"Es überrascht mich schon, dass Münster bislang so schwach spielt. Aber für Erfolg brauchst du auch ein bisschen Glück. Münster hat gleich im ersten Spiel in Hamburg mit 2:3 verloren. Wenn sie das gewonnen hätten, wäre es anders gelaufen", meint SSC-Trainer Tore Aleksandersen, der gestern wegen eines Magen- und Darminfekts nicht das Training leiten konnte. Er hatte alles vorbereitet, sein Co Felix Koslowski übernahm gestern die Leitung der Übungseinheit. "Bis Sonntag schaffe ich das schon. Es geht mal besser, mal schlechter", so der Coach.

"Wir waren vor drei Jahren in einer ähnlichen Situation wie Münster jetzt. Wenn du verlierst, kommen natürlich Zweifel auf. Das hat alles nichts mit Spielqualität zu tun, sondern mit Selbstvertrauen", sagt Aleksandersen. Auch in der vergangenen Saison musste der USC schon kleinere Brötchen backen. Man verpasste die Meisterrunde und wurde Siebter. Trainer Axel Büring und die Vereinsführung schlagen mittlerweile den Weg ein, den Schwerin bereits vor Jahren gegangen ist: Talente verpflichten und diese zu Spielerpersönlichkeiten zu formen. Doch das ist ein langer Prozess. In dieser Saison holte der USC fünf Spielerinnen, die allesamt zur jungen Garde gehören. Hingegen verließ nur Nationalspielerin Atika Bouagaa den Verein Richtung Türkei.

Angesichts der Situation beim USC warnt Aleksandersen aber, dass keiner glauben soll, dass die Partie für sein Team ein Selbstläufer wird: "Wir müssen mit größter Konzentration und Aufmerksamkeit agieren, ansonsten erleben wir eine böse Überraschung." Die will man auf keinen Fall erleben, sondern die weiße Weste wahren.

Der norwegische Coach kann morgen wieder mit Patricia Thormann rechnen, die am Dienstag wegen Magenproblemen passen musste. Auch steht Kristin Kaspers ki zur Verfügung. Die 21-jährige Diagonalspielerin ist ab heute wieder voll bei der Mannschaft. In den vergangenen drei Monaten absolvierte sie ihre Grundausbildung bei der Bundeswehr. Die 21-Jährige ist bei der Sportfördergruppe in Rostock. Doch sie benötigt noch etwas Zeit, um voll einsatzfähig zu sein, wie ihr Trainer sagt, denn "es ist ein Unterschied ob man durch den Wald marschiert oder Volleyball spielt", ergänzte Tore Aleksandersen lachend.

Er rechnet mit Kristin genauso wie mit dem Einsatz von Julia Retzlaff (Kreuzband) und Hanna Torkkeli (Innenband) ab Ende Januar nach der Olympia-Qualifikationspause.