Hanka hofft, dass sie "der Mannschaft helfen kann. Das heißt allerdings nicht: Jetzt komme ich zurück, und wir gewinnen und dann wird sich qualifiziert." Doch eine Außenangreiferin wie Pachale, Stammspielerin bei Italiens Vereinsmannschaft Nr. 1, kann die DVV-Auswahl sehr sehr gut gebrauchen.

Ihr 114. und bisher letztes Spiel im Auswahldress bestritt sie bei der EM 2001 in Bulgarien. "Bis vor anderthalb Jahren hatte ich mit dem Kapitel Nationalmannschaft abgeschlossen. Jetzt denke ich anders." Eine Rolle dürfte dabei auch gespielt haben, dass Hanka Pachale in der Spielzeit 2003/04 unter dem jetzigen Bundestrainer Guidetti bei Volley Modena spielte. "Er hat mich nicht zum ersten Mal kontaktiert, 2006 zur WM in Japan etwa. Aber letzten Endes passte es nicht", so die längst in Italien heimisch Gewordene. 2008 heirate sie einen Italiener, verrät die gebürtige Schwerinerin. "Italienisch spreche ich fließend. Eher habe ich inzwischen Probleme mit dem Deutschen."

Hanka Pachale und die Rückkehr in die DVV-Auswahl. Eine Geschichte, die nicht neu ist. "Die Qualifikation für Sydney wäre eine lebenswichtige Maßnahme", hatte einst DVV-Präsident Werner von Moltke mit Blick auf die Olympia-Quali in Bremen im Januar 2000 verkündet. Seinerzeit wurde neben Susanne Lahme und Christina Schultz vom Schweriner SC auch Pachale reaktiviert. Es fruchtete, der DVV-Sechser schaffte sensationell die Olympiafahrkarte, wurde in Sydney Sechster.

Acht Jahre sind seitdem ins Land gegangen. Und der zitierte Moltke-Ausspruch ist erneut brandaktuell, nur dass statt Sydney das Traumziel jetzt Peking heißt. Bisher haben sich für Olympia neben dem Gastgeber taufrisch beim World Cup in Japan Italien, die USA und Brasilien qualifiziert.

Für die deutschen Frauen geht es vom 15. bis 20. Januar 2008 in Halle/Westfalen entsprechend um sehr viel. Das jetzt feststehende Achter-Feld hat es in sich: Weltmeister Russland, Ex-Europameister Polen, Serbien, Niederlande, Türkei, Rumänien Kroatien sowie Gastgeber Deutschland. Nur der Sieger des Turniers löst das Peking-Ticket!

"Lebenswichtige Maßnahmen" sind also wieder aus Sicht des DVV gefragt. Denn nach Rang neun 2004 in Athen droht jetzt das komplette Fehlen des deutschen Hallen-Volleyballs bei Olympischen Spielen. Nicht nur für die Vermarktung des Verbandes wäre das eine mittlere Katastrophe.

Um das 2000er-Wunder von Bremen jetzt in Halle/W. zu wiederholen, setzen Giovanni Guidetti und der Verband alle Hebel in Bewegung. Die Rückkehr der "Italienerin" Hanka Pachale, für die die dritten Olympischen Spiele nach 1996 und 2000 "ein Anreiz sind", ist gebongt. Ebenfalls kontaktiert wurde Zuspielerin Tanja Hart (Wiesbaden), die aber noch kein Grünes Licht gegeben hat.