Heimauftakt nach Maß

Der SSC Palmberg Schwerin hat sich am zweiten Spieltag der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen mit 3:1 gegen den Dresdner SC durchgesetzt. Nach einem souveränen Auftaktsatz entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der Dresden den zweiten Durchgang knapp mit 31:29 für sich entschied. Die Schwerinerinnen antworteten mit einer starken Reaktion im dritten Satz und bewiesen im engen Schlussdurchgang Nervenstärke. Vor mehr als 2.000 Fans in der PALMBERG ARENA machte ein gemeinsamer Block von Hannah Kohn und Suus Gerritsen den Heimsieg perfekt.

Vor lautstarker Kulisse startete der SSC Palmberg Schwerin gut in die Partie und setzte den Dresdner SC vor allem durch Devyn Robinson im Angriff früh unter Druck. Beim Stand von 8:4 nahm DSC-Trainer Alexander Waibl die erste Auszeit. Zwar verkürzten die Gäste durch Schweriner Angriffsfehler auf 11:8, doch eigene Aufschlagfehler verhinderten, dass Dresden weiter aufschließen konnte. Schwerins Diagonalangreiferin Robinson erhöhte auf 14:9 – vor den Augen ihrer Mutter und Großmutter, die eigens aus den USA angereist waren. Während Dresden nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitänin Patricia Nestler vor allem in Block und Abwehr zulegen musste, übernahm Neuzugang Britt Rampelberg in der Schweriner Annahme und Abwehr viel Verantwortung und auch der Schweriner Block packte im ersten Durchgang 4-mal zu. Die rund 20 mitgereisten Dresdner Fans sahen, wie Anne Hölzig mit sehenswerten Angriffen auf 20:14 erhöhte. Auch ein Wechsel auf der Diagonalposition brachte den Gästen nicht die erhoffte Wende. Den ersten Satzball verwandelte Robinson schließlich mit einem Ass zum 25:16.

Im zweiten Durchgang nahm der SSC Palmberg Schwerin den Schwung aus dem Auftaktsatz mit und ging schnell mit 4:1 in Führung. Dresdens Trainer Alexander Waibl reagierte früh mit einer Auszeit. Zwar verkürzten die Gäste zunächst auf 4:3, doch Devyn Robinson setzte Dresden mit druckvollen Aufschlägen unter Druck und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Schwerin den Vorsprung auf 9:3 ausbaute. Eine Aufschlagserie von Monique Strubbe brachte den Dresdner SC jedoch zurück ins Spiel. Mit guten Angriffslösungen von Lena Kindermann und Mackenzie Foley kämpften sich die Gäste heran und gingen beim 10:11 erstmals in diesem Durchgang in Führung. Es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, in dem Schwerin den Aufschlagdruck erhöhte und am Netz präsenter wurde. So setzte sich der SSC zwischenzeitlich auf 19:14 ab. Beim Stand von 21:17 ging es in die entscheidende Phase. Mit mutigen Angriffen, unter anderem von Jet Kok, erspielten sich die Schwerinerinnen eine 23:19-Führung. Doch die eingewechselte Rylen Reid brachte Dresden mit scharfen Aufschlägen zurück und sorgte für den 23:23-Ausgleich. Das Momentum wechselte auf die Seite der Gäste, die sich in der umkämpften Schlussphase Satzbälle erarbeiteten. Schwerin hielt dagegen und hatte beim 26:25 erstmals selbst die Chance, den Satz zu beenden. Doch auch diese Möglichkeit blieb ungenutzt. Es folgte ein nervenaufreibendes Hin und Her mit weiteren Satzbällen auf beiden Seiten, ehe Mette Pfeffer den Durchgang mit einem Ass zum 31:29 für Dresden entschied.

