An diesem Montagabend ernteten sie auf dem Schweriner Marienplatz den Dank der Fans, der Sponsoren, der Stadt- und Landesoberen, sowie der Teamleitung des Schweriner SC. Der Platz war ausgefüllt mit Menschen, die sehen wollten, wie Sieger aussehen. Sparkassenchef Kai Lorenzen hatte einen Freibierwagen auffahren und ein Podest errichten lassen. Er gratulierte zuerst und konnte kaum in Worte fassen, was diese Mannschaft geleistet hat. Vor allem für die Stadt ist Spitzenvolleyball dieses Formates ein Segen. Er macht das kleine Areal von 130,53 Quadratkilometern (Vergleich Rostock :181,44 Quadratkilometer) inmitten einer bezaubernden Seenlandschaft noch bekannter als es schon ist und zwar von seiner besten Seite. Das konnten Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Innenminister Lorenz Caffier ohne Übertreibung in ihre Dankesworte fassen. Dann aber ergriffen die Fans Besitz von ihren Vorbildern. Jeder wollte jeder Spielerin die Hand drücken., mindestens aber ein Autogramm ergattern, egal worauf es geschrieben wurde: auf Geldbörsen, T-Shirts, Poster, Bildbände oder einfach nur auf ein leeres Blatt Papier. Und manch einer musste seine Tränen auch zurück halten, nachdem er von Vereinspräsident Johannes M. Wienecke erfahren musste, wer den Verein verlässt und in der nächsten Saison für den SSC nicht mehr im Spiel ist: Denise Hanke (Wechsel Istanbul), Anne Buijs (Rückkehr in die holländische Nationalmannschaft), Wiebke Offer (Konzentration auf die Ausbildung), Lucia Hatinova (Rückkehr in ihre slowakische Heimat) und Meistercoach Teun Buijs (Suche nach einer neuen Herausforderung). Leistungsträger wie sie werden so schnell nicht vergessen. Per Zertifikat ist ihnen ein Stein in der Schweriner Schlosskirche gewidmet. Doch bei aller Schwere, die ein Abschied mit sich bringt, sind die Aussichten auf die neue Saison so schlecht auch wieder nicht. Gespräche über neue Verpflichtungen laufen längst. An Interesse fehlt es wahrlich nicht, zumal der SSC erneut in der Champions League antritt. Das ist für viele Spielerinnen das Sprungbrett  ins internationale Geschäft. Vorerst aber wird erst einmal Urlaub gemacht. Lisa Thomsen verbringt mit ihrer Mutter vier Tage in Belgien und fliegt Ende Mai nach Furteventura. Lousi Souza Ziegler bricht mit ihrem Mann Jens am Sonntag nach Brasilien zu ihrer Familie auf. Für Anja Brandt kommt Urlaub momentan nicht in Frage. Sie muss sich für die Nationalmannschaft fit halten. Vielleicht ist noch ein Kurztrip an die Ostsee drin. Quinta Steenbergen fängt mit Anne Buijs bei der holländischen Nationalmannschaft an. So ist das Ende einer Saison zugleich ein neuer Anfang. Wie oft haben wir das mit dem Schweriner SC schon erlebt.