Keine 50 Minuten nach dem Anpfiff hatte Schwerin in der heimischen PALMBERG ARENA bereits problemlos die ersten beiden Sätze gegen verunsicherte Suhler klar gemacht, zeigte sich im dritten Satz hier und da vielleicht ein bisschen zu locker, ohne sich damit allerdings ernsthaft in Gefahr zu bringen. So holten die Gäste im dritten Satz einen 20:9-Rückstand noch auf ein 24:20 auf, beförderten sich dann aber mit dem nächsten und letzten Aufschlag ins finale Aus. Der SSC bleibt mit nun 20 Punkten (7 Siege in 8 Spielen, 23:8 Sätze) Spitzenreiter der Liga und bekräftigt damit seinen Anspruch auf den Titel.

„Wir sind auf jeden Fall zufrieden mit dem Spiel“, sagt SSC-Coach Felix Koslowski. „Auch wenn eigentlich natürlich ein einfaches Spiel zu erwarten war, weiß man trotzdem nie, was kommt, ob der Gegner doch überraschen kann.“ Nach dem bitteren Pokal-Aus am Mittwoch gegen Stuttgart „war so ein Sieg jetzt die beste Medizin.“ Und eine gute Gelegenheit, der ein oder anderen Stammspielerin eine Pause zu gönnen (Ariel Turner blieb heute komplett draußen) und die vier Nachwuchstalente Holstein, Krause, Schölzel und Wessely Spielpraxis sammeln zu lassen. „Bei den Belastungen, die die Mädels gerade haben, ist so ein Spiel eine dankbare Gelegenheit, mal ohne Stress und ganz locker durchzuspielen, zumal wir daheim in der PALMBERG ARENA diese Saison wirklich stark sind“, so der Cheftrainer. Positiv: Zuspielerin Denise Hanke blieb bei ihren 15 Aufschlägen – zuletzt ein wesentlicher Punktverlustfaktor – heute fehlerfrei, gab den Ball ruhiger und risikofrei ins Spiel. Wertvollste Spielerin des Abends wurde Schwerins neue Nummer 9 Tabitha Love, die mit kraftvollen Angriffen und effektiven Blocks 13 Punkte holte und bei den Gästen Claudia Steger, die insgesamt 11 Punkte besteuerte.

Überragend waren auch einmal mehr die Schweriner Fans: Trotz des zu erwartenden relativ unspektakulären Spiels war die Halle mit 1895 Zuschauern gut gefüllt. In Stuttgart hingegen blieben zuletzt selbst bei den Knallerspielen in der Champions League und im Pokal die Ränge auffallend lückenhaft, ließen den Manager der Schwaben ratlos zurück. „Da können wir uns wirklich glücklich schätzen, so treue und begeisterte Fans zu haben, die für Stimmung und Antrieb sorgen“, bedankt sich SSC-Manager Michael Evers bei den Schweriner Anhängern. „Diese tolle Kulisse ist mit Sicherheit ein wesentlicher Faktor, warum unsere Mannschaft daheim so großartige Spiele und Siege bietet.“

 

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