Stuttgarts Interimstrainer Michal Masek, der zu Beginn der Woche das Amt des beurlaubten Cheftrainers Jan Lindenmair übernommen hatte, forderte vor der Partie gegen Süd-Konkurrent VC Wiesbaden mehr „Feuer und Konstanz” seines Teams. Das setzten die Gastgeberinnen zwar zu Beginn prompt um. Nach einer 2:0-Satzführung kippte die Partie nach der Zehn-Minuten-Pause jedoch zugunsten des VC Wiesbaden. Mit 3:2 (26:28, 24:26, 25:20, 25:18, 15:13) gewannen die Hessinnen auch das zweite Viertelfinal-Play-off-Spiel. Während Stuttgart trotz Trainerwechsels ausgeschieden ist, spielt Wiesbaden ab dem kommenden Wochenende das Play-off-Halbfinale. „Wir haben gewonnen, nur das zählt im Volleyballspiel”, sagte der glückliche Gäste-Trainer Andreas Vollmer im DVL-live.tv-Interview.

Die Stuttgarterinnen setzten Wiesbaden von Beginn an mit langen Flatteraufgaben unter Druck. Schnell führten die Schwäbinnen deutlich und erarbeiteten sich eine Neun-Punkte-Führung. Doch danach riss der Spielfaden. Wiesbaden war aufgewacht und arbeitete sich durch eine fulminante Aufschlagserie von Heather Meyers bis auf 23:23 heran. Nach zwei Stuttgarter und einem Wiesbadener Satzball holten sich die Gastgeberinnen doch noch den ersten Durchgang mit 28:26.

Im zweiten Durchgang begann dann Wiesbaden besser, ließ sich jedoch zum Unmut von VCW-Trainer Vollmer den Schneid wieder abkaufen. Der gebürtige Schwabe forderte lautstark „mehr Konzentration, Kontinuität und Mut”. Doch Stuttgart kämpfte sich wieder heran und arbeitete sich gegen Ende des Durchgangs eine Drei-Punkte-Führung heraus. Zwar kamen die Gäste noch einmal heran, doch Stuttgart hatte erneut die besseren Nerven und verwandelte abermals den dritten Satzball zur 2:0-Führung nach Sätzen.

In der Zehn-Minuten hatte Vollmer trotz des Rückstandes „null Zweifel” und erinnerte sein Team daran, dass „wir unterdurchschnittlich spielen und trotzdem nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt waren”. Vollmer stabilisierte mit der Einwechslung von Tanja Großer die Abwehr. „Es hat im Angriff nicht gereicht, also mussten wir über eine bessere Abwehr und Annahme kommen – das hat den Ausschlag gegeben”, analysierte Vollmer. Dadurch erarbeitete sich Wiesbaden ein Übergewicht und brachte die Sätze drei und vier recht sicher nach Hause. Im packenden Tiebreak ging es bis zum 12:12 hin und her. Durch einen Fehlaufschlag von Stuttgarts Topscorerin Deborah van Daelen (32 Punkte) nutzte Wiesbaden schließlich den zweiten Matchball zum umjubelten Einzug ins Semifinale.

Schwerin bezwingt Potsdam im Tiebreak

Meister und Pokalsieger Schweriner SC hat dem Druck standgehalten und mischt im Kampf um die Deutsche Meisterschaft weiter mit. Nach der Überraschungs-Pleite im ersten Play-off-Spiel schaffte das Team von Trainer Teun Buijs durch ein 3:2 (25:23, 25:23, 18:25, 23:25, 15:8) beim SC Potsdam den Ausgleich nach zwei Spielen. Nun treffen sich beide Teams zum Entscheidungsmatch am kommenden Mittwoch in Schwerin wieder.

Potsdam hielt gegen den hoch favorisierten Schwerinerinnen in den ersten vier Sätzen stark dagegen. Nachdem die ersten beiden Durchgänge wie bereits in Spiele eins knapp verloren gingen, holte sich das Team um Topscorerin Lucia Daniela Freso (24 direkte Punkte) die Durchgänge drei und vier. Potsdam Halbfinaleinzug war nun nur noch einen Satzgewinn entfernt, doch im entscheidenden Tiebreak legte Schwerin uneinholbar vor und erzwang damit ein Entscheidungsspiel.

Hamburg überrascht Vilsbiburg

Bereits am Samstagabend hatte auch VT Aurubis Hamburg ein drittes Spiel herbeigeführt. Vor 1120 Fans gewannen die „Kupfer-Ladies” gegen die Roten Raben Vilsbiburg klar mit 3:0 (25:23, 27:25, 25:13. Hamburg hatte sich nach einer enttäuschenden Hauptrunde erst in den Pre-Play-offs einen Platz im Viertelfinale erkämpft. Daher deutete vieles auf ein vorzeitiges Ausscheiden gegen die Niederbayerinnen – Mitfavorit auf den Meistertitel – hin.

Doch Imke Wedekind & Co. machten von Beginn an Druck und überraschten das Team von Trainer Guillermo Gallardo. Knackpunkt war wohl der zweite Durchgang, als Hamburg zwei Satzbälle abwehrte und den Satz mit 27:25 für sich entschied. Nach drei 0:3-Pleiten gegen Vilsbiburg feierte Hamburg nun im vierten Aufeinandertreffen der Saison den ersten Sieg. „Bei uns hat nichts geklappt, bei Hamburg alles”, sagte Gallardo enttäuscht. Vor dem Entscheidungsspiel am Mittwoch in Vilsbiburg warb der Argentinier um Unterstützung: „Die Mädels haben die ganze Saison hart gearbeitet. Jetzt brauchen wir alle Fans, damit sie sie beim Einzug ins Halbfinale unterstützen.”

Dresden schmettert sich im Eiltempo ins Halbfinale

Am frühen Sonntagnachmittag hat sich der Dresdner SC vor 1732 Fans klar beim USC Münster durchgesetzt. Wie bereits das Hinspiel gewann das Team von Trainer Alexander Waibl auch das Rückspiel in Münster mit 3:0 (25:14, 26:24, 25:19) – direkter kann der Weg in die Runde der letzten Vier nicht verlaufen: Dresden steht wie Wiesbaden im Halbfinale. Für den USC Münster ist die von vielen Verletzungen geprägte Saison beendet.

Richtig umkämpft war nur der zweite Durchgang. Doch Dresden behielt die Nerven und hat damit eine Woche Zeit, um sich auf das Halbfinale vorzubereiten. Beste Scorerin beim DSC war die Tschechin Martina Utla mit 16 direkten Punkten. Vor allem im Block (12:3 Punkte) und hinsichtlich der Angriffseffizienz war Dresden das bessere Team.

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