"Haus des Sports eine gute Zwischenlösung"
Jetzt der Umzug nach Schwerin, für Sandra eine Rückkehr. Ist das Haus des Sports nur eine Übergangslösung? Beide wehren gleich unisono ab: "Nein! Der Schritt vom Internat zum Alleinleben ist doch wohl schwierig. So ist das eine gute Zwischenlösung. Wir bekommen unser Essen und haben ja auch noch uns", so die 19-Jährige. Für sie kam es nicht in Frage, vielleicht wieder zu den Eltern zu ziehen. "Vier Jahre schon hier im Internat, dann zwei Jahre in Heidelberg und dann wieder nach Hause, das würde gar nicht gehen", erzählte die Blondine lachend. Sie baute im Frühjahr ihr Abitur und beginnt jetzt an der Design-Schule in Schwerin eine Ausbildung zur Grafik-Designerin. Denise muss noch drei Jahre die Schulbank am Sportgymnasium drücken.

Ein ganz anderer Typ als Kathleen Weiß
Doch hauptsächlich sind die beiden in Schwerin, um beim SSC in der 1. Mannschaft Volleyball zu spielen. Da steht für die Juniorinnen in erster Linie an: viel im Training arbeiten sowie lernen und so viele Spielanteile wie möglich bekommen. Denise hat mit Kathleen Weiß die Auswahl-Zuspielerin beim SSC vor sich. "Wir sind zwei ganz verschiedene Typen. Ich denke, deshalb kann unser Trainer auch viel mehr taktisch variieren", zeigt sich die eher etwas zurückhaltend wirkende Denise selbstbewusst. In der Tat sind die beiden total unterschiedlich. Kathleen misst 1,71 m und ist Rechtshänderin, Denise ist 1,81 m groß und Linkshänderin. Dass die Berlinerin ein Riesentalent ist, weiß auch Bundestrainer Giovanni Guidetti, der sie schon zu Lehrgängen eingeladen hat. Doch jetzt gilt es für Denise erst einmal beim SSC Fuß zu fassen. Wenn bei der Auswahl keine der beiden Zuspielerinnen wegen Verletzung ausfällt, wird die 17-Jährige die komplette Vorbereitung beim SSC mitmachen. "Das ist auch ganz gut so, damit ich mich hier einfinden kann."

Soweit wie Denise ist Sandra noch nicht mit der Nationalmannschaft. Doch auch für die locker vom Hocker plaudernde Mecklenburgerin ist die Auswahl das erklärte Ziel. "Es wird aber schwer bei meiner Größe", weiß die 1,82 m große Mittelblockerin. Doch sie wirkt erheblich größer. "Das machen die langen Beine", scherzt Denise.

Juniorinnen-WM in Thailand war unvergessliches Erlebnis
Unvergessen bleiben für die Brünette und Blondine die gewonnene Juniorinnen-WM-Qualifikation in Russland und die Welttitelkämpfe in Thailand in diesem Jahr. "Die Quali war der Wahnsinn. Es hat alles super zusammengepasst. Wir hatten zwar nicht die überragenden Spielerinnen, aber wir waren mehr Team als die anderen. Das kann bekanntlich Berge versetzen", erzählt Sandra.

Doch das war im April, im Juli bei der WM sah alles anders aus. Der Verband gab kein Geld für eine Vorbereitung, so dass das Team gerade mal sechs Tage vor dem Abflug zusammenkam. Das aber auch nur aufgrund von Sponsoren des VCO. "Die Vorbereitung war eine Katastrophe. Wir hatten ja auch noch Ausfälle im Vorfeld und dann noch während der WM. Wir haben es leider nicht geschafft, in so wenigen Tagen als Team so zusammenzufinden wie bei der Quali", berichteten beide ein wenig geknickt. Umso mehr Hut ab über WM-Platz sieben.

Und das Erlebnis Fernost an sich? "Die Stadt war ziemlich dreckig, es gab viele kleine Hütten, keine großen Wohnhäuser", so Denise. Begeistert waren sie von ihrem Super-Hotel, in dem alle zwölf Mannschaften untergebracht waren, und vom Büfett. "Es gab internationales und thailändisches Essen. Wir haben auch mal die thailändische Küche ausprobiert. Sie ist total scharf", plaudert Sandra. Das DVV-Team besuchte einen Nachtbasar, Zoo, Tempel und eine Tonfabrik: "Wahnsinn, die machen das alles mit der Hand und die Figuren kosten dann nur umgerechnet 20 Cent", so Sandra, die anfügt: "War superschön. Wenn nur der Flug nicht so lange dauern würde, würde ich öfter hinfliegen."