Genau das bekamen die Gäste gar nicht hin – 17 Aufschlagfehler! Auf Schweriner Seite hingegen machte man mit dem Aufschlag Druck und konnte phasenweise ein schnelles Angriffsspiel aufziehen. Auch war die Feld- und Blockabwehr sowie die Annahme auf der Höhe. "Wenn wir von Anfang an konzentriert spielen, dann wird es für jeden schwer, uns zu schlagen. Wir haben vorher Videos gesehen und wussten, dass Münster im Moment nicht so gut spielt", sagte Libero Linda Dörendahl, die von USC-Trainer Axel Büring als beste SSC-Spielerin ausgezeichnet wurde. "Nicht unbedingt wegen heute, sondern auch für die letzten Spiele. Wenn man nur Annahme und Abwehr trainiert und dann auf Außen oder Diagonal eingesetzt wird, weil die Verletztenmisere nichts anderes zulässt, dann kann man davor nur den Hut ziehen", so der USC-Coach. Linda durfte gestern wieder auf ihre angestammte Position: "Das ist mein Ding."

Der SSC brauchte unter den Augen des Bundestrainers Giovanni Guidetti noch nicht mal sein ganzes Können aufzubieten, um den Gegner in Schach zu halten. Im ersten Satz lag er schnell mit 14:8 vorn. Über 20:15 und 24:16 war der erste Satzball da, den Mittelblockerin Cathrin Schlüter verwandelte.

In Durchgang zwei das gleiche Bild. Münster fand überhaupt nicht ins Spiel. Die Gastgeberinnen standen weiter gut, ohne zu glänzen. Der USC versemmelte reihenweise Aufschläge und Angriffe. "Schwerin war einfach zu stark. Aber ich bin enttäuscht darüber, dass wir viele Punkte durch leichte Fehler abgegeben haben", sagte Büring. So lief auch in diesem Abschnitt alles zugunsten des Tabellenführers. Der SSC enteilte über 12:6, 20:15 zum 25:15.

Die Aleksandersen-Schützlinge zogen ohne große Mühe weiter durch. Die Westfalen hatten sich wohl in ihr Schicksal ergeben. Auch im dritten Satz waren die Messen schnell gesungen. Der SSC baute seinen Vorsprung kontinuierlich über 11:6, 17:12 und 24:16 aus. Bezeichnend für das Spiel: Münsters Außenangreiferin Johanna Barg verwandelte den Matchball für die Gastgeberinnen, in dem sie einen Aufschlag ins Netz setzte.

Zumindest die SSC-Damen konnten nach der Partie den ersten Advent feiern, zumal die Weihnachtsfeier mit Sponsoren und Förderern anstand.

"Es war kein gutes Spiel. Münster war zu schwach. Schwerin hat heute leicht gewonnen. Ich habe eine gute Schweriner Mannschaft gesehen, besonders im Angriff", so Giovanni Guidetti, der sich seine Nationalzuspielerin Kathleen Weiß sowie Tina Gollan und Cathrin Schlüter ansehen wollte, die im erweiterten DVV-Kader stehen.