In einem hochklassigen Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga lieferten sich SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart ein packendes Duell über fünf Sätze. Nach hart umkämpften Durchgängen setzte sich Stuttgart im entscheidenden Tiebreak durch. Damit rutschte Schwerin auf den dritten Tabellenplatz nach Abschluss der Hauptrunde und spielt nun im Play-Off Viertelfinale am kommenden Samstag, den 21.03.2026 gegen die Ladies in Black aus Aachen.
Das Topspiel des letzten Spieltags der Volleyball Bundesliga der Frauen begann in einer ausverkauften Palmberg Arena mit hochklassigen Aktionen auf beiden Seiten. Weder der SSC Palmberg Schwerin noch Allianz MTV Stuttgart ließ Nervosität erkennen – beide Teams starteten mit druckvollen Aufschlägen und konsequent ausgespielten Angriffen. Entsprechend ausgeglichen gestaltete sich die Anfangsphase des Satzes. Mit starken Blockaktionen verschaffte sich der SSC jedoch eine erste kleine Führung zum 8:6. Besonders Suus Gerritsen setzte mehrfach energisch am Netz nach und steuerte zudem wirkungsvolle Angriffe zum 11:8-Zwischenstand bei. Angetrieben vom lautstarken Publikum blieb Schwerin geduldig im Spielaufbau und zwang Stuttgart immer wieder zu spektakulären Abwehraktionen, die jedoch keinen kontrollierten Gegenangriff ermöglichten. Beim Stand von 12:8 reagierte Stuttgarts Trainer Konstantin Bitter mit einer Auszeit und brachte kurz darauf per Doppelwechsel Shaffmaster und Grote aufs Feld. Als der amerikanischen Zuspielerin anschließend ein Zuspiel auf Kapitänin Toni Stautz misslang, griff Bitter sofort zur nächsten Auszeit. Schwerin blieb derweil variabel und punktete aus nahezu allen Angriffspositionen. Mit einer zwischenzeitlichen Angriffsquote von 50 Prozent setzten sich die Gastgeberinnen deutlich ab und zogen auf 17:11 davon. Stuttgart reagierte mit einem weiteren Wechsel – Mogensen kam für Holthaus – und nahm auch den Doppelwechsel wieder zurück, doch eine echte Aufholjagd blieb aus. Mit einem Vorsprung von sechs Punkten ging Schwerin in die erste Crunchtime des Abends. Das Team um Zuspielerin Hannah Kohn blieb trotz der euphorischen Stimmung in der Halle konzentriert, spielte die Angriffe geduldig aus und erarbeitete sich beim Stand von 24:18 den ersten Satzball. Wenig später verwandelten die Gastgeberinnen diesen zum 25:19 und sicherten sich damit den ersten Durchgang gegen die Tabellenführerinnen aus Stuttgart.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst ein ähnlich ausgeglichener Beginn wie im ersten Durchgang. Erst ein Aufschlag-Ass von Mia Kirchhoff verschaffte dem SSC Palmberg Schwerin erstmals eine Zwei-Punkte-Führung. Der Druck der Gastgeberinnen nahm spürbar zu: Einen Stuttgarter Overpass verwandelte Marije ten Brinke am Netz konsequent, kurz darauf legte Kapitänin Anne Hölzig mit einem weiteren Ass zum 10:7 nach. Die Trainerbank von Allianz MTV Stuttgart reagierte umgehend mit einer Auszeit. Auch jetzt griff Stuttgart erneut zum Doppelwechsel, doch zunächst ließ sich Schwerin davon nicht aus dem Konzept bringen. Erst eine Aufschlagserie von Mogensen brachte die Gäste wieder näher heran. Dabei konnte insbesondere Varela mehrfach erfolgreich im Block zupacken, sodass der Vorsprung der Schwerinerinnen auf zwei Punkte zusammenschmolz. Doch Schwerin fand schnell wieder Antworten: Gute Aktionen von Anne Hölzig und Mia Kirchhoff am Netz sorgten dafür, dass die Gastgeberinnen Stuttgart beim Stand von 16:13 zunächst weiter auf Distanz halten konnten. Die starke Phase der Gäste war jedoch ein deutliches Warnsignal – schließlich ist Stuttgart nicht ohne Grund Tabellenführer und Pokalfinalist. Um auch den zweiten Satz für sich zu entscheiden, mussten die Schwerinerinnen weiterhin mit hoher Konstanz und Aggressivität agieren. Tatsächlich schlichen sich wenig später Angriffsfehler ins Schweriner Spiel ein, was Stuttgart zunächst den Ausgleich zum 16:16 und wenig später auch zum 19:19 ermöglichte. In der Folge entwickelte sich eine packende Schlussphase auf Augenhöhe. Zunächst prägten Punkte von Varela und Jet Kok die Crunchtime. Kok machte anschließend Platz für Iris Vos beim Aufschlag, doch an ihr lag es nicht, dass sich Stuttgart kurz darauf zwei Satzbälle erspielen konnte. Schwerin wehrte den ersten noch ab, doch als ein Block der Gastgeberinnen schließlich im Seitenaus auf Stuttgarter Seite landete, war der 23:25-Satzgewinn für die Schwäbinnen perfekt.
