Sieg in dieser Deutlichkeit doch überraschend

16. Januar 2020
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© Eckhard Mai

Nimmt man die Vorgeschichte dieser Begegnung im selbsternannten Hexenkessel von Aachen, war allen die Schwere der Aufgabe bewusst, Trainer Felix Koslowski musste krankheitsbedingt passen, zudem sollten die Stammkräfte der deutschen Nationalmannschaft Denise Hanke, Anna Pogany und Marie Schölzel nach der anstrengenden Olympiaqualifikation geschont werden. Unter diesen Vorzeichen erwartete auch die Schweriner Mannschaft ein enges Match, auch weil Aachen bisher das einzige Team war, dem es im bisherigen Verlauf der Bundesligasaison gelang, den SSC zu schlagen. 

Das Spiel begann vielversprechend für unser Team, beide Teams versuchten Fehler zu vermeiden und so gab es viele lange Ballwechsel, an deren Ende zumeist ein Aachener Punkt stand. Während im Angriff nicht viel zusammenlief, hatte der Tabellenführer doch deutliche Vorteile in Block und Feldabwehr und konnte sich von Beginn an absetzen. Die wohl spielentscheidende Szene dann bereits beim Stand von 7:4, Aachens dynamische Außenangreiferin Marrit Jasper knickte bei der Landung nach einem eigenen Angriff um und musste ausgewechselt werden, für sie kam die im Vorfeld mit einer Schulterverletzung gehandicapte Vanessa Agbortabi. Im Anschluss gelang es vor allem dank Greta Szakmary die Führung auf 14:9 auszubauen. Doch der Gastgeber kämpfte weiter verbissen und konnte beim 17:17 den Ausgleich herstellen. Schwerin behielt die Ruhe und Greta brachte mit ihrem sechsten Angriffspunkt den ersten Satz unter Dach und Fach. 

Der zweite Satz begann bis zum 10:10 ausgeglichen, auch weil das sonst so gefürchtete Spiel über die Mittelblocker überhaupt nicht funktionierte. Grund für die fehlende Abstimmung sicherlich, dass auch Britt Bongaerts aufgrund ihrer Nationalmannschaftsaufgaben in diesem Jahr noch nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Der SSC erzielte im ganzen Satz nur 9 Punkte im Angriff, doch das reichte zum Satzgewinn, da auch Aachen einzig über Diagonalangreiferin Maja Storck noch einen Ball auf den Boden bekam. 

Auch im dritten Satz plätscherte das niveauarme Spiel weiter vor sich hin. Aachen hatte nun Mareike Hindriksen im Zuspiel, die das Heft des Handelns selbst in die Hand nahm, und mit drei Zuspielfinten erfolgreichste Angreiferin beim Gastgeber war. Auf Schweriner Seite lief aus einer bombensicheren Annahmeformation das Angriffsspiel nach dem Zwischenstand von 15:15 nun besser, Kimberly Drewniok und Beta Dumancic punkteten im weiteren Verlauf nach Belieben, und so konnte der dritte Satz mit 25:17 gewonnen werden. 

Damit baut der SSC Palmberg Schwerin aufgrund der überraschenden Heimniederlage Stuttgarts gegen Münster die Tabellenführung aus, ärgster Verfolger ist nun der SC Potsdam, der Dresden deutlich in die Schranken wies. 

ssc-intern [OG]


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