Rund 30 Volleyball- Enthusiasten gehören ihm an. Einer von ihnen ist David Wagner aus Schwerin. Er ist 24 Jahre alt, arbeitet wochentags bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Rostock und gilt als Sprecher des Clubs. Für ihn und seine muntere Truppe ist jedes Heimspiel ein Pflichtspiel. Aber auch auswärts hat sich der Fanclub einen Namen gemacht. „Wir haben Freunde in Suhl, in Münster oder auch in Hamburg. Das hat sich so entwickelt“, erzählt David. „Nur mit dem Fanclub von Hamburg hatten wir anfangs Probleme, bis sie eingesehen hatten, dass wir die besseren Trommler sind“, scherzt David. Mit dem Fanclub des USC Münster, der sich Critters nennt, hat sich seit dem Ende der 90er Jahre eine richtige Fanfreundschaft entwickelt, wie er berichtet. „Die Critters haben uns zu ihrem zehnjährigen Bestehen am 9. Februar 2008 nach Münster eingeladen. Dort findet dann auch ein kleines Volleyballturnier unter uns Fans statt. Wir freuen uns schon drauf.“ Doch bis dahin wird noch kräftig die Trommel gerührt für ein gutes Abschneiden bei den ausstehenden Spielen des Schweriner SC in der 1. Bundesliga und im Pokalwettbewerb. „Kompliment, bis jetzt sind die Mädels von Tore Aleksandersen ungeschlagen. Ihre Stärken entfalten sie in dieser Saison offenbar im Tiebreak“, meint David Wagner und fügt hinzu: „Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass das Liganiveau durch den Weggang vieler erfahrener Spielerinnen schwächer geworden ist.“
Den Fanclub des Schweriner SC gibt es seit Mitte der 90er Jahre. Eine kleine Gruppe hatte sich zusammengefunden, um in den Spielen Stimmung für den SSC zu machen „Heute sind wir 30 Leute, die regelmäßig im Kontakt miteinander stehen“, weiß David. Einmal im Monat ist gemeinsames Bowling angesagt. Auch zu Geburtstagen oder zu Arbeitseinsätzen treffen sich die Mitglieder des Fanclubs. Verschiedene Schlachtrufe wurden in den Zusammenkünften außerhalb eines Spiels kreiert. Heiß her ging es beispielsweise im Pokalendspiel am 4. März 2007 im Gerry Weber Stadion in Halle/Westfalen. David ist immer noch begeistert von diesem Ereignis: „Wir schockten die Fans aus Dresden mit dem Ruf: Niemand wird es wagen, den SSC zu schlagen“. Sämtliche Kameras waren im Verlauf des Spiels auf den Schweriner Fanblock gerichtet. So laut feuerten die mitgereisten 550 Fans im Takt der Trommeln und mitgebrachten „Klatschverstärker“ das SSC-Team an. Am Ende dröhnte es von den Sitzen: „Ah, oh, he schöner SSC – Wir haben den DVV-Pokal und werden deutscher Meister“. David glaubt ganz fest daran, dass sich so etwas wiederholen lässt.
Wolfgang Schmidt