Offen für eine neue (Volleyball-)Welt

24. März 2017
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Neuer Kontinent, neue Liga, neues Team: Für SSC-Mittelblockerin Hannah Tapp (USA) war diese Situation Anfang 2017 so aufregend wie einschüchternd. Im Interview erzählt sie, warum ihr die Eingewöhnung in Schwerin erst schwer fiel und was sie seither alles gelernt hat.

 

Hannah, Du bist im Januar mitten in der Saison zum Team gestoßen. Wie war das für Dich?
Es war anfangs schon nicht leicht. Ich habe zuvor vier Jahre lang im gleichen Team gespielt (die College-Mannschaft „Minnesota Gophers“, Anm. d. R.), mit Mädels, die ich schon sechs Jahre lang kannte, und mit meiner Zwillingsschwester Paige, mit der ich schon mein Leben lang zusammengespielt habe. Außerdem ging mein Transfer, nachdem alles klar war, wirklich sehr schnell, und ich war nicht glücklich mit meinen Leistungen, weil ich gerade einen Monat Auszeit genommen hatte. Das hat mich alles ein bisschen überwältigt.

 

Gerade die Trennung von der Schwester ist sicher schwer…
Es ist definitiv hart, dass wir nicht zusammen sind und sie jetzt mit einem anderen Team spielen zu sehen. Aber es ist auch gut so. Es war uns immer wichtig, unsere Unterschiede zu betonen, weil Zwillinge permanent verglichen werden. Jetzt, wo wir getrennt sind und jede sie selbst sein kann, merken wir plötzlich, dass wir uns viel ähnlicher sind als wir dachten, auch wenn wir das nicht gern zugeben.

 

Was genau ist hier für Dich sonst noch anders als in Minnesota?
So ziemlich alles. Der Trainingsstil, die Spielweise, die Energien auf dem Feld, vor allem auch die Kommunikation während eines Matches. Ich war es gewohnt, dass man sich bei jedem Ball zuruft, wo er hingeht und was wir damit machen. Mir fiel es damit leichter, da musste ich mich erst umstellen.

 

Wie hast Du Dich an all das Neue gewöhnt?
Zum einen ist mir klar geworden, dass hier zwar andere Spielerinnen um mich herum sind, am Ende aber doch einfach Volleyball gespielt wird. Zum anderen habe ich eingesehen, dass die Unterschiede mir helfen, eine bessere Spielerin zu sein und auch als Persönlichkeit zu wachsen. Offener zu sein für das Neue war wahrscheinlich meine größte Anpassungsleistung, seit ich hergekommen bin.

 

Bist Du mittlerweile auch wieder zufrieden mit Dir als Spielerin?
Ja, ich bin ein ganzes Stück vorwärts gekommen. Micha (Döring, der Athletiktrainer des SSC, Anm. d. R.) hat mich im Kraftraum wieder fit gemacht, dann kam auch das Spiel wieder zurück. Vor allem meine Angriffe haben eine gute Effizienz, so dass ich in vielen Spielsituationen eine gute Option zum Anspielen sein kann, das ist mein Ziel. Ich will natürlich immer besser werden, vor allem in meinen Aufschlägen.

 

War Dir eigentlich von Anfang an klar, dass Du mit dem SSC um die Deutsche Meisterschaft spielen würdest?
Ich wusste schon, dass die Liga und das Team gut sind, aber dass wir um Titel mitspielen, das hatte ich nicht erwartet. Mich hat beeindruckt, dass sich nach dem verlorenen Pokalfinale niemand gehen ließ, sondern alle so stark weitergemacht haben. Es ist cool, zu einem solchen großartigen Team zu gehören. Ich glaube, wir können das wirklich schaffen.

 

Danke & weiter alles Gute!

 

Text: ssc-intern [kawi]


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