SSC greift letztendlich härter durch

19. Dezember 2005
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Von Martina Kasprzak

"Dieses Spiel und dieser Sieg waren unheimlich wichtig. Der Druck lag viel mehr auf unserer Seite. Wir haben letztendlich härter durchgegriffen", meinte SSC-Kapitän Sylivia Roll. In der Tat: Nach dem tollen 3:2-Sieg vor zwei Wochen in der Liga, hatten viele einen Erfolg auch im Pokal gegen die Sachsen erwartet.

Die Schwerinnen, mit viel Selbstvertrauen ausgestattet, starteten gut in diese Partie. Schnell lag man 13:8 in Führung. Als SSC-Angreiferin Tina Gollan einen Angriff knapp auf die Linie setzte, stand es 16:12. Diese Führung ging bis zum 21:18. Doch in der Folge kamen Tina Gollan und Julia Retzlaff mit ihren Angriffen nicht mehr durch. Der SSC sah sich plötzlich mit 22:24 im Hintertreffen. Aber er schlug zurück. Ein Ass von Gollan bedeutete das 24:24. Es sollte trotzdem nicht reichen. Ein erfolgreicher Block und ein gelungener Angriff von Dresdens Heike Beier machten den Satzgewinn für die Elbestädterinnen perfekt.

Die Aleksandersen-Schützlinge besannen sich jetzt auf ihre Stärken. Die gesamte Mannschaft steigerte sich von Minute zu Minute. Die Annahme mit Sylvia Roll und Libero Linda Dörendahl stand jetzt besser – und schon konnte Schwerin sein gefürchtetes erstes Tempospiel aufziehen. Von nun an klappte das Zuspiel von Kathleen Weiß auf Mittelblockerin Cathrin Schlüter, die nach Kurzpassspiel den Dresdnerinnen in der Mitte die Bälle nur so um die Ohren haute. "Cathrins Auftritt war richtig klasse", zollte ihr Trainer ein großes Lob. Für viele war sie die beste SSC-Spielerin an diesem Abend. DSC-Trainer Arndt Ludwig sah das ein bisschen anders und zeichnete Sylvia Roll aus. Auf Dresdens Seite war Jana Müller die beste Akteurin.

Im zweiten Satz ging es für den SSC über 11:6 und 15:10 zur Führung. Doch Dresden nahm den Pokalkampf an, gab keinen Ball verloren und kam mit Jana Müller, Corinna Ssuschke und Heike Beier ein ums andere Mal durch. Der Satz schien beim 20:20 zu kippen. Schwerin hielt aber seinerseits dagegen und machte mit 25:23 den Sack zu. Ähnlich der dritte Satz. Die Gastgeberinnen hatten Gegner und Spiel im Griff – 21:15. Doch die Gastgeberinnen machen es nun einmal immer spannend. Die diesmal rund 500 Fans (sicher kamen auf Grund des Wetterchaos’ nicht wie vor zwei Wochen knapp 800 Zuschauer) standen wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft. Spielerinnen und Trainer dankten denn auch hinterher dem treuen Anhang. Dresden aber gab sich nicht auf, konnte auch durch Schweriner Fehler wieder herankommen – 23:23. Tina Gollan packte dann aber einen Aufschlaghammer aus und auch dieser Durchgang endete knapp mit 25:23 für den SSC.

Im vierten Abschnitt lief es nach den zuvor engen Sätzen souverän für die Mannschaft um Sylvia Roll. Hier ließen sie nichts mehr anbrennen. Bei Dresden schien etwas die Luft raus zu sein. Über 8:6, 15:9 und 25:18 war dieser Satz und damit der Einzug ins DVV-Pokal-Halbfinale schnell in Sack und Tüten.

Losglück blieb treu: Jetzt kommt Vilsbiburg
Das Losglück blieb den Schwerinerinnen gestern erneut treu. Im Halbfinale treten die Aleksandersen-Schützlinge wieder zu Hause an. Der Gegner heißt am 7. oder 8. Januar Rote Raben Vilsbiburg. "Hauptsache ein Heimspiel. Der Gegner ist mir egal", sagte der SSC-Coach noch am Sonnabend. Gestern flog er in Weihnachtsurlaub in seine norwegische Heimat, nach der Auslosung erreichten wir ihn am Handy: "Oh, aber Gott sei Dank ein Heimspiel, darauf freue ich mich", war seine erste Reaktion. Unter seiner Regie hatte der SSC noch nie eine Pokalpartie auswärts bestreiten müssen.

Schwerin: Weiß, Roll, Schlüter, Gollan, Retzlaff, Wolf – Dörendahl; Kasperski, de Oliveira.

Dresden: Müller, Ssuschke, Apitz, Fürst, Beier, Matthes – Tzscherlich; Swietonska, Kestner, Guhr, Karg.

SR: Jungen/Osei (Oberhausen/ Wuppertal). Z.: 500. Spielzeit: 98 (24, 22, 27, 25) Minuten.


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