In der Tat legten die Gastgeber hoch konzentriert los wie die Feuerwehr. Beim 8:3 gab es die erste technische Auszeit, und auch danach war Schwerin haushoch überlegen. 13:6, 16:9, 17:10 – die 20 Minuten bis zum 25:13 waren eine klare Sache. Und im Gegensatz zu sonst machte Schwerin nach dem Seitenwechsel da weiter, wo es zuvor aufgehört hatte. Nach dem 0:2 punktete Rückkehrerin Julia Retzlaff, die bei ihrem Heimdebüt nach fast neunmonatiger Verletzungspause allmählich zu alter Stärke zurückfand, erstmals für den SSC. Ein erfolgreicher Block brachte den Ausgleich, und noch zwei Mal Retzlaff – die Gastgeberinnen waren wieder auf Kurs. Variable Zuspiele von Kathleen Weiß, kräftige Angriffe von Cathrin Schlüter, Angela Kryvarot, Patricia Thormann und Tina Gollan – bis zum 23:13 passte eigentlich alles.

Angesichts der nahenden 2:0-Satzführung nahmen sich die Schwerinerinnen aber dann eine gedankliche Auszeit, die Hamburg zur Ergebniskosmetik nutzte: 25:19 hieß es nach 22 Minuten für den SSC.

Die gedankliche Auszeit überlebte auch noch die Anfangsminuten des dritten Satzes: 0:2, 1:3, 2:4 – Hamburg witterte Morgenluft. Aber Schwerin kämpfte sich aus dem Tief, hielt die Partie bis zum 9:9 ausgeglichen – um sich dann abermals abzusetzen. Spätestens beim 17:10 ließen die Hamburgerinnen ihre Köpfe hängen, fügten sich nahezu wehrlos ihrem Schicksal. Exakt 61 Minuten war die Partie alt, als Tina Gollan einen Angriff über die Mitte auf den Hallenboden donnerte: 25:16 und 3:0 für den Vizemeister, der so punktgleich mit Spitzenreiter Dresden auf Rang 2 verbleibt. Vilsbiburg kann allerdings morgen mit einem 3:0 über Olympia Berlin nochmals am SSC vorbeiziehen.

<Schrift6_5dp>Schwerin: Weiß, Kryvarot, Schlüter, Gollan, Retzlaff, Thormann – Dörendahl; Kato, Kasperski, Gutsche.

Hamburg: Volle, Lienard, Borowikow, Steffen, Ahlke, Kaufhold – Rühl; Costa Caldara, Lukashuk.

SR: Netemeyer/Seiler(Adelheidsdorf/Elmshorn). Z.: 600. Spieldauer: 61 (20, 22, 19) Minuten