Es war eine Rückkehr an ihrer einstige Wirkungsstätte. Für Tatjana ein „sehr schönes Erlebnis“, denn die Zeit in Schwerin „war ein wichtiger Teil meines Lebens“, wie sie betont. „Ich hatte das Gefühl, wieder dabei zu sein. Mit Angi, Cathrin, Pati oder Kathleen habe ich gesprochen. Wir hatten viel Spaß miteinander.“
Von Sommer 1999 bis Sommer 2001 griff sie auf der Außenposition für den SSC an. Zweimal wurde sie mit der Mannschaft Deutscher Meister und einmal Pokalsieger. Ein bisschen Heimweh liegt in der Stimme, wenn sie über diese Zeit erzählt, auch wenn inzwischen sechs Jahre dazwischen liegen. Sie ging 2001 zurück nach Israel, wo sie bereits vor der Schweriner Zeit vier Jahre lang gespielt hatte. Es folgte eine längere Zeit des Pausierens. „Es war schwierig, mich mit den neuen Bedingungen in Israel zurechtzufinden. Das Leben läuft dort anders. Ich habe eine Familie gegründet und zwei Kinder bekommen. Meine Tochter Elison ist fünfeinhalb Jahre alt, mein Sohn Daniel ein Jahr und zwei Monate. Ich habe die ganze Zeit gelernt, aber nicht gespielt. Fit gehalten habe ich mich mit Laufen.“
Erst als Arie Selinger, der weltbekannte Volleyballtrainer, 2007 nach Israel zurückkehrte, eröffnete sich für Tatjana eine neue Chance. „Wir saßen zusammen in einem Kaffee und haben drei Stunden miteinander gesprochen. Er suchte für sein neues Nationalteam eine Frau mit Spielererfahrung. Der Mann hat solch ein Charisma, dass ich nicht nein sagen konnte. Seit dem 1. Juni 2007 bin ich wieder aktiv.“
Das gemeinsame Training mit den Frauen des SSC hat die 34-jährige Nationalspielerin aus Israel sehr beeindruckt. „Die Schweriner Mannschaft ist jung. Ich sehe es an den Augen, wie die Mädels arbeiten. Gut sein – das wollen sie selbst. Deshalb gehen sie auch so aus sich heraus. Diese Mannschaft sieht man bestimmt noch zehn Jahre auf dem Feld.“