Im dritten Satz begann der SSC Palmberg Schwerin unverändert, während Allianz MTV Stuttgart mit Mogensen, Shaffmaster und Grote umstellte. Nach dem Stuttgarter Satzausgleich fand Schwerin – auch begünstigt durch einige unübersichtliche Spielsituationen – schnell in den Rhythmus und setzte sich mit einer starken Phase auf 7:4 ab. Da sich Stuttgart zudem einige Fehler leistete, bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung weiter aus: Ein Ass von Suus Gerritsen sowie ein erfolgreicher Angriff von Mia Kirchhoff sorgten sogar für das 9:4. Stuttgart reagierte erneut früh im Satz mit beiden Auszeiten, doch Schwerin blieb konsequent und erhöhte zunächst auf 10:4. Vor allem Lydia Grote brachte die Gäste mit einigen gelungenen Aktionen wieder etwas heran. Dennoch agierten die Gastgeberinnen weiterhin mutig im Angriff und hielten ihren Vorsprung stabil. Stuttgart wechselte daraufhin erneut auf der Außenposition und brachte Julia de Paula für Mogensen. Die Stuttgarterinnen, die in dieser Saison bislang nur eine Bundesliga-Niederlage gegen VfB Suhl Lotto Thüringen hinnehmen mussten, wirkten vom variablen Schweriner Spiel zunehmend unter Druck gesetzt. Ein Ass von Zuspielerin Hannah Kohn stellte auf 17:9. Zudem erarbeitete sich Schwerin dank einer aufmerksamen Abwehr immer wieder Chancen für eigene Angriffe, die an diesem Abend besonders von Jet Kok effizient genutzt wurden. Gelangen Stuttgart in dieser Phase einmal Sideouts, verhinderten eigene Aufschlagfehler häufig einen möglichen Stimmungsumschwung – Schwerin behauptete so die 19:11-Führung. Mit druckvollen Aufschlägen setzten die Gäste den Schweriner Annahmeriegel jedoch noch einmal unter Druck und verkürzten zunächst auf 22:17, später sogar auf 23:20, wodurch das Satzende noch einmal spannend wurde. Schwerin reagierte mit einer Auszeit, steckte jedoch zunächst in einer schwierigen Rotation fest. Neben dem erneuten Doppelwechsel brachte der SSC auch Leana Grozer für Kapitänin Anne Hölzig, die unter dem Jubel der Fans direkt punktete. Beim Stand von 24:21 erspielten sich die Gastgeberinnen schließlich den Satzball – und ein Block von Marije ten Brinke beendete nach der Stuttgarter Aufholjagd den dritten Durchgang mit 25:21 zugunsten des SSC.
