Dabei standen die Vorzeichen für die Schweriner nicht schlecht. Denn in den bis dato elf Begegnungen hatte man zehnmal gewonnen. Also blieb nur der Warnschuss aus der vorigen Saison, als man die gut sechsstündige Heimfahrt mit einer 1:3-Niederlage antreten musste.

"Das Ausscheiden aus dem Pokal ist abgehakt. Jetzt muss für die Meisterschaftsrunde weiter gepunktet werden. Es wird natürlich ein sehr schweres Spiel. Zumal Suhl mit dem Einzug ins Pokalfinale ein Hoch erlebt", so Trainer Aleksandersen vor der Partie vorsichtig optimistisch.

Beide Seiten begannen recht nervös. Doch mit ihren "Schlagraketen" von den Außenbahnen und die dazu clever an den gegnerischen Blöcken vorbei serviert wurden, sorgten vor allem Patricia Thormann und Anzhela Kryvorot stets für solide Vorsprünge. Mit dem 25:22-Teilerfolg sollte sich eigentlich die Nervosität vollends gelegt haben. Doch das Gegenteil war der Fall. Mit kapitalen Annahmefehlern und damit auch erschwertem Spielaufbau lag man plötzlich sogar einmal mit 3:11 zurück. Im Endspurt gelang dann nur noch etwas Schadensbegrenzung. Spätestens mit Satz drei begann das Wechselbad der Gefühle ganz heiß zu werden. Dazu trugen fortan auch so einige Spielleiterentscheidungen mit "leichten Nachteilen" für Schwerin bei. Aber man hatte mit dem 25:22 doch das bessere Ende. Mit diesem Schwung schien spätestens mit Satz vier der Punktgewinn fast schon sicher zu sein. Schnell lag man 5:0 dank nunmehr besonders wegen wieselflink aufgebauter Abwehrblöcke vorn. Mit satten punktebringenden Aufschlägen in den anfälligen Suhler Rückraum schien ein gutes Rezept gefunden zu sein. Doch wie man selbst noch den 13:8-Vorsprung vergeigte, blieb ein Rätsel. Auch für den tobenden Coach.

Es lag nicht allein an der zunehmenden Angriffsstärke der Suhler. Wohl eher an zu vielen plötzlich unbesetzten Ecken im Schweriner Feld, in die der Gastgeber clever die Bälle servierte. Die Strafe folgte alsbald im Tiebreak. Allerdings reichte der Matchball beim 16:15 nicht, weil erneut ein Aufschlag von Tina Gollan weit über die gegnerische Linie flog. Die Suhlerin Natasa Rapajic zeigte mit ihren zwei Aufschlaghammern, wie man richten kann und sorgte für das Schweriner Malheur. "Mal abgesehen von einigen Fehlentscheidungen der Spielleiter besonders im vierten und fünften Satz waren wir die deutlich bessere Mannschaft. Mit Leichtsinnsfehlern gerade im Tiebreak haben wir uns am Ende selbst um die Punkte gebracht", lautete das Urteil von Tore Aleksandersen.