Auf die Wiederbelebung alter Güstrower Volleyballtraditionen hofft Holger Stenzel. Der Präsident des Volleyballverbandes Mecklenburg-Vorpommerns ,der einst selbst die erste Volleyballklasse an der Güstrower Sportschule im Jahr 1964 besuchte, machte gestern ein Länderspiel der Frauen zwischen Deutschland und Frankreich in seiner einstigen Sportheimat perfekt. Mit Bürgermeister Arne Schuldt und Hans-Jürgen Klatt vom VfL Grün-Gold Güstrow gibt es eine Kooperationsvereinbarung, die diesen sportlichen Höhepunkt in der Barlachstadt ermöglicht. Die Stadt Güstrow ermöglicht dieses Ereignis durch die kostenlose Bereitstellung der Sport- und Kongresshalle. Dies sei als Dankeschön der Stadt an Schwerin zu verstehen für die Förderung der Sanierung dieser bedeutenden Sportstätte, begründet der Bürgermeister diese Ausnahme. Arne Schuldt, selbst passionierter Volleyballer (der gerade mit einer Wismarer Mannschaft die Landesmeisterschaft der Senioren gewann!): „Wir freuen uns, dass Güstrow zunehmend ins Auge gefasst wird für sportliche Großveranstaltungen.“ Mit einer Gedenkmünze für die Auswahlspielerinnen beider Nationen und einer Imagebroschüre
der Stadt sollen die Gäste zudem einen bleibender Eindruck von den Barlachstadt mitnehmen. Der VfL Grün-Gold Güstrow sorgt während des Länderspiels für die Sicherheit, stellt Ballhelfer und kümmert sich um die Plakatierung in Güstrow und dem weiteren Umland.

Erinnerungen an Güstrower Volleyball-Traditionen

Zuletzt war Güstrow 1997 Austragungsort eines Volleyball-Länderspiels, Deutschland spielte damals in der noch „alten“ Halle gegen Bulgarien. Der Testpartner 2007 bereitet sich ebenso wie das deutsche Team auf die Europameisterschaft vor, die im September in Belgien und Luxemburg ausgespielt wird. In Güstrow werden dazu natürlich auch die Nationalspielerinnen des Schweriner SC auflaufen, verspricht Dörte Techel, die gestern mit ins Güstrower Rathaus gekommen war. Unter anderem mit ihrem Mädchennamen Stüdemann oder solchen wie Anke Maukel (Westendorf ) oder Christina Schultz, die bei Olympia und Europameisterschaften Medaillen gewannen, ist die Güstrower Volleyballschule international bekannt geworden.
„Schade, dass Güstrow heute nur noch mit einer Mannschaft aktiv ist. Auch wenn ich von zahlreichen Volleyballern im Breiten- oder Seniorensport weiß“, bedauert Holger Stenzel, der auch Abteilungs-leiter Volleyball beim Schweriner SC ist, ein wenig, dass in der Barlachstadt das Spiel am hohen Netz nicht mehr diesen Stellenwert hat. Dennoch baut Stenzel auf die Volleyball-Begeisterung in und rund um Güstrow und hofft auf eine volle Halle. Stenzel: „Die Halle ist jetzt sehr schön. Wenn wir die voll kriegen würden, mit 800 Zuschauern, das wäre schon was.“ Dass der sieben Jahrzehnte alte Hallenbau, einst mit seiner Raumhöhe von neun Metern der größte in Norddeutschland, nicht die heute standardmäßigen 12 Meter Höhe aufweist, sei für solch ein Länderspiel mit Testcharakter nicht bedeutend.