Im Duell des SSC Palmberg Schwerin gegen Aufsteiger Borken setzte sich Schwerin nach einem hart umkämpften Fünfsatzspiel mit 3:2 durch. Borken zeigte vor heimischem Publikum mutig und kämpferisch auf, konnte vor allem in den ersten beiden Sätzen überzeugen, musste sich am Ende aber in den entscheidenden Momenten geschlagen geben.
Im Duell des amtierenden Deutschen Meisters der 1. Liga mit dem Meister der 2. Liga Pro erwischten die Gastgeberinnen aus Borken den deutlich besseren Start. Nur drei Tage nach dem 3:0-Heimerfolg gegen die Ladies in Black Aachen rotierte SSC-Trainer Felix Koslowski erneut kräftig in der Startformation – und musste zunächst zusehen, wie Borken das Spielgeschehen bestimmte. Mit druckvollen Aufschlägen und erfolgreichen Aktionen von Kastrup und Coenders setzten die Gastgeberinnen früh Akzente und gingen schnell mit 3:0 in Führung. Auch im weiteren Verlauf des Satzes hielt Borken das Tempo hoch und zwang den SSC immer wieder zu schwierigen Annahmen. Beim Stand von 11:5 reagierte Koslowski mit einer Auszeit und forderte mehr Aggressivität am Netz. Der anschließende Doppelwechsel mit Kohn und Kirchhoff brachte zwar neue Impulse, doch zunächst blieb Borken tonangebend. Schwerin fand vor allem über Iris Vos besser ins Spiel, die sowohl über Außen als auch aus dem Hinterfeld punktete. Zur Satzmitte kam zudem Kapitänin Anne Hölzig für Jet Kok ins Spiel und übernahm Verantwortung. Der SSC kämpfte sich Punkt für Punkt heran, verkürzte auf 16:13 und kam zum Satzende noch einmal gefährlich nahe. Beim Stand von 22:20 schien der Ausgleich möglich, doch Borken behielt die Nerven, rettete den Vorsprung über die Ziellinie und entschied den ersten Durchgang mit 25:22 für sich. Der Tabellenletzte präsentierte sich dabei vor heimischem Publikum mutig und unbekümmert und belohnte sich.
Zum zweiten Durchgang nahm Felix Koslowski gleich vier Wechsel in seiner Starting Six vor und schickte ten Brinke, Kohn, Kirchhoff und Hölzig von Beginn an aufs Feld. Doch auch diese Umstellungen beeindruckten die Gastgeberinnen aus Borken kaum. Weiterhin präsentierten sie sich aggressiv im Block und mit viel Druck im Aufschlag. Weder Jet Kok noch Mia Kirchhoff fanden zunächst Lösungen im Angriff, sodass das Schweriner Trainerteam beim Stand von 6:3 früh reagierte und Leana Grozer einwechselte. Am Spielverlauf änderte sich jedoch wenig: Borken blieb blockstark, während der SSC sich mit eigenen Aufschlagfehlern das Leben zusätzlich schwer machte. Folgerichtig wuchs der Rückstand auf 12:7 an. Nach der nächsten Auszeit und der Einwechslung von Florien Reesink hoffte Schwerin auf Stabilität, stand sich jedoch weiterhin oft selbst im Weg. Auch in der umgestellten Formation fand der SSC keinen Rhythmus, während Borkens Liza Kastrup auf 15:11 erhöhte. Eine weitere Schweriner Auszeit brachte ebenfalls keine Wende. Zu viele Eigenfehler prägten das Spiel des Favoriten, während Borken bei guter Annahme variabel agierte und über Pia Mohr bis auf 21:14 davonzog. Selbst vermeintlich leichte Bälle gelangen dem SSC nicht, was die Gastgeberinnen zusätzlich stärkte und ihnen acht Satzbälle einbrachte. Doch Schwerin gab sich noch nicht geschlagen: Marijen ten Brinke behielt trotz mehrerer Borkener Auszeiten und Wechsel am Aufschlag die Nerven, brachte Schwerin mit starken Services zurück ins Spiel und plötzlich funktionierten auch Block und Angriff besser – oder Borken wurde nervös. Der SSC kämpfte sich beeindruckend bis auf 24:23 heran. Im entscheidenden Moment jedoch unterlief Schwerin ein Angriffsfehler, den Borken konsequent nutzte und sich auch den zweiten Satz sicherte.
