Der Wind wehte ordentlich am Warnemünder Strand am Sonntag, und die eine oder andere Möwe nutzte das perfekte Segelwetter, um sich über den Beachvolleyballfeldern beim Neptun Hotel einen ausgiebigen Überblick zu verschaffen – wenn auch wohl eher auf der Suche nach einem ungesicherten Snack in den Händen der (teils schon in Wattejacke und Wollmütze gut verpackten) Zuschauer, denn als scharfer Beobachter des finalen Wochenendes der Beachvolleyball-Landesmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommern. Dabei gab es da ausreichend sehenswerte Kämpfe zu verfolgen, durchaus immer auch mit der spannenden Frage, welches Team der Wind mit seinem Einfluss auf die Flugkurve des Balls eher begünstigen würde. „Uns stört das gar nicht, uns macht das Spaß“, sagte Toni Schneider (26) vom SSC Palmberg Schwerin Beachteam, mit den Wetterverhältnissen am vertrauten Trainingsstand vollkommen im Reinen. Ob es nun der Wind war, der ihm und Partner Daniel Sprenger (28) zuspielte, ob Daniels extra Beintraining in der letzten Woche noch mal ein paar Zentimeter mehr Sprungkraft brachten oder sie eben ohnehin einfach die Besten waren: Die beiden Beacher aus Rostock, seit Frühjahr 2018 Teil der SSC-Familie, steuerten vom ersten Spiel an unaufhaltsam auf ihr Ziel zu, diese letzte Station der Landesserie zu dominieren. Zwar war ihnen der bereits dritte MV-Meistertitel in Folge schon vor Wochenendbeginn nicht mehr zu nehmen, da das Punktekonto nach drei Turniersiegen (Binz, Greifswald, Karlshagen) und zwei dritten Plätzen (Warnemünde im Mai, Rostock) bereits hochhaushoch gefüllt war. Aber man wollte sich auch standesgemäß aus dieser Saison verabschieden – mit einem abschließenden Triumph vor der eigenen Haustür.

So ließen sich die beiden weder von der relaxten Atmosphäre einlullen noch von den humorigen Frotzeleien des Moderators („Der SSC hat nur Damenmannschaften, und daran hat sich auch nichts geändert…“) beirren und zeigten – in allerbester Schweriner Meisterart – auch im einzigen engen Kampf, im harten Halbfinale, ausreichend Nervenstärke, um sich den Einzug ins Finale nicht streitig machen zu lassen.

Die hier wartenden Argentinier Gabriel Dapiaggi und Santiago Etchegaray, international turniererfahren und grundsätzlich unangenehme, weil stets verbissen kämpfende Gegner, wie Toni einschätzte, hatten dem strebsamen Titelverteidiger dann auch nicht mehr viel entgegenzusetzen: In zwei Sätzen holten sich Toni und Daniel den gewünschten Sieg. Auch wenn eine gefülltere Zuschauerkulisse und ein bisschen mehr Stimmung dem finalen Titelkampf gut gestanden hätten: „Wir sind echt froh, dass uns hier der Sieg gelungen ist und glücklich über die Meisterschaft“, freute sich Daniel.

Jetzt machen die Jungs erst mal ein, zwei Monate Pause vom Volleyball, halten sich vornehmlich im Kraftraum fit, bevor es wieder zum Training in die Beachhalle geht.

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