Felix, das erste Ligaspiel steht unmittelbar bevor, Ihr habt Testspiele und Trainingslager absolviert, das Team fügt sich offenbar gut zusammen. Wie zufrieden bist Du mit Eurer Arbeit im Trainerstab und wie kann man sich Eure Arbeit vorstellen?

Sehr zufrieden! Mittlerweile haben wir einen Staff, wie er dem Niveau einer Profimannschaft angemessen ist, arbeiten mit drei Co-Trainern (Manuel Hartmann, Paul Sens, Michael Döring) plus Scout (Olaf Garbe). Jeder kann sich so auf sein Spezialgebiet konzentrieren. Manuel bringt frischen Wind und Ideen rein, ist sehr engagiert und zuverlässig. Er ist ein echter Glücksgriff. Im Gegensatz zu mir und Paul ist er auch nicht so emotional, sondern ruhig und kontrolliert, so dass wir uns da gut ergänzen. Micha kann auf die Athletik fokussieren, weiß genau, wann die Spielerinnen fit sein müssen, arbeitet in Eigenverantwortung im Kraftraum an den Punkten, bei denen ich auf dem Feld ein Defizit sehe. Die Co-Trainer haben sich auch die Saisonvorbereitung ausgedacht, die sind ja alle Profis, haben selber gespielt. Da muss ich nicht immer Ansagen machen, sondern kann auch was davon mitnehmen, was sie machen. Olaf ist zudem IT-Fachmann, er kann auch technisch für uns noch mal ganz andere Sachen machen in der Spielanalyse, die heutzutage ja extrem detailliert ist, weil wir regelrechte psychologische Profile der Spielerinnen erstellen.

 

Da versteht man besser, warum Ihr inzwischen so ein großer Stab seid, das klingt nach einer Menge Arbeit.

Absolut. Früher, als ich noch Co-Trainer war, hab ich da auch schon viel gemacht und praktisch hier gewohnt und bin kaum nach Hause gekommen. Irgendwann geht das nicht mehr. Der größere Staff teilt sich jetzt auch nicht gemütlich die Arbeit, die früher einer allein gemacht hat, sondern die sitzen jetzt alle genauso lange wie ich damals, weil es einfach viel mehr geworden ist. Meine Aufgabe ist es dann, alles zusammenzuführen.

 

Apropos größerer Staff: Ein bisschen kurios scheint die Entscheidung zu sein, Lenka Dürr zum Kapitän zu ernennen, wenn sie als Libera diese Rolle auf dem Feld gar nicht immer ausfüllen kann und deshalb mit Jennifer Geerties eine Vertretung braucht. Warum habt Ihr das so geregelt?

Das hat mehrere Gründe. Zum Beispiel muss man schauen, welches Gefüge sich ergibt. Das haben wir vor allem im Trainingslager in Japan getan. Lenka ist die international erfahrenste Spielerin, die schon viel erlebt hat und das auch in absoluter Professionalität vorlebt, damit ein Vorbild besonders auch für die jüngeren Spielerinnen ist. Dass sie mit Jenny eine Vertretung bekommt, hat aber auch damit zu tun, dass es uns grundsätzlich darum geht, dass nicht mehr nur eine Person die ganze Verantwortung trägt, ähnlich wie es beim DFB ist. Der Sport zu komplex geworden, ein Mannschaftsrat kann dem besser gerecht werden.