Wie fühlst Du Dich nach der Schulteroperation vor dreieinhalb Wochen?

 

Anja: Es geht mir schon merklich besser. Ich spüre die Fortschritte, die ich nach der OP mache. Aber ich mache mir auch nichts vor. Es sind kleine Schritte. Es wird noch ein Weilchen dauern. Froh bin ich, dass ich vor zwei Tagen zum ersten Mal den Gilchrist ablegen konnte. So nennt man den so genannten Rucksackverband, der die Schulter nach hinten ziehen und den Rücken gerade halten soll. Ich muss ihn aber weiter tragen.

 

Du hast Dich wahnsinnig gefreut, als die Saison endlich losgehen sollte. Doch die Schmerzen in der Schulter wollten nicht aufhören. OP ja oder nein, Du musstest Dich entscheiden…

 

Anja: Und ich  habe mich für die OP entschieden. Denn während der EM waren meine Schulterprobleme richtig durchgebrochen. In die Nationalmannschaft bin ich anfangs gut hineingewachsen, die Kraft, die Ausdauer – alles war gut. Ich wollte es mitnehmen in meinen Verein für die neue Saison. Aber dann stehst du plötzlich vor einer ganz anderen Situation. Inzwischen habe ich das Gefühl, mit der OP den besten Weg gegangen zu sein.

 

Wie meisterst Du den Alltag mit Deinem rechten Arm in der Schlinge?

 

Anja: Es geht schon. Ich kann schon selber Sachen transportieren. Zu Hause ist mein Freund für mich da und beim Mittag in der Mensa schneidet man mir schon mal das Fleisch klein. Mein Tagesablauf ist anstrengend geblieben. Ich folge einem strengen Genesungsprogramm mit viel Physiotherapie und verbringe viel Zeit mit Studienaufgaben.

 

Der Kontakt zur Mannschaft geht also nicht verloren, wenn man mal pausieren muss?

 

Anja: Keineswegs. Ich schaue beim Training zu, bin bei den Heimspielen dabei. Mit jedem kann ich reden. Im Olympiastützpunkt wohnen ja noch andere Spielerinnen. So sehen wir uns jeden Tag. Ich fühle mich wohl und finde die Mannschaft ganz toll.

 

(Mit Anja Brandt sprach Wolfgang Schmidt)