Schwerin vor heimischer Kulisse mit 3:0 gegen den Pokalsieger aus Suhl durch. Nach einem nervenaufreibenden ersten Satz, der erst in der Verlängerung entschieden wurde, dominierten die Gastgeberinnen die folgenden Durchgänge zunehmend. Mit druckvollem Aufschlagspiel, starker Blockarbeit und großer Variabilität im Angriff sicherte sich Schwerin drei wichtige Punkte für die Abschlusstabelle der Hauptrunde.
Vor einer gut gefüllten PALMBERG ARENA erwischten die Gäste aus Suhl den besseren Start in die Partie und setzten sich mit viel Druck im eigenen Angriff früh auf 3:6 ab. Doch Schwerin steigerte sich schnell, punktete vor allem über die Mittelblockerinnen, überzeugte mit starken Blockaktionen und druckvollen Aufschlägen und drehte den Spielstand zur 11:9-Führung. Der Coach der frisch gebackenen Pokalsiegerinnen sah sich aufgrund von Abstimmungsproblemen in der Annahme bereits früh zu zwei Auszeiten gezwungen. Diese zeigten Wirkung: Suhl glich zum 12:12 aus und übernahm nach guten Aufschlägen von Dotson wieder die Führung. Beide Teams gingen im Aufschlag ein hohes Risiko, was jedoch zu zahlreichen Fehlern auf beiden Seiten führte. Entwickelten sich die Ballwechsel hingegen etwas länger, lieferten sich die Mannschaften sehenswerte Abwehraktionen und intensive Rallyes. Die Crunchtime begann auf Augenhöhe beim Stand von 20:20 und setzte sich über 23:23 fort, ehe sich Schwerin dank eines Blocks von ten Brinke und Kirchhoff den ersten Satzball erspielte. Suhl wehrte diesen ab und so sollte es weitergehen. In der Folge erspielten sich nämlich beide Teams im Wechsel weitere Satzbälle, während die PALMBERG ARENA Kopf stand und gespannt auf die Entscheidung wartete. Die unglaublich spannende Schlussphase des ersten Durchgangs gipfelte schließlich im 37:35-Satzgewinn der Gastgeberinnen – ein Krimi, als ginge es bereits um die Deutsche Meisterschaft.
Auch im zweiten Satz blieb die Anfangsformation unverändert, und erneut begegneten sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe. In der Anfangsphase punkteten vor allem die Diagonalangreiferinnen beider Mannschaften. Schweriner Aufschlagfehler hielten Suhl immer wieder im Spiel, doch eine starke Aufschlagserie von Anne Hölzig leitete den entscheidenden Zwischenspurt zum 12:6 ein. Im Angriff überzeugten insbesondere Jet Kok und Mia Kirchhoff mit hoher Durchschlagskraft, doch auch die Schweriner Mittelblockerinnen setzten immer wieder wirkungsvolle Akzente. Dank einer stabilen Abwehrleistung und großem Zugriff im Block baute das Team aus Schwerin seinen Vorsprung kontinuierlich aus und zog auf 18:9 davon. In der Folge dominierte Schwerin den Durchgang nahezu nach Belieben. Mit einem klaren 25:13 sicherten sich die Gastgeberinnen auch Satz zwei. Nach dem spielfreien Wochenende präsentierten sich die Schwerinerinnen kraftvoll und konzentriert, während Suhl in diesem Abschnitt kaum etwas entgegenzusetzen hatte.
Mit dem Rücken zur Wand startete Suhl aggressiv in den dritten Satz, setzte Schwerin mit platzierten Aufschlägen unter Druck und ging mit 1:3 in Führung. Doch auch Hannah Kohn stellte kurz darauf mit einem Ass ihre Qualitäten von der Grundlinie unter Beweis, sodass Schwerin beim 6:6 den Ausgleich herstellte. Strittige Entscheidungen des Schiedsgerichts fielen zugunsten der Gäste aus und ließen die Stimmung in der PALMBERG ARENA zunehmend hitziger werden.
Mit viel Präsenz am Netz erarbeitete sich Schwerin anschließend Vorteile: Blocks von Kok und ten Brinke sowie wuchtige Angriffe von Gerritsen sorgten für eine 14:12-Führung. Hannah Kohn setzte an diesem Abend ihre Mittelblockerinnen mit präzisen Zuspielen immer wieder wirkungsvoll in Szene – bereits nach zweieinhalb Sätzen standen diese bei beeindruckenden 15 Angriffspunkten. Doch Suhl hielt dagegen und punktete zuverlässig über Brancuska und Foley. Eine starke Aufschlagserie von Marije ten Brinke brachte Schwerin schließlich mit 22:19 in eine aussichtsreiche Position. Nach einem Übertritt von Brancuska stand knapp eineinhalb Stunden nach Spielbeginn der erste Matchball für die Gastgeberinnen auf der Anzeigetafel. Mit einem entschlossenen Angriff zum 25:21 besiegelte Jet Kok, die spätere MVP des Abends, den dritten Durchgang. Schwerin sicherte sich damit drei wichtige Punkte für die Abschlusstabelle der Hauptrunde gegen den Pokalsieger aus Mannheim.
Starting Six VfB Suhl Lotto Thüringen: Sambale – Laakkonen – Nagels – Foley – Dotson – Berger – Brancuska
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Hölzig – Kok – Kirchhoff – Gerritsen – ten Brinke





