Dennoch reagierte der Sportclub und machte gestern den Transfer der Japanerin Rei Kato, die schon seit Wochen beim SSC mittrainiert, perfekt. Und der ehemalige Libero des japanischen Top-Teams Red Wings Pioneer stand zu Beginn der Partie sicher in Annahme und Feldabwehr, ließ aber mit zunehmender Spieldauer auch nach.

Die Schwerinerinnen begannen die Partie, die von Lobenstein und Stenzel Kraftverkehr GmbH präsentiert wurde, hochkonzentriert. Druck mit dem Aufschlag, gute Annahme und Angriffe ließen den Gastgeber schnell auf 8:3 davoneilen. Wiesbaden hatte dem ersten Tempospiel des deutschen Pokalsiegers nicht viel entgegenzusetzen. So bauten die SSC-Damen ihre Führung auf 19:12 aus und machten mit 25:19 den Sack zu.

Wie sie den ersten Satz beendeten, fingen die SSC-Damen im zweiten an. Nach einer Aufschlagserie von Tina Gollan und dem weiter gut vorgetragenen schnellen Angriffsspiel führte Schwerin schnell mit 12:8. Doch dann ließ die Konzentration nach. Wiesbaden witterte seine Chance, hatte sich etwas besser auf den Gegner eingestellt. Auf einmal stand es 16:16 und 18:18. Aber der Vizemeister besann sich auf seine Stärken und zog das Tempo wieder an, provozierte so Fehler der Gäste. Die 2:0-Satzführung war perfekt.

Doch dann riss der Faden im Spiel des SSC endgültig.Wiesbaden legte zu, Schwerin ließ weiter nach. Die Gastgeberinnen spielten in der Folge grottenschlecht. Die SSC-Angreiferinnen wurden ein ums andere Mal geblockt, oder hauten unmotiviert den Ball in den Block. Wiesbaden enteilte auf 19:9. Bei diesem Stand holte Aleksandersen fast seinen kompletten ersten Sechser herunter. Denise Hanke, Sandra Gutsche, Janine Völker und Sabine Zerbe standen jetzt mit Cathrin Schlüter und Patricia Thormann auf dem Feld. Der Satz ging deutlich mit 25:16 an die Gäste.

Danach trat Schwerin wieder mit der ersten Sechs an. Aber es wurde nicht besser: 6:10-Rückstand. Die Mannschaft um Kapitän Kathleen Weiß hatte total den Rhythmus verloren. Fehler über Fehler prägten das Spiel. Zwar gab der SSC nicht auf, aber spielerisch kam eben nicht allzuviel zu Stande. Mit 22:25 ging auch dieser Durchgang verloren, der Tiebreak musste entscheiden.

Es wurde ein Kampf auf Biegen und Brechen. Es ging hin und her. Beim Seitenwechsel führte der Gastgeber knapp mit 8:6. Aber jetzt hatten auch Patricia Thormann und Tina Gollan das Timing bei ihren Angriffen wiedergefunden. Der SSC gab noch einmal Gas und "Paty" war es vorbehalten, den Matchball zu verwandeln.

Schwerin: Weiß, Kryvarot, Schlüter, Gollan, Thormann, Kauffeldt -Rei Kato; Hanke, Völker, Gutsche, Zerbe.

Wiesbaden: Osterloh, Lehmann, Vaneckowa, Harry, Souza, Schulz – Delogu; Friedrich, Roß, Lacerda.

SR: Hirschfeld/Zander (Berlin). Z.: 800. Spielzeit: 113 (24, 25, 22, 27, 15) Minuten.

Foto – Hans-Dieter Hentschel: Am gestrigen Morgen erst verpflichtet, am Abend schon mit dem Debüt in der Bundesliga: Rei Kato, der neue Libero der SSC-Damen aus Japan.