Schon der entscheidende 3:2-Sieg über Potsdam im zweiten Playoff-Spiel am Ostersonnabend rüttelte mächtig an den Nerven der SSC-Fans. Nun erlebt die Nervenschlacht am Netz eine Neuauflage. Stuttgart konnte sich durch zwei Siege über Vilsbiburg für das Halbfinale qualifizieren und ist gewillt, Schwerin hinter sich zu lassen „Jetzt rocken wir Schwerin“ jubelten die Stuttgart-Fans nach dem Erfolg gegen Vilsbiburg. Doch erst einmal hat der Schweriner SC Stuttgart vor sich. Er genießt im ersten und im möglichen dritten Spiel Heimrecht. Und wie sich am Kartenverkauf zeigt, tritt der deutsche Rekordmeister vor voller Hütte gegen den Tabellendritten der Vorrunde an.

Stuttgart stand wie Schwerin in dieser Saison unter einer Dreifachbelastung: Europapokal, Bundesliga und DVV-Pokal. In der Bundesliga-Vorrunde behielt Schwerin zwei Mal die Oberhand über Stuttgart mit 3:1-Siegen. Im Pokalfinale war das Team von Guillermo Naranjo Hernandez knapp mit 3:2 an Dresden gescheitert. Im Europapokal kam das Aus gegen den russischen Volleyball-Riesen Krasnodar. Was noch zu ergattern bleibt, ist die deutsche Meisterschaft. Die allerdings hat auch Schwerins Coach Felix Koslowski fest im Blick. Denn nach zwei Jahren ohne Titel scheint die Zeit für Schwerin wieder reif zu sein für den Pott. Das Playoff-Halbfinale der letzten Saison endete für den SSC mit zwei schmerzlichen 3:2-Niederlagen gegen Stuttgart. Es gibt also einiges wieder gut zu machen. Im jetzigen Halbfinale stehen sich auf beiden Seiten neue Gesichter gegenüber. Stuttgart hat sich vor allem im Ausland nach Verstärkung umgesehen. Schwerin hat ein gutes Gemisch gefunden aus erfahrenen älteren Spielerinnen und jungen Nachwuchskräften. Verdichtet wurde das Potential in einzelnen Positionen mit ausländischen Top-Athleten. Das Spiel wird zur Talente-Show und deshalb auch sehr schmeichelhaft für die Volleyball-Seele.

 

Fotos: EH Foto, MidiGrafie