Die Woche in Sao Paulo war aufgrund der schwierigen Gruppenauslosung schon als die "Schlimmste" prophezeit worden, trotzdem wussten wir welche Stärken wir haben und sind mit einer positiven Einstellung herangegangen.
Das Training lief gut und im Gegensatz zur Vorwoche in Santo Domingo hatten wir es nun eher mit kühleren Temperaturen zu tun. In Sao Paulo war Winter. Nicht zu vergleichen mit dem Winter in Deutschland, für brasilianische Verhältnisse mit 15-20° jedoch trotzdem angenehm kühl.
 
Das Hotel war leider im Vergleich zur Dominikanischen Republik ein kleiner Rückschritt, hat uns allerdings im sportlichen Sinne nicht beeinträchtigt. Es gab einen Shuttlebus zur nächstgelegenen großen Shoppingmall, was von uns Mädels natürlich mit großem Jubel begrüßt wurde und direkt am nächsten freien Vormittag zu einem kleinen Einkaufsbummel führte :) …
Das Topthema bei diesem war – wie immer wenn wir in Brasilien sind "HAVAIANAS" (für alle die nicht fast jährlich da sind: typische brasilianische FlipFlops :) )… . Es gibt ganze Läden von dieser Firma und man kann es schon fast als kleine Sucht bezeichnen, weil man immer wieder neue Farben und Kreationen entdeckt. Wie auch immer, jedenfalls war es natürlich wieder Thema und auf der Wunschliste der meisten ganz ganz oben angesiedelt!
 
Die Trainingstage vergingen schnell, da war auch schon wieder Freitag und somit Wettkampftag. Gegen keinen geringeren als den amtierenden Olympiasieger Brasilien, der natürlich von lautstarkem und stimmungsvollem Heimpublikum unterstützt wurde. Das Spiel war über weite Strecken sogar ausgeglichen, am Ende jedoch fehlte uns die nötige Ruhe und Abgeklärtheit, die die brasilianischen Damen wiederum an den Tag legen konnten und wir verloren 1:3.
Samstag folgte der nächste Kracher, wie am vorherigen Wochenende ging es wieder gegen die USA, momentan Weltranglisten 1. (und meiner Meinung nach Topfavorit für die Spiele in London). Wir wollten versuchen unser Spiel taktisch besser aufzubauen als in Santo Domingo, was uns auch über lange Zeit gelang. Die 3:0 Niederlage hört sich am Ende eindeutiger an als sie tatsächlich war, wir waren sehr dicht dran auch ein oder sogar zwei Sätze zu gewinnen, leider hat uns unsere zu hohe Eigenfehlerquote in den entscheidenden Situationen diese Chance genommen.
Das letzte Spiel gegen Italien sollte dann das Wochenende positiv abschließen und unsere Chance auf den Einzug ins Finale aufrecht erhalten. Das tat es auch, wir spielten super konzentriert, taktisch sehr gut und waren trotz der anstrengenden Wochen die hinter uns lagen mit so viel Energie auf dem Feld, dass wir uns diesen 3:0 Sieg erkämpft und somit  auch verdient gewonnen haben.
 
Alles in Allem war das Wochenende gut. Das anfangs eher ungute Gefühl der ersten beiden Partien wurde durch den Sieg gegen Italien relativiert und wir konnten uns hinter der USA und Brasilien als dritter aus dieser Runde verabschieden.
Die Taschen waren schon gepackt, denn direkt nach dem Spiel hieß es nur duschen und ein letztes, sehr lustiges Abendessen in einem typisch brasilianischen Restaurant zusammen mit den Teams aus Italien und der USA genießen. Ca 22 Uhr war dann von dort aus Abfahrt zum Flughafen.
 
Das Abenteuer "In 35 Stunden um die Welt" konnte beginnen…
Der erste Flug von Sao Paulo verlief, trotz der 14,5 Stunden Flugzeit viiiel besser als erwartet. Dank der guten Organisation durfte jeder von uns mit mindestens 3 Plätzen in der Maschine doch eine recht große Portion Schlaf tanken.
Das konnte natürlich nicht so weitergehen, wäre ja auch zu schön gewesen ;) …
Kaum aus dem Flieger in Dubai ausgestiegen (ca. 22:30 Uhr Ortszeit), kam auch schon die erste schlechte Nachricht: statt noch in dieser Nacht weiter nach Osaka zu fliegen, war der Flug auf 9:30 Uhr am nächsten morgen datiert. Der Grund dafür war ein durch Asien wütender Taifun. Nun hieß es entweder die Nacht am Terminal verbringen, oder sich ein nahe liegendes Hotel suchen. Wir entschieden uns für letzteres und lernten somit noch für ein paar Stunden Dubai kennen.
Am nächsten Morgen brachen wir wieder zum Flughafen auf, der Abflug wurde noch einmal um 2 Stunden verzögert und um 11:30 Uhr ging es dann aber letztendlich doch los nach Osaka.
9,5 Stunden später (2 Uhr Ortszeit) waren wir dann gut gelandet und konnten uns endlich auf den Weg ins Hotel machen.
Von Zeitgefühl keine Spur mehr, in Osaka war es 4 Uhr als wir im Hotel ankamen, in Deutschland somit 21 Uhr, in Dubai 23 Uhr und in Sao Paulo 16 Uhr … wer jetzt noch sagen konnte das er sich zeitlich irgendwie orientieren konnte, lag definitiv falsch. Sogar die Datumsfrage war kurze Zeit ungeklärt, Sonntagabend, 17.06., sind wir aufgebrochen und Mittwoch, 20.06., morgens 4 Uhr angekommen.
Das aus den geplanten ungefähren 35 Stunden Reisezeit einfach mal irgendwas zwischen 40 und 45 Stunden geworden ist, war dann letztendlich auch egal ;).
Auf jeden Fall geht es uns "den Umständen entsprechend" wirklich gut und wir freuen uns auf eine neue spannende Woche.
In diesem Sinne senden Euch Eure völlig verwirrten Schweriner Mädels (und Jungs) liebe Grüße und bis zum nächsten Mal :) !

Berti, Micha und Nisi