Schwerin verliert nach hartem Kampf 1:3 in der Königsklasse

Im Hinspiel der Play-off-Runde der CEV Champions League traf SSC Palmberg Schwerin auf den türkischen Spitzenclub Zeren Spor Ankara. Schwerin präsentierte sich mutig, kämpferisch und spielte lange auf Augenhöhe, besonders in den ersten drei Sätzen mit sehenswerten Angriffen und starkem Block. Trotz starker Leistungen der jungen Schweriner Mannschaft behielt Ankara in den entscheidenden Momenten die Nerven und nutzte die Eigenfehler der Gastgeberinnen. Nach vier umkämpften Sätzen sicherte sich Ankara mit 3:1 den Sieg (25:21, 25:21, 21:25, 25:14).

Im Hinspiel der Play-off-Runde der CEV Champions League traf der SSC Palmberg Schwerin am Dienstagabend auf einen Hochkaräter aus der türkischen Liga, Zeren Spor Ankara. Die Gäste präsentierten sich von Beginn an auf höchstem Niveau, doch Schwerin agierte mutig, ideenreich und ließ sich vom übermächtig wirkenden Gegner keineswegs einschüchtern. Vor allem die druckvollen Angriffe aus dem Hinterfeld beeindruckten Ankara, sodass die Anfangsphase beim Stand von 7:6 völlig offen blieb. Auf Seiten der Türkinnen punkteten zunächst die Russinnen Gatina und Lazareva über Außen- und Diagonalposition, während Schwerin mit variablen Angriffen aus allen Zonen dagegenhielt. Besonders Jet Kok wurde von Zuspielerin Kohn immer wieder wirkungsvoll eingesetzt. Die Gäste aus Ankara, die am Wochenende noch das Spitzenteam Eczacıbaşı Istanbul bezwungen hatten, konnten sich in der Palmberg Arena bis zur Satzmitte nie um mehr als ein bis zwei Punkte absetzen — nicht zuletzt dank der lautstarken Unterstützung von den Rängen. Dann jedoch brachten ein druckvoller Aufschlag, eine intensiv umkämpfte Rallye zugunsten der Gäste sowie ein Schweriner Angriffsfehler Ankara erstmals deutlicher mit 16:19 in Führung, was die erste Auszeit des Abends durch Trainer Felix Koslowski nach sich zog. Ankara erhöhte anschließend auf fünf Punkte Vorsprung (18:23), ehe Schwerin noch einmal aufkam: Mia Kirchhoff sorgte mit einer starken Aufschlagserie dafür, dass ihr Team auf 21:23 verkürzen konnte. Am Ende behielten die Gäste jedoch die Nerven und entschieden den ersten Durchgang mit 25:21 für sich.

Der zweite Satz begann mit sehenswerten Ballwechseln und spektakulären Abwehraktionen auf beiden Seiten, in deren Verlauf sich der SSC Palmberg Schwerin zunächst einen kleinen Vorsprung zum 7:4 erarbeiten konnte. Endlich fand das Team um Kapitänin Anne Hölzig den nötigen Zugriff im Block und entschärfte mehrere wuchtige Angriffe der Türkinnen. Die Gäste von Zeren Spor Ankara reagierten umgehend mit einer Auszeit, doch Mia Kirchhoff baute die Führung auf 14:11 aus. Auch Libera Florien Reesink durfte sich in die Punkteliste eintragen, als ihr Ball überraschend zum 15:12 im gegnerischen Feld landete. Durch einige Unkonzentriertheiten auf Schweriner Seite gelang Ankara jedoch der Ausgleich zum 16:16. Auch nach der folgenden Auszeit blieben die Gäste am Drücker und setzten sich auf 16:18 ab. Schwerin antwortete mit einem Doppelwechsel — und der zeigte Wirkung: Mit druckvollen Aufschlägen von ten Brinke sowie konsequenten Angriffen von Artyshuk und Kok drehte das Heimteam den Spielstand auf 20:19. Doch Ankara schlug zurück, eroberte die Führung erneut und erhöhte auf 20:22. In der entscheidenden Phase spielte die Mannschaft aus der Türkei ihre ganze Routine aus, während sich Schwerin nach starkem Beginn vor allem durch eine zu hohe Eigenfehlerquote selbst ausbremste. Mit 21:25 ging schließlich auch der zweite Durchgang an die Gäste — trotz einer lange Zeit völlig ausgeglichenen Partie auf Augenhöhe.

