Wochenende der Wahrheit

1. Dezember 2005
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"Das sind zwei Spitzenspiele im deutschen Damenvolleyball. Auf uns warten zwei wirklich schwere Gegner", sagt Schwerins norwegischer Coach. Diese beiden Partien sind aber seiner Meinung nach noch nicht entscheidend für die Meisterschaft. "Nach Münster können wir ohne Druck fahren. Ich hoffe, dass wir aufs Feld gehen und unser Spiel aufziehen können", so Aleksandersen. Am Sonntag sieht es da sicher schon ganz anders aus. Da wird der Druck eher auf Schweriner Seite liegen. Wenn der SSC in dieser Saison um die Plätze eins bis drei mitspielen will, muss man zumindest die Heimspiele gewinnen und auswärts den ein oder anderen Sieg einfahren.
Und das will der derzeitige Tabellenzweite morgen Abend um 19.30 Uhr beim momentanen Dritten. Bislang trafen die Schwerinerinnen in der Meisterschaft noch nicht auf die Spitzenteams wie Münster, den Tabellenführer Vilsbiburg oder den Vierten aus Dresden und stehen mit diesem Doppelpack vor dem Wochenende der Wahrheit, wohin die Reise in der Tabelle kurzfristig gehen wird.
Die Mecklenburgerinnen hatten am Sonntagnachmittag Gelegenheit, den amtierenden Titelträger bei dessen souveränen 3:0-Pokalsieg beim Zweitligisten Neustadt-Glewe zu beobachten. "Ich denke, Münster wird am Freitag anders auftreten als am letzten Sonntag. Da hat der USC bestimmt nicht alles gezeigt, was er drauf hat", ist sich SSC-Zuspielerin Kathleen Weiß sicher. Die 21-Jährige trainierte Anfang der Woche doch bei ihrem Heimatverein, obwohl sie eigentlich von Montag bis gestern beim Zuspiel-Lehrgang mit Bundestrainer Hee Wan Lee in Kienbaum sein sollte. "Wir haben abgesagt, da es für uns wenig Sinn macht, drei Tage ohne unsere erste Zuspielerin zu trainieren, wenn wir am Wochenende gegen zwei Spitzenmannschaften antreten müssen", erklärte Tore Aleksandersen. "Der Termin war sehr ungünstig und nur für eine oder zwei Trainingseinheiten nach Kienbaum zu fahren, das hätte sich auch nicht gelohnt", meinte Kathleen. Für den zweiten Zuspiel-Lehrgang versucht der SSC, den Termin um einen Tag auf den 11. bis 13. Dezember vorzuverlegen. Denn am 18. kommt es zum Pokal-Viertelfinal-Knüller gegen Dresden.
Gestern Abend begann der Norweger die Vorbereitung auf die Münster-Partie per Video. Die Devise ist klar: Erst volle Konzentration auf den USC, dann auf Dresden. "Du kannst dich nicht gleichzeitig auf zwei Spiele vorbereiten. Wir haben für Dresden noch Sonnabend und Sonntagmorgen Zeit", erklärte der 37-Jährige.
In den vergangenen Tagen legte Aleksandersen Wert darauf, das Spiel seiner Mannschaft weiter zu stabilisieren. Denn in seinem neuformierten, jungen Team (Durchschnitt 22 Jahre) fehlt noch die Konstanz. Aber eines steht für ihn und auch Kathleen Weiß jetzt schon fest: In Münster und auch gegen Dresden wird es – wie in den bisherigen Duellen gegen die Erzrivalen – kampfbetont hergehen.


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