"So was gab’s noch nie in einer Saison. Es gibt zwar Mannschaften, die über eine Zeit lang konstant spielen können, aber eben nicht die komplette Saison über. Es gibt soviele Beispiele diesmal", sagte SSC-Zuspielerin Kathleen Weiß. Damit meint Schwerins Kapitän auch ihre eigene Manmschaft. Am Freitagabend erlebte der SSC ein Desaster, führte schon 2:0, um dann doch noch zu verlieren.

Auch gestern stotterte Schwerins Motor zu Beginn. Köpenick spielte frech auf und zudem auch noch sehr gut. "Man hat schon gemerkt, dass wir anfangs noch verunsichert waren, um so besser, dass wir schon im ersten Satz das Spiel noch gedreht haben", sagte die 24-Jährige. Und sie hatte entscheidenden Anteil daran, wurde von Gästetrainer Alberto Salomoni als beste SSC-Akteurin ausgezeichnet.

Bis zum 15:19 agierte Aleksandersen mit Denise Hanke im Zuspiel. Bis dahin kam kaum ein guter Angriff zustande, von Block- und Feldabwehr war herzlich wenig zu sehen. Dann brachte er Kathleen Weiß für Hanke, wechselte zudem noch Tina Gollan für Kristin Kasperski ein. Es lief fortan besser. Als dann auch noch beim 22:24 Berit Kauffeldt für Patricia Thormann, die nach einer Grippe immer noch nicht hundertprozentig fit war, kam, drehte der SSC endgülig diesen Durchgang. Den zweiten Satzball verwandlete Tina Gollan. Es blieb zwar im zweiten Abschnitt bis zum 12:12 ausgeglichen, aber der SSC gewann immer mehr an Sicherheit gerade in seinem Angriffsspiel. Mittelblockerin Cathrin Schlüter machte über einen sehnswerten Schnellangriff den Sack zum 25:20 zu. Im dritten Durchgang war die Gegenwehr der Köpenicker endgültig gebrochen. Schwerin ließ nun gar nichts mehr anbrennen – am Ende war es ein verdienter Sieg für die Aleksandersen-Schützlinge.

"Das Spiel heute war nicht schön, aber wir haben uns im zweiten und dritten Satz gesteigert. Wir waren zu Beginn noch physisch und mental nach dem Spiel vom Freitag angeschlagen. Wir mussten das Match vergessen. Ich habe versucht, ruhig zu sein. Es gibt solche Tage wie in Münster. Es darf aber nicht sein, dass wir auf einmal nach einer klaren 2:0-Satzfühurng Angst bekommen. Heute haben wir die Antwort gegeben", so der SSC-Coach, der seine Mannschaft jetzt erst wieder am Mittwochabend zum Training bittet.

Schwerin: Kauffeldt, Hanke, Kryvarot, Schlüter, Kasperski, Retzlfaff – Dörendahl; Weiß, Kato, Gollan, Thormann.

Köpenick: Schumann, Sabrowske, Hippe, Fischer, Sydlik, Farkowska – Schlegl; Sell.

Schiedsrichter: Fischer/Jann (Berlin). Zuschauer: 600. Spielzeit: 74 (30, 24, 20) Minuten.

FOTO – Hans-Dieter Hentschel: Cathrin Schlüter (M.) steigerte sich gestern im Verlauf der Partie gegen Köpenick wie das gesamte SSC-Team.