Frühstart ins Turnierwochenende

26. September 2019
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© Michael Dittmar

Abfahrt am Donnerstagmorgen um 4 Uhr in Schwerin, um 7:20 Uhr der Flieger von Hamburg nach Istanbul, dann weiter nach Izmir an der westlichen Ägäisküste und schließlich noch bis in den kleinen Badeort Kuşadasi: Diesen Weg nehmen die Schweriner Volleyballerinnen am heutigen Donnerstag für ein verlängertes Wochenende in der Türkei in Kauf, um dort ein Turnier gegen Vakifbank Istanbul, Olympiakos Athen und Aydin BŞB zu spielen. Das kurze Trainingslager ist der Höhepunkt der Saisonvorbereitung des SSC Palmberg Schwerin, bevor am 3. Oktober mit einem Heimspiel gegen die Ladies in Black Aachen die Bundesligasaison eröffnet wird (nicht vergessen: #halleingelb.

Drei Tage lang – von Freitag bis Sonntag – groovt sich das Team dafür in der Türkei in seinen üblichen Wettkampftagablauf ein: morgens leichtes Training, nachmittags Spiel. Am Montagmorgen schon geht der Flieger zurück nach Hause. „Positiven Stress“, nennt Chefcoach Felix Koslowski das straffe Programm: „Die Reise an sich ist jetzt kein großer Unterschied zu unseren üblichen weiten Auswärtsreisen. Dafür haben wir da jetzt sonnige 26 Grad, blauen Himmel, ein gutes Hotel und ein reizvolles Turnier gegen Top-Mannschaften. Auf diese Spiele hat jetzt jeder von uns Lust, viel mehr als auf den üblichen Trainingsalltag. Es ist auch gut, dass wir unser Spannungs- und Stresslevel wieder hochfahren, ab nächste Woche brauchen wir das ja wieder.“ Spezifische Teambuildingaktivitäten sind da zwar kaum drin, „aber allein dass wir vier Tage von früh bis spät zusammen verbringen und uns ganz auf Volleyball konzentrieren können, ist schon eine deutlich intensivere Zeit, als hier beim Training in Schwerin.“

Erfolgserwartungen an das Turnier gibt es ausdrücklich keine: „Wir haben noch nicht die gesamte Mannschaft zusammen, treten dort vor allem ohne unsere beiden Zuspielerinnen an, die der Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels sind.“ Britt Bongaerts ist noch mit der holländischen Nationalmannschaft beim World Cup in Japan, Denise Hanke laboriert seit der EM an einer Oberschenkelverletzung. „Es geht voran, aber es dauert halt, sagen Arzt und Physio. Wie lange genau es dauert, kann keiner sagen, und ein Risiko, zu früh zu sehr zu belasten, gehen wir nicht ein“, so die 30-Jährige. „Ich mach zumindest Krafttraining für die Arme und fahre auch mit in die Türkei, um beim Team zu sein. Da freu ich mich auch drauf. Man hat gemerkt, dass alle, die schon letztes Jahr dabei waren, sich gefreut haben, wieder zusammen in Schwerin zu sein. Wir hatten ja einen guten Teamspirit, und die Neuen finden sich gut ein.“ Beim Training, auch in der Türkei, steht Denise Hanke mit all ihrer Erfahrung Rica Tochtenhagen und Rochelle Wopereis bei, den zwei Zuspielerinnen, die dem SSC leihweise aushelfen.

Die beiden, betont Felix Koslowski, machen ihre Sache wirklich sehr gut: „Wir sind echt dankbar, dass sie uns ermöglichen, überhaupt zu trainieren und zu spielen. Aber es macht für uns kaum Sinn, mit ihnen jetzt unser System und Angriffskombinationen einzuüben, wenn wir das nächste Woche wieder aufbrechen und neu anfangen müssen.“ Nämlich dann, wenn Britt Bongaerts – hoffentlich fit und gesund – kurz vor knapp in Schwerin eintrifft, um mit ihrem Team das Auftaktspiel zu bestreiten. Ergo liegt der Trainingsschwerpunkt jetzt vor allem bei individuellen Themen und Aspekten, die unabhängig von den Spielmacherinnen funktionieren müssen, wie Aufschlag oder Blockabwehr. „Damit kann man gegen Clubs wie Vakifbank nicht gewinnen“, kommt der Chefcoach auf das Thema Spielerfolge in der Türkei zurück. „Aber es wird trotzdem gut sein, mal wieder andere Gesichter auf der anderen Netzseite zu sehen, Spielpraxis und Wettkampfspannung zu bekommen. Die richtige mentale Einstellung erwarten wir dabei aber schon.“

ssc-intern [kawi]


© C. Kettler

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