Damit geht Schwerin beim Thema PPP einen ganz neuen Weg, da die Stadt "neben den Risiken in den Bereichen Planung, Bau und Betrieb auch Nutzungs- und Auslastungsrisiken auf den privaten Partner überträgt", sagt Oberbürgermeister Norbert Claussen. Zugleich zeigt er sich erleichtert und zufrieden, dass dieses für Schwerin und die Region Westmecklenburg wichtige Projekt alle Hürden genommen hat. "Zusammen mit der Stadtvertretung, der Projektgruppe und den Sportvereinen wurde das Projekt intensiv vorbereitet und begleitet. Insbesondere in der Phase der Genehmigung durch das Innenministerium muüssten wir dann noch finanzielle und liegenschaftliche Fragen klären. Das Engagement und die Ausdauer in der Sache haben sich gelohnt. Alle Beteiligten können darauf stolz sein."

Das PPP-Projekt löst für Schwerin viele Probleme: Für die Gebäude und Liegenschaften am Lambrechtsgrund besteht seit Jahren ein erheblicher Sanierungsstau, den die Landeshauptstadt angesichts leerer Kassen aus eigener Kraft nicht beseitigen kann. Dies gilt insbesondere für die dringend notwendige Sanierung der Sport- und Kongresshalle, um den Bürgern der Stadt und der Region einen zeitgemäßen Event- und Veranstaltungsstandort bieten zu können. Zudem sollen unsere Bundesliga-Handballern des SV Post-Schwerin einen optimalen Austragungsort für ihre Heimspiele bekommen. ZuAuchd sieht sich die Stadt in der Pflicht, den großen sportlichen Erfolg der Volleyball-Damen des Schweriner SC mit einer modernen und zukunftsfähigen Spielstätte, die zudem hervorragende Bedingungen für Schul- und Breitensport bieten wird, zu unterstützen. Claussen: "Schließlich kann der traditionell gewachsene Standort für den Hochleistungssport für die Zukunft gesichert werden, weil auch die Internatsschüler des Sportgymnasiums Schwerin mit einem Neubau optimale Bedingungen für Bildung und Sport künftig vorfinden werden. Diese Aufgabe hätte die Landeshauptstadt Schwerin nicht aus eigener Kraft stemmen können. Die private Finanzkraft und das Know-how unseres Partner, die Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft mbH macht dies möglich."

Bereits zum 1. Mai 2008 übernimmt das private Unternehmen den Lambrechtsgrund, der weiter im kommunalen Eigentum bleibt. Die bisher kommunalen Mitarbeiter des Lambrechtsgrundes und des Sportinternates wechseln zu den neuen Betreibern. In den kommenden Wochen werden die Planungen verfeinert und die Baugenehmigungen eingeholt. Im Sommer beginnen die Arbeiten sichtbar. Unter anderem wird die Mensa abgerissen, ein neues Internat und eine Dreifeld-Sporthalle gebaut. In Absprache mit den Sportvereinen wird der Umbau der Sport- und Kongresshalle in der Sommerpause 2009 in Angriff genommen. Im Anschluss daran folgen die Arbeiten an den anderen Hallen.

Insgesamt sollen am Lambrechtsgrund in den kommenden Jahren 22 Millionen Euro investiert werden. Davon trägt die Stadt Schwerin 9 Millionen Euro, 3 Millionen Euro schießt das Land M-V als Förderung zu. Über Kredite sollen 10 Millionen Euro finanziert werden. Die Projektgesellschaft erhält von der Landeshauptstadt einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro für den Betrieb des Veranstaltungszentrums und für den nötigen Kapitaldienst.

Ausgangspunkt der Überlegung der Stadt, das Nutzungs- und Auslastungsrisiko auf den privaten Partner zu übertragen, waren laut OB Claussen zwei Gesichtspunkte: Zum einen gibt es in Deutschland genügend Beispiele dafür, dass Sport- und Veranstaltungsstätten nach Vorgaben der öffentlichen Hand am Bedarf vorbei geplant und errichtet wurden. Solche Objekte sind zwangsläufig nur mit Defizit zu betreiben und lösen erhebliche Folgekosten für die öffentliche Hand aus. Zum anderen liegt die Kernkompetenz einer Kommune nicht im kommerziellen Betrieb von Sport- und Veranstaltungsstätten. Hier ist das professionelle Know-how privater Betreiber und Veranstalter gefragt, die besser in der Lage sind, ihre Sport- und Spielstätten ohne Defizit zu betreiben.

MVregio Landesdienst mv/sn