Der Knöchel schwoll gleich dick an, Dr. Bernd Heine war zur Stelle und versorgte Patricia Thormann erst einmal mit Eisbeuteln. "Der Doc hat aber gleich gesagt, dass wohl nichts gerissen ist", so die 28-Jährige. Anschließend folgte eine schlimme Nacht. "Ich habe überhaupt nicht geschlafen. Jetzt muss erst einmal die Schwellung weggehen. Ich muss viel kühlen und den Fuß hochlegen", berichtete die Mittelblockerin, nachdem sie gestern nochmals untersucht worden war. "Im Moment bin ich vom Pech verfolgt. Vergangene Woche ein Autounfall, als mir einer hinten reingefahren ist und jetzt das", haderte "Paty". Und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt. Nach dem 3:1 (21, -18, 18, 16)-Erfolg gegen den 1. VC Wiesbaden fährt der Tabellenführer aus Schwerin schon heute nach dem Vormittagstraining nach Bayern. Dort steht morgen Abend das zweite Spiel der Meisterrunde bei den Roten Raben Vilsbiburg auf dem Programm. "Das wird sehr eng für mich. Ich kann heute ja noch nicht einmal laufen, da glaube ich nicht, dass ich dann schon wieder springen kann. Das werden wir morgen sehen", erklärte Patricia Thormann.

Tabellenführer muss sich gegen Vilsbiburg steigernOb sie nun mitwirken kann oder nicht, die Mittelblockerin weiß, dass sich das gesamte Team steigern muss. "Gegen Wiesbaden ist das alles nicht so rein gelaufen. Mit dem Block bekamen wir sie gar nicht in den Griff. Und im zweiten Satz haben wir total den Faden verloren." In der Tat: Ruck zuck lag der SSC mit 2:10 hinten. Da war auch Trainer Tore Aleksandersen bedient. "Das darf so nicht passieren." Besonders in den ersten beiden Durchgängen "waren wir in der Block- und Feldabwehr nachlässig. Das wurde dann aber besser." Nach dem Desaster im zweiten Abschnitt fingen sich die Schwerinerinnen, zumal auf der anderen Seite Wiesbaden seine Möglichkeiten nicht ausschöpfte.

Darauf kann man morgen in Vilsbiburg nicht bauen. Die Bayern werden alles daran setzen, ihre gute Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft nicht schon in der Heimpartie gegen Schwerin wesentlich zu verschlechtern. Da gilt es für die Aleksandersen-Schützlinge, voll dagegenzuhalten, endlich schnell den Spielrhythmus zu finden und einmal konzentriert durchzuziehen.

Foto – Dietmar Albrecht:
Ein banger Blick bei SSC-Mittelblockerin Patricia Thormann. Dr. Bernd Heine war gleich zur Stelle und kühlte den verletzten rechten Knöchel mit Eis.