Der Bundesliga-Neuling führte vor heimsichem Publikum im ersten Satz mit 5:1 und erst danach setzte der Favorit die Akzente. Es schien, als habe Aleksandersen seinem Team in der ersten Auszeit angedroht, jeder verschlagene Ball koste zehn Euro in die Mannschaftskasse. Vor allem Mittelblockerin Cathrin Schlüter schnappte sich die Bälle wie der Frosch die Fliege, wenn sie von Zuspielerin Kathleen Weiß, die am Sonnabend ihren 24. Geburtstag feierte, bedient wurde. So konnte der Vizemeister dann doch mehr und mehr seine Erfahrung ausspielen und holte sich den ersten Satz mit 25:16.

Doch die unkonzentrierten Phasen des Schweriner SC setzten sich fort. Im zweiten Satz führten die Allgäuerinnen mit 20:19, als Denise Hanke für Kathleen Weiß kam. Der Wechsel zahlte sich aus. In den entscheidenden Situationen war Schwerin cleverer und gewann den zweiten Durchgang mit 25:23, der für den Schweriner Trainer "eine einzige Katastrophe" war. Einer Spitzenmannschaft dürften solche Aussetzer nicht passieren, meinte Aleksandersen gleich im Anschluss an die Partie. Gestern Vormittag klang der Norweger etwas moderater: "Mit einfachen Fehlern mit dem Aufschlag, im Block und Angriff haben wir Sonthofen ins Spiel gebracht. Wenn du solch eine Mannschaft mitspielen lässt vor eigenem Publkum mit der Euphorie, dann bekommst du Probleme", berichtete der 39-Jährige, der mit seiner Mannschaft gestern Morgen um kurz nach sieben Uhr wieder in der Heimat war.

Erst nach 10:10 wieder einen Gang zugelegt
Auch zu Beginn des dritten Satzes waren die Schwerinerinnen unkonzentriert, machten leichte Fehler und legten erst nach dem 10:10 einen Gang zu. Nach der 20:14-Führung schien die Partie gelaufen zu sein, aber Sonthofen kam nochmals auf 18:21 heran, ehe Tina Gollan die SSC-Angriffe cool und routiniert zum 25:19 und damit zum 3:0-Endstand vollendete. Sie war neben Cathrin Schlüter und Patricia Thormann beste Spielerin auf Seiten der Gäste.

"Hauptsache gewonnen und zwei Punkte mitgenommen", lautete das Fazit von Coach Aleksandersen. Die hohe Fehlerquote in den vergangenen Spielen "macht uns kaputt".

Schwerinerinnen derzeit Trainingsweltmeister
Sein Team sei derzeit Trainingsweltmeister. "Wir trainieren wesentlich besser als wir spielen und befinden uns noch nicht auf dem gewohnten Level. Wir spielen nicht konstant genug." Taktisch und technisch müsse sein Team noch um einiges zulegen. Und was nimmt er mit von der Partie beim Tabellenletzten? "Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten." So wie immer. Schon am nächsten Wochenende muss der SSC die Fehlerquote gewaltig reduzieren. Denn am Freitag müssen die Schwerinerinnen in Wiesbaden antreten, am Sonntag kommt NA.Hamburg und die beiden Teams sind von einem ganz anderen Kaliber.

Sonthofen: Dölle, Eckl, Henkel, Kovarova, Meyer, Steckenleiter – Schneider; Prechtl, Weil.

Schwerin: Weiß, Gollan, Kauffeldt, Thormann, Kryvarot, Schlüter – Dörendahl; Hanke, Gutsche, Kato.

Schiedsrichter: Klotz/Zenner (Karlsruhe/Beckingen). Zuschauer: 800. Spielzeit: 72 (22, 26, 24) Minuten.