Schwerin begann den Durchgang mit Breanna Kelley, die bereits im zweiten Satz für Marije ten Brinke eingewechselt worden war. Nach dem knapp verlorenen zweiten Satz zeigten die SSC-Damen direkt eine starke Reaktion. Mit Hannah Kohn am Aufschlag setzte sich Schwerin durch druckvolle Aufschläge, starke Angriffe von Kapitänin Anne Hölzig und Dresdner Eigenfehler früh auf 6:0 ab. Dresden gelang zwar der Sideout, doch die Gastgeberinnen behielten zunächst die Kontrolle. Der Dresdner SC kämpfte sich anschließend Schritt für Schritt zurück und verkürzte den Rückstand auf 13:8. Nach einer Schweriner Auszeit kamen die Gäste weiter heran und machten es beim 17:15 spannend. Lange Ballwechsel prägten diese Phase, in der beide Teams um jeden Punkt kämpften. Mit starken Aktionen von Libera Britt Rampelberg und Kapitänin Hölzig hielt Schwerin dem Druck stand und entschied die entscheidenden Ballwechsel für sich. Zur Freude der mehr als 2.000 Fans in der PALMBERG ARENA blieb ein Déjà-Vu nach dem dramatischen Satzverlust aus. Der SSC fand zum Ende des Durchgangs zurück zu seiner Stärke, setzte sich mit drei Punkten in Serie ab und verwandelte den Satzball zum 25:19. Damit ging Schwerin in der Partie wieder mit 2:1 nach Sätzen in Führung.

Der vierte Satz begann ausgeglichen, ehe sich Dresden erstmals etwas absetzen konnte. Über 3:3 und 6:6 brachten Angriffe der eingewechselten Rylen Reid die Gäste mit 10:8 in Führung. Die Dresdner Außenangreiferin legte mit einem Ass zum 12:9 nach und zwang den SSC zur ersten Auszeit in diesem Durchgang. Schwerin leistete sich anschließend einige Fehler im eigenen Angriff, sodass Dresden zur Satzmitte beim 15:11 die Oberhand behielt. Um den Tiebreak im ersten Heimspiel der Saison zu verhindern, waren nun sowohl die Spielerinnen auf dem Feld als auch die mehr als 2.000 Fans auf den Rängen gefordert. Der SSC kämpfte sich auf 17:15 heran und zwang Dresdens Trainer Alexander Waibl zur Auszeit. Kapitänin Anne Hölzig wurde in dieser Phase von Hannah Kohn vermehrt gesucht und verkürzte auf 18:17. Suus Gerritsen packte am Netz zu und stellte den 19:19-Ausgleich her. Schwerin hatte den Rückstand aufgeholt und setzte Dresden zunehmend unter Druck. Punkt für Punkt ging es in eine spannende Schlussphase. Finnja Frommann kam für Jet Kok und unterstützte die Mannschaft in Annahme und Abwehr. Nach einem Dresdner Angriffsfehler erspielte sich Schwerin den ersten Matchball beim 24:22. Doch die Gäste wehrten sich und glichen zum 24:24 aus. Der SSC ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen: Ein Block von Hannah Kohn und Suus Gerritsen besiegelte schließlich den 26:24-Satzgewinn und damit den 3:1-Erfolg vor heimischem Publikum. Anne Hölzig krönte diesen Abend mit der goldenen MVP Medaille, die silberne Variante ging an Mackenzie Foley aus Dresden.

 

Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Devyn Robinson, Suus Gerritsen, Anne Hölzig, Jet Kok, Marije ten Brinke, Hannah Kohn. Libera: Britt Rampelberg

Starting Six Dresdner SC: Sarah Straube, Mackenzie Foley, Mette Marleen Pfeffer, Lena Kindermann, Jette Kuipers, Monique Strubbe. Libera: Emilia Schaarschmidt

 

Zitat Felix Koslowski: „Wir haben den ersten Satz gut gespielt und waren auch im zweiten Satz gut drin. Dann kam die starke Aufschlagserie von Reid, in der wir in einer ungünstigen Rotation standen. Da fehlt uns aktuell noch die Möglichkeit, mit einem Wechsel flexibel zu reagieren. Ab dem dritten Satz haben wir uns das Spiel aber wieder zurückgeholt. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass wir angefangen haben, über den möglichen Sieg nachzudenken, statt uns auf das Spiel zu konzentrieren. Dadurch haben wir auf sehr hohem Niveau ein paar unnötige Fehler gemacht. Dresden ist eine Top-Mannschaft, die alle taktischen Möglichkeiten nutzt und viel wechselt. Trotzdem haben wir das Spiel kontrolliert.“

 

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