Umstellungsprobleme hatte die 23-Jährige in keinster Weise. "Ich kenne hier ja alle, weiß auch, wie sie in der Annahme reagieren, wer wohin einen Schritt macht. Ich hatte es schon schwerer bei der Nationalmannschaft, mich zurechtzufinden", so der SSC-Libero und fügte an: "Die Anpassung im Verein ist viel intensiver. Ist ja auch verständlich, denn bei der Nationalmannschaft hat man gar nicht die Zeit, auf die kleinen Dinge zu achten."
"Gut, dass wir gleich gegen ein Top-Team spielen"
Das erfährt Linda jetzt wieder unter ihrem Heimtrainer Tore Aleksandersen, der seine Mannschaft auf das Topspiel gegen Dresden einschwört, das von der Deutschen Kreditbank präsentiert wird. Und alle freuen sich auf die Partie gegen den Tabellendritten. "Es ist gut, dass wir gleich gegen ein Topteam spielen. Für Dresden ist es auch nicht einfacher. Für uns ist es natürlich schön, dass wir mit einem Heimspiel nach der Bundesliga-Pause beginnen", meint Kathleen. Sie und auch die Annahmespezialistin erwarten gegen ein enges Match. "Beide Mannschaften sind auf einem Niveau. Wenn es nicht eng wird, dann muss eine Mannschaft total schlecht spielen", ist sich Linda sicher.

Beide noch etwas frustriert über Reservistenrolle
Etwas frustriert wirkt sie nach ihrem Ausflug zum DVV-Team aber immer noch. Sie war der einzige etatmäßige Libero, der im 12er Kader des DVV-Teams für die Olympia-Qualifikation stand. Aber auf ihrer Position setzte Bundestrainer Giovanni Guidetti Dresdens Außenangreiferin Heike Beier ein. "Ist ja klar, dass ich darüber nicht glücklich war", gibt sie unverhohlen zu, schätzt aber ihre Zukunft in der Auswahl realistisch ein. "Für mich ist eh 2012 das Ziel. Peking hätte ich sowieso nicht gesehen." Die 23-Jährige stand jetzt nur im Team, weil Dresdens gesetzter Libero Kerstin Tzscherlich nach einer Knie-OP nicht rechtzeitig fit wurde. Dass Heike Beier eine gute Annahmespielerin ist, ist bekannt.

Bei Kathleen Weiß sieht das anders aus. Sie hätte Peking sicher gesehen. Ob nun als erste oder zweite Zuspielerin. Aber auch sie war über ihre Reservistenrolle frustriert. Noch vor einem Jahr bei der WM stand sie im ersten Sechser und erfüllte die Erwartungen. Jetzt holte der Bundestrainer die erfahrene Tanja Hart zurück, die über keinerlei Spielpraxis verfügte, da sie im Sommer ihre sportliche Laufbahn beendete. "Tanja sollte im ersten Spiel von Beginn an spielen, weil sie keinen Druck hat und in einigen Situationen wohl mehr aus einer schlechten Annahme machen kann. So erklärte mit das zumindest der Trainer. Es lief ja auch ganz gut", betonte Kathleen, für die jetzt nur noch die Bundesliga zählt, wo sie zeigen will, was sie kann.