Schwerin rupft die Roten Raben

12. Dezember 2005
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Roll: "Ein schönes Spiel, aber ich bin überrascht"

Schwerins Kapitän Sylvia Roll konnte ihr Glück nach dem Abpfiff nicht so recht fassen: "Das war ein schönes Spiel, aber ich bin überrascht", kommentierte sie den gelungenen Coup in der Vilstalhalle. Ihr Trainer Tore Aleksandersen brachte es danach auf den Punkt: "Wir haben sehr konzentriert gespielt und verdient gewonnen." Den Raben gelang es vor allem im ersten und vierten Durchgang nicht, auf dem konstant hohen Niveau des SSC zu spielen. Vilsbiburgs Chefcoach Michael Schöps zog denn auch eine wenig erfreuliche Parallele zur Niederlage gegen den VfB Suhl: "Die Art und Weise wie wir in diese Partien gegangen sind, bereitet mir Sorgen. Vor allem vor eigenem Publikum müssen wir aggressiver zu Werke gehen", monierte er. "Heute war der Siegeswille bei Schwerin einfach größer."

Vielleicht auch darum starteten die Gäste wesentlich besser ins Spiel und lagen bei der ersten technischen Auszeit mit 8:5 in Führung. Nach dem 16:13 zogen sie sogar noch weiter davon. Schöps reagierte, und nach der Auszeit kamen seine Mädels bis auf 18:21 heran. Durch eine hohe Fehlerquote verloren die Raben den ersten Satz aber mit 20:25.

Im zweiten Durchgang schien es so weiterzugehen, als Schwerin die ersten drei Punkte markierte. Sofort unterbrach Schöps die Partie, und es gelang ihm, sein Team wachzurütteln (6:6). Jetzt lieferten sich beide Teams ein erbittertes Duell, das erst mit dem 33:31 für die Gäste entschieden war. Dabei hatte der Schweriner SC auch das Glück in Person des Schiedsrichters auf seiner Seite. Beim Stand von 30:29 für Vilsbiburg ließ der Unparteiische Dr. Bernhard Menner eine äußerst umstrittene Aktion von Patricia Wolf, die den Ball geführt hatte, weiterlaufen und verwehrte den Raben damit den Satzgewinn.

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch starteten die Raben in Abschnitt drei, und das ließen sie die Schwerinerinnen auch deutlich spüren. Über 8:6, 16:12 , 21:19 hatten die Gastgeberinnen diesmal das letzte Wort. Ausgerechnet Schwerins Superstar Sylvia Roll besorgte mit ihrem Aufschlag ins Aus das 25:21 für die Raben.

Doch die Erwartungen der Fans an eine Aufholjagd der Vilsbiburgerinnen erhielten schnell einen herben Dämpfer. Schwerin lag mit 4:0 in Führung und konnte fortan fast nach Belieben bis zum 25:15-Satz-und-Spiel-Sieg schalten und walten. Gegen das aggressive Spiel der Mecklenburgerinnen war kein Kraut gewachsen.

Michael Kreuzpaintner

Vilsbiburg: Dömeland, Thumm, Veh, Burchardt, Chi, Wühler – Xiong, Fetting, Prechtl, Kovarova, Pongratz, Zarkova, Daudysch.

Schwerin: Roll, Weiß, Schlüter, Retzlaff, Wolf, Dörendahl – Gollan, de Oliveira, Kasperski, Schumann, Basic, Kämpfe.

SR: Dr. Menner/Hartwig (Heitersheim/ München). Z.: 1345.


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