Mit Jaksetic, Hölzig, Kok, ten Brinke, Reesink, Kirchhoff und Gerritsen ging der SSC Schwerin in den dritten Durchgang – nun mit dem Rücken zur Wand. Von Beginn an war spürbar, dass der Favorit das Spiel noch nicht aus der Hand geben wollte. Zwar blieb der Satz zunächst ausgeglichen, doch beim Stand von 5:6 gelang Schwerin erstmals in dieser Partie eine Führung, die sichtbar Selbstvertrauen freisetzte. Eine starke Aufschlagserie von Jet Kok stellte anschließend die Weichen: Mit viel Druck im Service baute der SSC den Vorsprung auf 6:13 aus. Borken ließ sich jedoch nicht abschütteln. Zuspielerin Konjer übernahm ebenfalls Verantwortung am Aufschlag und verkürzte den Rückstand auf 10:13. In der Folge entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften mit großem Einsatz in der Abwehr agierten. Richtung Satzende konnte sich Schwerin, auch begünstigt durch einige Fehler der Gastgeberinnen, erneut absetzen und zog auf 15:19 davon. Borken kämpfte sich noch einmal auf 18:19 heran, doch diesmal blieb der SSC ruhig, erhöhte das Tempo und überzeugte mit variablen Angriffsaktionen sowie viel Energie und Kampfgeist. Am Ende belohnte sich Schwerin für die Leistungssteigerung und entschied den dritten Satz mit 20:25 für sich.
Der vierte Durchgang begann ausgeglichen, bis zum 6:6 zeigten beide Teams ein offenes Duell. Dann übernahm Schwerin die Initiative: Vedrana Jaksetic verteilte variabel die Pässe über Pipe mit Jet Kok sowie den Einbeiner über Kopf, wodurch sich der SSC auf 6:9 absetzte. Eine starke Aufschlagserie von Jaksetic erhöhte die Führung weiter auf 8:14, ehe Borken kurzzeitig den Sideout gelangen ließ. Doch Schwerin behielt die Kontrolle: Präzise Angriffe über die Mitte von Gerritsen und außen durch Hölzig ermöglichten es dem Favoriten, den Vorsprung kontinuierlich auszubauen und bis zum Satzende auf 12:19 zu erhöhen. Borken gab sich jedoch nicht geschlagen und kämpfte in der Abwehr sowie mit variablen Angriffslösungen zurück, kam noch einmal auf 19:24 heran. Letztlich war es Kapitänin Anne Hölzig, die den Satzball verwandelte und damit für den 2:2-Ausgleich in Sätzen sorgte.
Im entscheidenden fünften Satz erwischte Schwerin den besseren Start und ging mit 1:3 in Führung. Ein Ass von Mia Kirchhoff zum 2:5 zwang die Gastgeberinnen früh zur ersten Auszeit. Borken kämpfte sich zurück und verkürzte auf 6:7 – unter anderem durch eine strittige Netzaktion. Beim Stand von 6:8 wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt, doch Schwerin ließ sich die knappe Führung nicht mehr nehmen und kontrollierte fortan das Spiel. Mit 9:15 sicherten sich die Gäste aus Schwerin den fünften Satz, nahmen zwei wichtige Punkte für die Tabelle mit aber auch gleichzeitig noch ein paar Hausaufgaben für die kommenden Spiele.
Starting Six Skurius Volleys Borken: Luther – Kastrup – Mohr – Kretschmer – Konjer – Coenders – Hansen
Starting Six SSC Palmberg Schwerin: Frommann – Kok – Jaksetic – Vos – Artyshuk – Gerritsen – van Clewe





