Dem SSC fehlte das Gegenmittel. Es haperte vor allem in der Annahme. Schon zur 1. technischen Auszeit lag Schwerin 4:8 hinten. Trotz einiger Wechsel war der SSC immer noch nicht im Spiel. Dafür glänzte Busto mit seinen sicheren Aktionen. Beim Stande von 6:13 nahm Teun Buijs die erste Auszeit. Den Anschluss aber hatte der SSC verpasst: Zur 2. technischen Auszeit führte Busto mit 6 Zählern. Der Gegner nahm mit seinen Aufschlägen die Schwachstellen in der Annahme des SSC unter Dauerfeuer und hatte Erfolg damit. Zeitweilig musste Buijs Lousi aus dem Spiel nehmen, aber am Satzende war nichts zu reparieren. Drei Bälle setzte Arsizio hintereinander ins SSC-Feld und verwandelte auch den Satzball zum 25:11 aus Sicht Italiens.

 

Dasselbe Anfangsteam, aber ein anderes Spiel bekam der Zuschauer im 2. Satz zu sehen. In allen Belangen kam der SSC besser zurecht, zeigte sich vor allem in der Annahme stabiler. Das Spiel der Italienerinnen wirkte allerdings weiterhin viel flüssiger. Lousi brachte den SSC 7:6 in Führung und sorgte mit für das 10:7. Aber Busto war schnell wieder dran: 10:10. Mit wechselnder Führung ging es weiter bis zum Gleichstand 21:21. Italien nahm beim 24:21 noch eine Auszeit, holte auch noch einen Punkt. Der 2. Satzball des SSC ging ins Ziel. Nun stand es 1:1 nach Sätzen.

 

Im 3. Satz feierte Anne Buijs nach einer langen Verletzungspause ein beeindruckendes Comeback. 60 Prozent ihrer Angriffe landeten im gegnerischen Feld. Das flößte Busto großen Respekt ein. Auch Anja Brandt setzte sich immer besser durch. Seit dem 3:2 gab Schwerin die Führung nicht mehr ab. Mitte des Satzes brachte Buijs seine Tochter Anne für Hatinova. Anne schmetterte zum 16:13, zum 17:13 und servierte ab dem 23:14. Busto verkürzte noch, aber dann war Schluss: 25:17 für den SSC.

 

Es folgte der 4. Satz. Zunächst ging Busto in Führung. Schwerin glich aus zum 4:4. Dann aber schlichen sich die Fehler des 1. Satzes wieder in den 4. Durchgang ein. Die Annahme wackelte und einige Bälle schickte der SSC ins Aus. Zur 2. technischen Auszeit lag der SSC 10:16 zurück. Die Auswechselungen von Teun Buijs waren nicht sehr glücklich. Er hatte den Satz wohl schon als verloren aufgegeben und wollte den Stammsechser schonen für den Tiebreak. Dieser wurde dann zum wahren Krimi. Schwerin ging 1:0 in Führung, verlor diese wieder, ließ Busto jedoch nicht davonkommen. Beim Stande von 13:13 servierte Janine Völker. 14:13 hieß es für Schwerin. Dann wurde auch der Satzball verwandelt zum 15:13. Nach einer Stunde und 53 Minuten ging der Schweriner SC vom Feld. Überglücklich die Spielerinnen und völlig aus dem Häuschen das Publikum.