Dennoch ist diese Mannschaft für Schwerins Trainer Tore Aleksandersen „die große positive Überraschung dieser Saison.“ „Ich freue mich schon auf meinen Trainerkollegen Dirk Sauermann, der seine Mannschaft erfolgreich umstrukturiert hat und unter die besten Sechs gekommen ist“, meinte Aleksandersen. Trotz des schlechten Starts in die Saison (fünf Niederlagen hintereinander) fing sich Leverkusen wieder und spielte nach Auffassung des Schweriner Coach „bis zur Pause im Januar wegen der Olympia-
qualifikation hervorragend Volleyball.“

Die spannende Frage für das Spiel am Sonntag in der Halle am Lambrechtsgrund (Anpfiff 17.30 Uhr) lautet:
Wie hat die Mannschaft des Schweriner SC die bittere 3:1-Niederlage gegen den Dresdner SC am 30. März verkraftet?

Dazu Tore Aleksandersen: „Die ersten beiden Tage nach dem Spiel habe ich die Mädels einfach in Ruhe gelassen. Am Mittwochabend nahmen wir das normale Mannschaftstraining wieder auf. Es gibt für mich nur zwei Möglichkeiten, weiter voran zu kommen: erstens durch harte Arbeit im Training in hoher Qualität wieder Stabilität in alle Elemente zu bringen. Zweitens gilt es, einander wieder aufzubauen, Spaß zu kriegen und richtiges Feuer ins Spiel zu bringen.“ Im Training wurde vor allem daran gearbeitet, Unsicherheiten auszumerzen und bewusster die Spielzüge zu gestalten. „Wir müssen uns moralisch steigern und angreifen wie zum Anfang der Saison“, lautet die Forderung des Norwegers im Hinblick auf das bevorstehende Spiel. „Wie in jedem Spiel gilt: du musst hellwach sein. Bist du das nicht, hast du sofort ein Problem.“ Damit ist die Psyche der Spielerinnen angesprochen, die durch das Spiel in Dresden angeknackst war.
„Wir wissen, dass wir gegen Dresden nicht gut gespielt haben. Alles wurde in der Mannschaft angesprochen“, erklärt Aleksandersen.

Inwieweit ist das Dresden-Spiel in den Köpfen der Spielerinnen abgehakt? Nicht vollständig, meinte Mittelblockerin Patricia Thormann. „Wir haben noch etwas Zeit bis Sonntag, aber bis dahin muss das raus sein aus den Köpfen.“ Die Mannschaft habe aus eigenem Antrieb etwas getan, um den Teamgeist zu fördern, berichtet sie. „Wir waren am Dienstagabend ohne Trainer im Sieben Seen Sportpark und hatten dort eine Stunde lang großen Spaß bei Tai-bo.“ (Powermix aus Boxen, Karate und Aerobic).

Zum weiteren Verlauf der Meisterrunde meint Paty: „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen alles tun, um die nächsten Spiele zu gewinnen.“ Sie wünscht sich von den Schweriner Fans, dass sie am Sonntag für die richtige Stimmung in der Halle sorgen.

Optimistisch geht auch Mittelblockerin Cathrin Schlüter in das Duell gegen Leverkusen. „Bei mir ist das Dresden-Spiel abgehakt. Es hilft ja nichts, lange nachzugrübeln, was gewesen ist. Jetzt heißt es angreifen. Druck machen mit gezielten Aufschlägen und stabiler Annahme – wir können das doch. Also spielen wir unsere Stärken voll aus.“

Schon das nächste Spiel am 11. April findet für den SSC wieder gegen Leverkusen statt, dann aber auswärts.
Wolfgang Schmidt