Die ersten zwei Sätze gegen Tianjin sind das Maß
In der Tat hatten die SSC-Volleyballerinnen die Chance. Doch wenn der Block nicht steht, dann kann man solche Spiele nicht gewinnen. "Wir hatten uns vor dem Match vorgenommen, keinen Touch-Block-Out zu machen, bei 15 habe ich aufgehört zu zählen", meinte Schwerins Trainer Tore Aleksandersen. Aber dennoch sah das weitere Spiel des SSC gar nicht schlecht aus. Die Angriffe über Außen mit Tina Gollan, dem finnischen Neuzugang Hanna Torkkeli oder auch mit Patricia Thormann und Cathrin Schlüter waren oftmals überzeugend. Aber auch da können die Aleksandersen-Schützlinge sicher noch zulegen. "Wir müssen die Konzentration das ganze Spiel halten, damit wir von unserem System nicht abweichen. Weiter müssen wir an unserer Genauigkeit arbeiten", so der Trainer. Obwohl es gegen die Japanerinnen wesentlich enger war, hob er die Leistung seines Teams vom Freitagabend gegen den chinesischen Meister hervor. "Das Niveau der ersten beiden Sätze gegen Tianjin war sehr gut, so müssen wir spielen." Mit 25:22 gewann man den ersten Durchgang. Im zweiten unterlag man mit 22:25. Da klappte eine ganze Menge. Gute Annahme, schnelles Angriffsspiel und im Block packten die Schwerinerinnen zu. Dass sie danach Schwächen zeigten, lag auch daran, dass Tore Aleksandersen im Mittelblock Jugend-Europameisterin Berit Kauffeldt einsetzte, die nicht so richtig auf dem Feld stand. Gegen die Red Wings und Köpenick war sie besser drauf. Zudem brachte der Coach noch Junioren-Spielerin Janine Völker gegen Tianjin, die sich gestern gegen Köpenick auch besser in Szene setzen konnte.

Aleksandersen betonte aber auch: "Wir sind jetzt schon viel weiter als vor einem Jahr in der Vorbereitung." Seit vier Wochen steht der Vizemeister im Training und noch sind es vier Wochen bis zum Saisonstart am 6. Oktober mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.

Vermissen ließ der deutsche Pokalsieger während der drei Spiele jedoch Schnellangriffe über die Mitte, weil da das Zuspiel von Neuzugang Denise Hanke noch ausbaufähig ist. Doch was die gerade erst am Freitag 18 Jahre alt Gewordene ansonsten zeigt, hat ein gutes Niveau. Dem Bundesligisten aus Köpenick ließen die Mecklenburgerinnen hingegen kaum eine Chance. Gestern bezwang man die Hauptstädterinnen, in deren Reihen die ehemalign SSC-Mittelblockerinnen Marlit Fischer und Jana Schumann stehen, mit 3:1 (18, 12, -25, 20). In den ersten beiden Sätzen hatte der SSC den Gegner voll im Griff. Bis zum 12:5 im dritten Druchgang war der SSC überlegen. Aber dann verlor er komplett den Faden – 13:17! Damit war dieser Satz weg. Im vierten Abschnitt war wieder alles ganz gut im Lot, so dass der SSC den dritten Turnierplatz belegte.

Vier Spielerinnen beim Vizemeister noch nicht dabei
Allerdings muss man bei Schwerin sehen, dass die Mannschaft nicht komplett ist. Kristin Kasperski (nach Knie-OP im Aufbau), Angela Krivarot (Bauchmuskelzerrung) und Julia Retzlaff (Aufbau nach Kreuzbandriss) fehlen verletzungsbedingt. Zuspielerin Kathleen Weiß ist mit der DVV-Auswahl in Ankara zur Grand-Prix-Qualifikation. So stellte der Noweger auch sein Team um. Tina Gollan, die eigentlich auf Diagonal spielt, ging auf Außen, Mittelblockerin Patricia Thormann stand auf Diagonal, um auch die Annahme mit Dörendahl und Torkkeli zu entlasten. So kamen die jungen Sandra Gutsche und Berit Kauffeldt neben Cathrin Schlüter im Block zum Einsatz. Wenn alle Spielerinnen an Bord sind, stehen dem Trainer viele Varianten zur Verfügung, womit man die Gegner in der kommenden Bundesliga-Saison sicher mit der ein oder anderen Aufstellung überraschen kann.

Eine Volleyball-Demonstration boten gestern im abschließenden Match die Chinesinnen. Sie ließen den Red Wings Pioneer nicht die Spur einer Chance, gewannen mit 3:0 (14, 19, 13) und auch das Turnier.

SSC: Torkkeli, Hanke, Schlüter, Gutsche, Gollan, Thormann – Dörendahl; Kauffeldt, Völker.