Bräuer freut sich über die neue Herausforderung. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, schwärmt der 42-jährige erfahrene Coach, der vor vier Jahren aus Baden-Württemberg nach Schwerin gekommen war. Sein Heimatverein, der SV Sinsheim (Nordbaden), ließ ihn damals nur schweren Herzens gehen, denn er genoss in seinem Landesverband den Ruf eines hervorragenden Fachmanns. Dieser Ruf war ihm nach Schwerin vorausgeeilt. Ende 2003 war hier die Stelle eines Landestrainers im Nachwuchsbereich weiblich ausgeschrieben worden.
Bräuer bekam die Zusage. Seit dem 1.1.04 ist Schwerin sein Dienstort. Schon ein Jahr später trat er die Nachfolge von Dirk Groß an und wurde Bundesstützpunkttrainer. „Ich würde mich jeden Tag wieder so entscheiden“, meint der Trainer aus respektvoller Sicht auf die Arbeit in Schwerin. “In Sinsheim hatte ich es mit zu vielen Einzelkämpfern zu tun. Hier läuft alles nur gemeinsam. Diese Taemarbeit hat mich sehr beeindruckt“, bekennt Bräuer.
Zweimal wurde er mit seinen Mädels vom SSC deutscher A-Jugendmeister. Doch seine erfolgreiche Arbeit verbindet er vor allem damit, dass viele Spielerinnen den Weg in die 1. Liga geschafft haben und einige ins „Visier der Nationalmannschaft“ geraten sind, wie er sagt. Berit Kauffeldt und Janine Völker vom 1. VC Parchim sind nur zwei seiner Pflänzchen. Doch nicht alle können Nationalspielerinnen werden. Und nicht jede Spielerin kommt mit den Belastungen in einem Bundesstützpunkt zurecht. Für alle aber muss der Trainer da sein, auch die richtigen Worte finden, wenn sich die Wege trennen müssen. Vergebens war die Mühe nicht. „Wenn die Mädchen den Enthusiasmus für das Volleyballspiel mit ins Leben nehmen, finden sie sich später besser zurecht“, ist sich Bräuer sicher. Landesvolleyballverband, Olympiastützpunkt und die Leitung des SSC wissen seine Arbeit zu schätzen. Nun geht es darum, dass der Neue, Michael Lehmann, schnell den Anschluss in der Schweriner Talenteschmiede schafft.