Der Klassenunterschied war trotz der 0:3 (20:25, 16:25, 22:25)-Niederlage nicht immer auszumachen. Es kann durchaus als Kompliment gewertet werden, wenn SSC-Trainer Tore Aleksandersen konstatierte: "Zum Glück hatten wir uns hundertprozentig auf dieses Spiel vorbereitet. Potsdam war viel besser als erwartet."

In der Tat versteckte sich der David nicht vorm Goliath, spielte keck und zunehmend gekonnt mit, bot sogar lange Paroli, speziell im Schlussabschnitt. Da führten die Gastgeberinnen (8:5 und 10:8) lange, und kämpften sich nach dem Rückstand bis zum 21:22 immer wieder heran. Der SC-Auftritt verdiente sich auch deshalb die Bestnote, weil Schwerin angesichts einiger Verletzungsausfälle mit seinem derzeit stärksten Aufgebot inklusive vier Nationalspielerinnen antrat, wie Aleksandersen bestätigte. Der Norweger erklärte: "Wir haben mit dem selben Sechser begonnen, der am Freitag in der Bundesliga 3:1 gegen Suhl gewann. Immerhin führt der Ex-Meister und Pokalverteidiger die erste Liga mit 14:0 Punkten ungeschlagen an.

SC-Zuspielerin Romy Richter sprach aus, was alle empfanden: "Es hat einfach riesigen Spaß gemacht." Dennoch sei es bis zur ersten Liga noch ein ganz weiter Weg für den SC Potsdam. Coach Knedel sagte unter dem anerkennenden Beifall des Publikums: "Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft." Dann wurde er nachdenklich: "Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder sauer sein soll. Endlich haben wir mal unser Potenzial aufgezeigt. Das ist uns in den Liga-Punktspielen bisher leider nicht gelungen."

Denn 22 Stunden zuvor ging es gegen den 1. VC Parchim, dem Farmteam des Schweriner SC, mit der Formkurve seiner SC-Damen rauf und runter. Trotzdem wurde ein 3:2 (25:20, 18:25, 29:27, 16:25, 15:9)-Heimsieg erzielt. Damit konnten die Potsdamerinnen nach Punkten (10:6) mit dem Tabellendritten Parchim gleichziehen. "Da gab es wieder einige kollektive Auszeiten", so Knedel, "letztlich haben wir das Ding mit unserem Kampfeswillen entschieden." Für Außenangreiferin Anika Zülow war es "ein ganz wichtiger Sieg". Die Ligaspiele seien halt auch Nervenspiele. "Da ist der Druck größer, aber wir geben uns bei größerem Rückstand nicht verloren."