Am Vormittag hatten die Schweriner Volleyballerinnen erst einmal einen Schock zu verdauen. Libero Linda Dörendahl verletzte sich im Abschlusstraining. "Es ist eine Zerrung im Oberschenkel und damit geht es auch ein bisschen aufs Knie", erklärte SSC-Trainer Tore Aleksandersen. Man wollte kein Risiko eingehen, so spielte auf ihrer Position die eigentliche Mittelblockerin Sandra Gutsche, die schon beim VCO Rhein-Neckar im Außenangriff und in der Annahme spielte. Aber nicht die Annahme war im ersten Satz das Problem, sondern die Block- und Feldabwehr. Die Gäste kamen ein ums andere Mal richtig gut durch. Außerdem setzte SSC-Außenangreiferin Tina Gollan einige Angriffe in den gegnerischen Block. Beim 8:5 für den SSC dachte man, jetzt rollt alles in die richtige Richtung. Doch die Allgäuerinnen machten vier Punkte in Folge. Aber die Schützlinge von SSC-Trainer Tore Aleksandersen besannen sich auf ihre Stärken, profitierten jedoch von den Fehlern der jungen Mannschaft aus dem Süddeutschen. Eng wurde es noch einmal beim 21:20 für die Gastgeberinnen, doch vier Punkte in Folge sicherten den ersten Satzgewinn.

Beim Stand von 9:3 im zweiten Durchgang schien der Widerstand der Gäste gebrochen – aber weit gefehlt. Sie spielten munter mit, der SSC produzierte viele Fehler in dieser Phase. So blieb Sonthofen beim 8:10 oder 10:12 nicht weit weg. Doch in der Folge war der Neuling überfordert, der Vizemeister zog zwischenzeitlich das Tempo an und ging mit 17:11 in Führung. Jetzt lief es beim deutschen Pokalsieger. Die Fehlerquote wurde in allen Bereichen reduziert. Auch Tina Gollan hatte jetzt das richtige Timing gefunden und versenkte ihre Angriffe wesentlich gezielter. Beim 24:14 brachte Diagonal-Spielerin Patricia Thormann die Annahme gut auf Zuspielerin Kathleen Weiß nach vorn, die stellte schnell nach außen auf Cathrin Schlüter, die den zweiten Satzball verwandelte.

Jetzt lief alles auf einen klaren Schweriner Sieg hinaus. Den Angriffen von Gollan, Schlüter, Thormann, Berit Kauffeldt oder Angela Kryvarot hatte der TSV Sonthofen nichts mehr entgegenzusetzen. Auch mit dem Aufschlag konnte der SSC die Gäste verstärkt unter Druck setzen – 16:6. Das Ende dieses Satzes und damit der gesamten Partie war nur noch Formsache. Beim 20:9 kamen nach und nach Lisa Schulmeister, Janine Völker und Kristin Retzlaff bei Schwerin aufs Feld, die alle beim Zweitligisten 1. VC Parchim in Aktion sind und ein Doppelspielrecht für den SSC haben. Beim 24:15 machte Cathrin Schlüter den Sack zu.

"Wir wussten vorher, wenn du Sonthofen spielen lässt, bekommst du Probleme, so wie wir eben im ersten Satz. Wir machten dann aber Druck mit dem Aufschlag, was wir für unser Spiel benötigen. So wurde es dann doch noch deutlich", zog Aleksandersen sein Fazit.

Foto – Klawitter: Tina Gollan (r.) setzt sich gegen Lina Meyer durch.