Mit Weltmeister Russland, dem EM-Zweiten Serbien, dem EM-Vierten Polen oder dem Grand-Prix-Sieger Niederlande hat dieses Turnier ein hochkarätiges Teilnehmerfeld. Halten Sie aus deutscher Sicht ein Wunder von HalleWestfalen für möglich?

Giovanni Guidetti: Ich spreche lieber von einer Chance, weil dieses Turnier sehr anspruchsvoll sein wird. Es ist wie eine Europameisterschaft. Nur Europameister Italien fehlt. Er hatte schon beim World Cup mit einer Super-Leistung das Olympiaticket gebucht und gehört wohl auch zu den dominierenden Teams in der Welt. In Halle wird es für alle Mannschaften schwer. Zählen wird am Ende, wer im Januar die bessere Kondition hat. Wir probieren es zu gewinnen, denn dieses Turnier ist für die deutsche Nationalmannschaft die einzige Möglichkeit, sich für die Olympischen Spiele in Peking zu qualifizieren.

Sind Sie auf Tournee in Deutschland gegangen, um für die Qualifikation noch das ein oder andere neue Gesicht zu entdecken?

Giovanni Guidetti: Ich habe nicht viel Zeit, deshalb habe ich diese Möglichkeit gewählt, mir ein komplexes Bild von den Spielerinnen zu machen. So in Schwerin, Wiesbaden, Stuttgart, Dresden, Hamburg oder Leverkusen. Ich brauche 14 bis 16 Spielerinnen, die zum Zeitpunkt des Turniers voll auf der Höhe ihres Leistungsniveaus sind.

Das wird doch aber ohne ein gemeinsames Training gar nicht zu schaffen sein…

Giovanni Guidetti: Wir beginnen am 1. Januar mit einem Lehrgang in Heidelberg und setzen das Trainingslager nach sieben Tagen in HalleWestfalen fort. Schon die Entscheidung, welche Spielerin beim Lehrgang dabei sein sollte, ist für mich sehr schwierig.

Sind Spielerinnen des Schweriner SC dabei, die mit einer Einladung ins Trainingslager rechnen können?

Giovanni Guidetti: Eingeladen werden Zuspielerin Kathleen Weiß und Mittelblockerin Cathrin Schlüter. Ich will auch sehen, wie der spielerische und gesundheitliche Zustand von Außenangreiferin Tina Gollan Ende Dezember ist. Es gibt auch für sie eine Chance, zum Nationalteam zu gehören. Langfristig werde ich als Trainer ganz sicher mit den beiden Nachwuchstalenten des SSC, Denise Hanke (Zuspielerin) und Berit Kauffeldt (Mittelblockerin) arbeiten. Das kann schon im Sommer 2008 passieren.

Am 4. Dezember findet in Halle die Auslosung der Vorrunden statt. Es soll ja in zwei
Vierergruppen gespielt werden. Sie werden die Auslosung mit verfolgen. Wen würden Sie lieber nicht in Ihrer Gruppe sehen?
Giovanni Guidetti: Russland und Holland. Beide Mannschaften unterscheiden sich nicht so sehr voneinander. Dennoch kommen die Holländer in Bestkondition nach Halle. Sie spielen schon drei Jahre zusammen. Ich denke aber, dass sich alle Mannschaften sehr gut auf dieses Turnier vorbereitet haben, so dass der Fan ein richtiges Volleyballfest erleben wird.

(Das Gespräch führte Wolfgang Schmidt, Pressewart Volleyballverband MV)

Foto: DVV www.volleyball-verband.de