Trotz dezimierten Kaders zeigte der SSC Palmberg Schwerin eine konzentrierte und dominante Leistung und setzte sich auswärts in drei Sätzen gegen den VfB Suhl LOTTO Thüringen durch. Mit druckvollen Aufschlägen, stabilem Blockspiel und hoher Effizienz in den entscheidenden Phasen kontrollierten die Schwerinerinnen das Geschehen über weite Strecken und sicherten sich verdient mit einem 3:0 drei wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze.
Der ersatzgeschwächte Tross des SSC Palmberg Schwerin gastierte am Samstagabend in der thüringischen Landeshauptstadt zum Bundesligaduell. Gleich drei Spielerinnen fehlten dem amtierenden Deutschen Meister im Aufgebot und mussten dem intensiven Programm der vergangenen Wochen Tribut zollen. Dennoch fand Schwerin gut in die Partie und setzte Erfurt von Beginn an unter Druck. Vor allem Jet Kok überzeugte im Angriff, dazu sorgten druckvolle Aufschläge für frühzeitige Probleme in der Annahme der Gastgeberinnen. Erfurt kam kaum ins eigene Spiel, sodass Cheftrainer Pablo Sánchez bereits zu Beginn des Satzes gleich zweimal zur Auszeit greifen musste. Auch danach ließ Schwerin nicht nach, agierte hochkonzentriert und kontrollierte das Geschehen nach Belieben – aus 2:6 wurde ein 4:13 Zwischenstand. Mit einem aggressiven Blockspiel baute der SSC den Vorsprung weiter aus und zog souverän auf 5:19 davon. Ein Wechsel im Erfurter Zuspiel brachte keine Wende mehr – der Rückstand war bereits zu groß. Einige Schweriner Angriffsfehler ermöglichten den Gastgeberinnen zwar gegen Satzende noch etwas Ergebniskosmetik, doch über ein klares 12:25 kam Erfurt nicht hinaus.
Auch im zweiten Durchgang riss der SSC früh das Spielgeschehen an sich und ging mit 1:4 in Führung. Doch ein starkes Erfurter Abwehrspiel sowie einige Schweriner Angriffsfehler brachten die Gastgeberinnen zurück in den Satz. Mit dem ersten eigenen Führungstreffer zum 5:4 und einem erfolgreichen Block zum 6:4 übernahm Erfurt kurzzeitig die Kontrolle. In der Folge punkteten beide Teams im Gleichschritt. Auf Erfurter Seite setzte vor allem Alianza Darley Akzente, während bei Schwerin erneut Jet Kok mit variablen Angriffslösungen überzeugte. Folgerichtig ging es beim Stand von 19:19 in die Crunchtime. In dieser Phase zeigte sich, dass die Schweriner Tipp-Varianten an Wirkung verloren hatten, während Erfurt den Druck im eigenen Angriff noch einmal erhöhte. Beim Stand von 21:19 reagierte Schwerins Cheftrainer Felix Koslowski mit einer Auszeit, da der Angriff an Durchschlagskraft eingebüßt hatte. Anne Hölzig antwortete darauf eindrucksvoll mit einem Angriffspunkt und einem Ass und stellte den Ausgleich her. Schwerin erhöhte nun genau im richtigen Moment das Tempo und vor allem den Druck im Blockspiel, während Erfurt zunehmend mit Schiedsrichterentscheidungen haderte. So sicherten sich die Gäste mit 21:25 auch den zweiten Satz.
Der dritte Durchgang begann mit einer roten Karte gegen Erfurts Trainer Pablo Sánchez, die sich bereits im zweiten Satz angedeutet hatte. Der erste Punkt ging damit kampflos an die Schwerinerinnen – und es sollten noch viele weitere folgen. Schwerin erwischte einen starken Start und setzte sich früh mit 1:5 ab. Der Block entschärfte immer wieder den Erfurter Angriff, zudem zeigten die mutigen Aufschläge von Marije ten Brinke und Jet Kok früh ihre Wirkung. Mit einem Vorsprung von neun Punkten wechselte Schwerin auf der Mittelblockposition und brachte die Niederländerin Suus Gerritsen für ihre Landsfrau Britte Stuut. Gerritsen fügte sich nahtlos ein und punktete direkt zum 6:14. Auch Erfurt reagierte mit Wechseln im Zuspiel und auf der Diagonalposition, lief jedoch – wie bereits im ersten Satz – einem deutlichen Rückstand hinterher. Beim Stand von 9:19 erhielt Leana Grozer Einsatzzeit, während Kapitänin Anne Hölzig eine verdiente Pause bekam. Die junge Deutsche setzte umgehend ein Ausrufezeichen und verwandelte mit einem Ass den ersten Matchball zum 12:24. Zwar bäumte sich Erfurt noch einmal auf und verkürzte auf 17:24, doch ein anschließender Aufschlagfehler besiegelte den Satzgewinn und sicherte Schwerin drei wichtige Punkte für die Tabelle.
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Frommann – Kohn – Hölzig – Kok – Kirchhoff – ten Brinke – Stuut
Starting Six Erfurt: Respaut – Darley – Linke – Kovacic – Szücs – Sandbothe – Stauß