Der vierte Durchgang begann aus Sicht des SSC Palmberg Schwerin zunächst ungewohnt unkonzentriert. Vor allem im Angriff fehlten Präzision und Konsequenz, sodass die Gastgeberinnen den Gästen aus Allianz MTV Stuttgart zu viele einfache Punkte ermöglichten. Stuttgart nutzte diese Phase konsequent aus und setzte sich früh mit 9:6 ab. Auch nach der Schweriner Auszeit blieb Toni Stautz am Aufschlag und brachte die Annahme der Gastgeberinnen mit einer starken Service-Serie weiter unter Druck. Selbst der frühe Doppelwechsel auf Schweriner Seite konnte den Lauf der Stuttgarterinnen zunächst nicht stoppen. Da der Schweriner Angriff weiterhin fehleranfällig blieb, baute Stuttgart seinen Vorsprung ohne großen eigenen Druck bis auf 14:6 aus. Trainer Felix Koslowski reagierte und brachte Leana Grozer für die bislang beste Punktemacherin Jet Kok, doch der Rückstand war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich. Auf Stuttgarter Seite überzeugte insbesondere Mogensen über die Außenposition mit mehreren erfolgreichen Angriffen, während Schwerin sich zunächst von diesem Zwischenspurt der Gäste erholen musste. Mit einem Vorsprung von zehn Punkten ging Stuttgart in die Schlussphase des vierten Satzes. Der Tabellenführer ließ nun nichts mehr anbrennen und spielte den Durchgang souverän zu Ende. Beim Stand von 25:12 für Stuttgart war der Satzausgleich perfekt. Damit ging das Spitzenduell des letzten Spieltags in den entscheidenden fünften Satz – zur Unterhaltung der Fans in der Halle sowie der Zuschauer an den Bildschirmen bei Sport1 und Dyn, die bis dahin bereits ein äußerst spannendes und wechselhaftes Spiel erlebt hatten.
Der entscheidende fünfte Satz begann auf Augenhöhe. Beim Stand von 3:3 deutete sich bereits an, dass beide Teams das Ende der Hauptrunde vor dem Start der Play-offs noch einmal mit höchstem Einsatz gestalten wollten. Die Spielerinnen des SSC Palmberg Schwerin suchten weiterhin mutig das Risiko im Angriff, leisteten sich dabei jedoch zunächst einige Fehler. Auf Seiten von Allianz MTV Stuttgart setzte vor allem Mogensen wieder entscheidende Akzente im Angriff. Beim letzten Seitenwechsel des Abends blockten sich die Gäste schließlich eine 8:5-Führung heraus, da dem Schweriner Angriff in dieser Phase die Durchschlagskraft aus den dominanten Sätzen eins und drei fehlte. Der SSC reagierte erneut mit dem Doppelwechsel und fand zunächst eine Antwort: Ein Block von Artyshuk und Marije ten Brinke brachte wichtige Punkte, ehe ten Brinke mit einem Ass auf 7:9 verkürzte. Doch Stuttgart blieb stabil. Besonders Antonia Stautz setzte die Schweriner Annahme mit druckvollen Aufschlägen unter Druck und erhöhte zunächst auf 11:7, wenig später sogar auf 13:7 für die Gäste. Erst ein erfolgreicher Diagonalangriff des SSC beendete die Aufschlagserie und brachte den wichtigen Sideout. Die eingewechselte Iris Vos sorgte anschließend mit einem Blockpunkt noch einmal für Hoffnung beim 9:13, bevor Stuttgart eine Auszeit nahm, um den Rhythmus der Gastgeberinnen zu unterbrechen. Am Ende behielt der Tabellenführer jedoch die Nerven: Mit 15:11 entschied Stuttgart den Tiebreak für sich und sicherte sich damit nach einem hart umkämpften Spiel den Sieg. Doch für das Team von Felix Koslowski bleibt nicht lang Zeit zum Trübsal blasen, denn schon am kommenden Samstag wartet mit den Ladies in Black aus Aachen der Tabellen Sechste im ersten Play-Off Viertelfinale.
Starting Six Allianz MTV Stuttgart: Bamba – Kästner – Koulberg – Stautz – Martin – Varela – Holthaus
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Kok – Hölzig – Kirchhoff – ten Brinke – Gerritsen





