Weiß und Kauffeldt gegen Vilsbiburg draußen"Wir haben ein Luxuspro blem", meinte denn auch Trainer Tore Aleksandersen. Klar, was der Norweger damit meinte: "Wir können es uns gegen den Spitzenreiter leisten, solche Leute wie Kathleen Weiß oder Berit Kauffeldt draußen zu lassen. Andere Mannschaften würden sich freuen, wenn sie diese Spielerinnen zur Verfügung hätten. Aber wenn ich sie in einer solchen Partie einwechsle, hätte das möglicherweise den Spielrhythmus gestört."

Nun war es gegen Vilsbiburg auch gar nicht notwendig, einer Akteurin aus dem ersten Sechser eine Verschnaufpause zu gönnen, aber allein die Möglicheiten, die sich durch die nach Julia Retzlaffs Rückkehr deutlich gesteigerten Alternativen bieten, können auf dem Weg zur Meisterschaft entscheidend sein. Zwei Spiele der Normalrunde stehen noch aus, bevor es in die Meisterrunde der besten sechs Mannschaften geht. Derzeit belegt der SSC den Platz an der Sonne, und mit dem Tabellen-Neunten USC Münster sowie dem achtplatzierten Köpenicker SC stehen am Freitag und Sonntag eigentlich lösbare Aufgaben auf dem Programm.

Aber der Trainer warnt: "In Münster haben wir im vergangenen Jahr auch verloren und damit wohl den Titel verspielt. Und selbst wenn der USC in dieser Saison große Probleme hat, darf man ihn nicht unterschätzen", gibt er seinen Schützlingen vor dem Auftritt übermorgen im westfälischen Volleydome mit auf den Weg.

Derlei mahnender Worte bedarf es vor dem Vorrunden-Abschluss am Sonntag gegen Köpenick nicht: Das Hinspiel hatte der hoch favorisierte SSC mit 1:3 verloren und damit eine Serie von drei Niederlagen in Folge (danach 2:3 im Pokal in Wiesbaden und 2:3 im Punktspiel in Leverkusen) eingeläutet. "Vor dem Köpenick-Spiel muss ich meine Mannschaft nicht extra motivieren. Sie möchte die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen, diese Niederlage wurmt uns heute noch", weiß Aleksandersen.

Vielleicht entscheidende Partie in eigener Halle?Sollten die Schwerinerinnen das Wochenende schadlos überstehen – und angesichts der knappen Tabellen-Konstellation möglichst ohne Satzverlust -, würden sie die Meisterrunde von Platz 1 aus in Angriff nehmen. Das hätte unter anderem den Vorteil, dass man die letzte und möglicherweise Meisterschafts entscheidende Partie in eigener Halle gegen den Zweiten der Vorrunde austragen könnte.

Aber bis dahin ist noch ein langer Weg. Und dafür werden nun einmal alle Spielerinnen gebraucht – selbst, wenn sie die ein oder andere Partie von draußen verfolgen müssen…

Foto – Dietmar Albrecht: Kahleen Weiß (3), etatmäßige Nummer 1 im Zuspiel der Nationalmannschaft, kommt in der Partie gegen Vilsbiburg (3:0) für Denise Hanke (r.) – aber nur für einen Ballwechsel.