Im dritten Satz stand der SSC Palmberg Schwerin bereits unter Zugzwang — „Alles oder Nichts“ lautete die Devise. Beide Teams starteten erneut ausgeglichen in den Durchgang. Vor allem Anne Hölzig überzeugte mit platzierten und variablen Angriffen, während Marije ten Brinke mit einem starken Block zum 6:4-Zwischenstand punktete. Mutig und taktisch klug agierend setzte sich Schwerin gegen den hochkarätigen Gegner aus der türkischen Hauptstadt zunächst auf 9:6 ab, auch begünstigt durch einige Eigenfehler der Gäste von Zeren Spor Ankara. Beim Stand von 11:7 reagierte Gästetrainer Stevan Ljubičić mit einer Auszeit und forderte mehr Konzentration von seinem Team, doch unmittelbar danach erhöhte Jet Kok mit einem Ass auf 12:7. Eine anschließende Aufschlagserie von Erkul brachte Ankara jedoch wieder auf zwei Punkte heran. In der Satzmitte schlichen sich auf beiden Seiten vermehrt Fehler ein, sodass der Spielfluss zeitweise litt. Eine starke Aufschlagserie von Anne Hölzig, kombiniert mit konsequenter Blockarbeit und weiteren Fehlern der Türkinnen, ließ Schwerin schließlich auf 18:12 davonziehen. Trotz mehrerer Wechsel auf Seiten Ankaras hielt das Heimteam den komfortablen Vorsprung bis in die Crunchtime zum 21:14. Dann jedoch wurde es noch einmal spannend: Drei Punkte in Folge ließen die Gäste aufschließen, ehe sie sich sogar auf 23:20 heranblockten. Ein Aufschlagfehler der Türkinnen bescherte Schwerin schließlich den ersten Satzball, den das Team zum 25:21 nutzte. Damit endete der dritte Durchgang zwar exakt mit demselben Ergebnis wie die beiden vorherigen Sätze — diesmal jedoch zugunsten der Gastgeberinnen.

Der erste Punkt im vierten Durchgang gehörte Suus Gerritsen mit einem schnellen Angriff, bevor Der vierte Satz begann aus Sicht des SSC Palmberg Schwerin vielversprechend: Suus Gerritsen eröffnete den Durchgang mit einem schnellen Angriffspunkt, ehe die Gastgeberinnen mit einem Blitzstart auf 4:1 davonzogen. Erneut setzte der starke Aufschlagdruck Schwerins die Annahme von Zeren Spor Ankara unter Druck und zeigte Wirkung. Doch die Gäste blieben geduldig im eigenen Angriffsspiel, fanden zunehmend Lösungen und übernahmen beim Stand von 5:6 erstmals die Führung. Zwar gelang Schwerin noch einmal der Ausgleich, doch drei unglücklich abgefälschte oder knapp platzierte Bälle fielen zugunsten Ankaras — 7:10. Als die Türkinnen kurz darauf auf 8:12 erhöhten, geriet das junge Schweriner Team sichtbar unter Druck. Trainer Felix Koslowski reagierte mit einem Wechsel: Leana Grozer kam für Jet Kok ins Spiel und konnte auch sofort punkten. Dennoch baute Ankara den Vorsprung weiter aus — eine druckvolle Aufschlagserie von Uzelac stellte auf 9:16. Schwerin versuchte mit einem weiteren Wechsel, Iris Vos für Kapitänin Anne Hölzig, den Lauf der Gäste zu unterbrechen, doch der Acht-Punkte-Rückstand erwies sich als zu groß. Das Star-Ensemble aus der türkischen Hauptstadt ließ sich trotz kämpferischer Gegenwehr nicht mehr aus dem Konzept bringen und spielte den Satz souverän zu Ende. Mit 25:14 sicherte sich Ankara den vierten Durchgang und damit den Sieg.

 

Starting Six Zeren Spor Ankara: Ercan – Gatina – Arici – Lazareva – Uzelac – Malinov – Alkan

Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Reesink – Kohn – Kok – Hölzig – Kirchhoff – ten Brinke – Gerritsen

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