Von der brandenburgischen Hauptstadt ging es allerdings nicht nach Hause: Der Bus steuerte gen Süden, wo im Thüringischen übernachtet wurde. Heute geht es weiter nach Bayern, wo morgen Abend (20.15 Uhr/live bei DVL.TV) der Bundesliga-Knüller zwischen dem Tabellenzweiten Rote Raben Vilsbiburg und Spitzenreiter Schweriner SC ansteht.

Dabei ergeben sich vor allem aus der Suhl-Partie einige wichtige Erkenntnisse für die Schwerinerinnen und ihren Trainer Tore Aleksandersen: "Zu Beginn des zweiten Satzes war unsere Annahme wirklich schlecht. So können wir in Vilsbiburg nicht bestehen." In der Tat leistete sich der SSC nach furiosem Auftakt-Satz in Durchgang zwei einen katastrophalen Hänger, den Suhl zur 19:10-Führung genutzt hatte. Der Ruck, der anschließend durch die Mannschaft ging und dafür sorgte, dass man diesen Abschnitt nach sieben (!) abgewehrten Satzbällen doch noch gewinnen konnte, gibt allerdings Mut für die schwere morgige Aufgabe. "Ich weiß auch nicht, was da mit uns los war. Aber wie wir dann gekämpft haben, das war schon toll", gab Angela Kryvarot – mit 20 erzielten Punkten einmal mehr die Zuverlässigkeit in Person – anschließend zu Protokoll.

Auch Patricia Thormann – mit 21 Zählern sogar noch eifriger als "Angie" und völlig zu Recht als beste Schwerinerin an diesem Abend ausgezeichnet – rätselte über diesen Leistungs-Einbruch: "Ich habe keine Annahme mehr hinbekommen und bin meinen Kameradinnen dankbar, wie sie mir aus diesem Loch herausgeholfen haben. Gegen Vilsbiburg darf uns so etwas nicht passieren, sonst verlieren wir unser erstes Tempo, und wir leben nun einmal vom schnellen Spiel."

So mancher Trainer hätte vielleicht in einer solchen Phase, wo eigentlich im ganzen Team nichts läuft, munter durchgewechselt. Diese Alternativen allerdings boten sich Tore Aleksandersen am Freitag nicht: Die Auswechselspielerinnen – gerade einmal vier standen noch im Aufgebot – schnieften um die Wette. So kam Janine Völker nach noch nicht wirklich überstandener Erkältung nur zu einem Kurzeinsatz, ansonsten spielte der Stamm-Siebener mit dem eigentlichen Libero Linda Dörendahl im Außenangriff nahezu durch. Lediglich Zuspielerin Kathleen Weiß, die unter den wachsamen Augen von Bundestrainer Giovanni Guidetti vielleicht zuviel wollte, wurde phasenweise gegen Denise Hanke ausgetauscht.

Wirkliche Entspannung beim Personal ist auch für morgen nicht in Sicht. Tina Gollan, ebenfalls nach Grippe, fällt nach Aussage von Tore Aleksandersen noch aus und reiste gar nicht erst mit.

Pokal-Auslosung: Viertelfinale in Wiesbaden
Die Auslosung der nächsten Pokalrunde ergab, dass Schwerin am 9. Dezember in Wiesbaden antreten muss. "Es könnte besser sein", kommentierte der Trainer. "Es ist sicherlich eine Herausforderung. Aber wer nach Halle ins Finale will, muss alle schlagen."

Foto-Herbert Kewitz: Auf ungewohnter Position: Libero Linda Dörendahl (l.) musste am Freitag und gestern im Außenangriff ran.