Sehr lange hatte das deutsche Team im GERRY WEBER Stadion eine sehr starke Leistung gezeigt. Den ersten Satz hatte das Guidetti-Team gewonnen, den zweiten Durchgang knapp verloren. im dritten Durchgang Polen sogar beherrscht – 25:14 für Deutschland. Selbst im vierten Satz führten die Deutschen noch – mit 12:8, dann folgte der Bruch. "Aber an der Entwicklung des vierten Satzes waren wir nicht allein Schuld, die Entscheidungen des ersten Schiedsrichters sehe ich doch sehr kritisch“, äußerte sich Angelina Grün nach der Partie. Damit meinte die deutsche Spielführerin drei Entscheidungen des Unparteiischen, die allesamt gegen Deutschland gepfiffen wurden – zu unrecht! Recht hatte dagegen Deutschlands Coach Giovanni Guidetti, der mit diesen Entscheidungen gar nicht einverstanden war. Allerdings zog sich der Bundestrainer damit erneut den Unmut des Schiedsrichters zu – Guidetti sah für seine Beschwerden noch die Gelbe Karte. Damit war Polen kurz vor Satzende auf einmal mit fünf Punken vorn – eine Ausgangsposition, die sich das Team von Marco Bonitta nicht entgehen ließ – Satzausgleich, 2:2.

„Im fünften Satz legen wir dann einen klassischen Fehlstart hin und damit ist das Match leider vorbei“, fasste Angelina Grün das Ende des Spiels kurz und treffend zusammen. Einen 8:2-Rückstand konnte das deutsche Team nicht mehr aufholen, am Ende ging der entscheidende fünfte Satz mit 15:8 an Polen. „An unserer Ausgangslage hat sich ja trotz der Niederlage nichts geändert – wir müssen am Freitag gegen die Niederlande gewinnen“, analysierte Christiane Fürst die Situation des deutschen Teams nach der Partie richtig. Kann Deutschland dieses 'Endspiel' für sich entscheiden, wäre der Einzug ins Halbfinale, trotz der Niederlage gegen Polen, perfekt.

Aus Schweriner-Sicht werden zu diesem 'Endspiel' am Freitag nicht nur Kathleen Weiß und Linda Dörendahl dabei sein. Der SSC veranstaltet von Donnerstag bis Sonntag in Münster, zusammen mit dem USC, ein Trainingslager und wird die geringe Entfernung nach Halle nutzen, um sich einige Partien der Olympia-Qualifikation live anzuschauen, so auch die Spiele am Freitag. „Ich habe mir schon die ersten Begegnungen im Fernsehen angeschaut, das war schon toll. Aber natürlich ist es noch viel schöner in der Halle dabei zu sein“, freut sich SSC-Coach Tore Aleksandersen schon auf die Spiele im GERRY WEBER Stadion.